Tank-Apps im Vergleich: Diese Helfer sparen Geld an der Tankstelle
Sprit kostet im Bundesdurchschnitt wieder über zwei Euro. Welche Tank-Apps beim Sparen helfen können - und was sie sonst noch bieten.
Tanken ist wieder so teuer wie selten: Super E10 kostete Anfang August im ADAC-Bundesdurchschnitt 2,128 Euro je Liter, Diesel 2,204 Euro. Seit dem Auslaufen der befristeten Spritpreissenkung am 30. Juni fehlen rund 17 Cent Entlastung; dazu bleibt der Ölpreis wegen der aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten weiter hoch. Kein Wunder, dass die Tank-Apps in den App-Stores gefragt sind. Nur: Welche davon lohnt sich?
Die Standard-Apps für den Alltag
Die App clever-tanken.de (Google Play / App Store) hat eine der größten Communitys. Google Play weist mehr als zehn Millionen Installationen aus, die Bewertungen liegen bei 4,3 Sternen im Play Store und 4,6 im App Store. Neben Super E5, E10 und Diesel listet die App auch LPG und Wasserstoff, dazu kommen Preisalarm und Preisverlauf. Werbefrei kostet sie rund 3,99 Euro im Jahr, Auslandspreise liefert sie nicht.
Der Wettbewerber mehr-tanken (Google Play / App Store) kommt auf gut fünf Millionen Android-Installationen und liegt bei den Sternen minimal vorn (4,4 und 4,6). Die App will nicht nur zeigen, was der Sprit kostet, sondern auch, wohin er sich entwickelt: Preisprognose und Tankempfehlung sollen den richtigen Moment treffen. Routenplaner und über 30.000 Ladesäulen sind ebenfalls an Bord. Mehrere Komfortfunktionen und die Werbefreiheit stecken im Plus-Abo für 0,99 Euro monatlich oder 4,99 Euro im Jahr.
Grundsätzlich kostenlos und ohne Werbebanner ist die HEM App (Google Play / App Store). Sie zeigt ebenfalls alle rund 15.000 Tankstellen in Deutschland im Preisvergleich, also auch ausdrücklich die von Fremdmarken. In beiden Stores steht die App bei 4,7 Sternen. Der Clou der App ist die Tiefpreisgarantie: Ist im Umkreis von fünf Kilometern eine andere Tankstelle günstiger, erzeugt die App einen Coupon, der 30 Minuten gilt und den Literpreis an der Kasse auf den Wettbewerberpreis senkt. Das funktioniert an teilnehmenden HEM-Stationen für Super E5, E10 und Diesel. Wer eine solche Station auf dem Weg hat, tankt damit oft zum Bestpreis der Umgebung. Neu in der App sind außerdem Coupons, die auch für andere Produkte als Sprit gelten, und so den Tankstopp noch günstiger machen.
Für alle Autofahrten jenseits der Grenzen
Spätestens im Urlaub endet allerdings die Zuständigkeit der reinen Deutschland-Apps. Am breitesten aufgestellt ist Benzinpreis-Blitz (Google Play / App Store) mit Preisen für Deutschland, Österreich, Luxemburg, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Mehr als 60.000 Stationen sind laut Anbieter erfasst. Zehn Millionen Android-Installationen sprechen für die App, die Play-Store-Bewertung fällt mit 4,1 Sternen etwas ab. Werbefrei und mit Premiumfunktionen kostet sie 1,99 Euro im Jahr oder einmalig 9,99 Euro.
Deutlich mehr Reisegepäck bringt ADAC Drive (Google Play / App Store) mit: Spritpreise für Österreich, Italien, Spanien, Frankreich, Slowenien und Großbritannien, dazu Navigation, Mautkosten und über 120.000 Ladepunkte für E-Autos. Der Preis dafür ist Komplexität, für den schnellen Blick auf den Literpreis ist die App eher ungeeignet. Das zeigt sich auch in der Android-Bewertung von 3,6 Sternen, im App Store steht sie mit 4,5 besser da. Kosten entstehen keine, einzelne Funktionen setzen aber eine Anmeldung oder sogar eine ADAC-Mitgliedschaft voraus.
Fazit: Funktionsumfang und Fahrprofil sind entscheidend
Wer eine App nur danach aussucht, ob sie besonders günstige Preise findet, sucht am falschen Kriterium: Tankstellenbetreiber müssen jede Änderung bei Super E5, E10 und Diesel binnen fünf Minuten an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt melden. Von dort beziehen alle Anbieter dieselben Daten. Abweichungen entstehen bei anderen Spritsorten oder durch Verzögerungen. Jenseits der Grenze endet die Meldepflicht ohnehin.
Wichtig bleibt außerdem der Zeitpunkt: Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr anheben, Senkungen bleiben jederzeit erlaubt. Laut Bundeskartellamt tankt man kurz vor 12 Uhr am günstigsten.
Entscheidend ist am Ende also der Funktionsumfang der App, ob er zum eigenen Fahrprofil passt und ob man bereit ist, für Zusatzfunktionen zu bezahlen: clever-tanken oder mehr-tanken reichen in der Basisversion für den Alltag. Wer eine HEM-Tankstelle in der Nähe oder auf dem Arbeitsweg hat, die die Tiefpreisgarantie-Coupons akzeptiert, setzt lieber auf die HEM-App. Für Fahrten ins Ausland lohnen sich zusätzlich Benzinpreis-Blitz oder ADAC Drive.