New York: ICE-Beamter schießt auf Mann in Auto – fünfjähriges Kind saß mit drin
ICE-Beamte haben in New York das Auto eines Mannes umzingelt und diesen durch Schüsse verletzt. Bürgermeister Zohran Mamdani kritisierte den Einsatz scharf.
Ein Beamter der US-Einwanderungsbehörde ICE hat bei einem Einsatz in New York auf einen Mann geschossen und ihn verletzt. „Der Mann ist am Leben und befindet sich in einem örtlichen Krankenhaus„, schrieb das US-Heimatschutzministerium auf der Plattform X. Der Mann habe bei dem Einsatz festgenommen werden sollen.
New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani teilte mit, ersten Berichten zufolge hätten Einsatzkräfte das Auto des Manns, in dem auch ein fünfjähriges Kind war, umringt. Dann seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Das Kind blieb nach bisherigem Kenntnisstand körperlich unverletzt.
Der Vorfall trug sich am Nachmittag (Ortszeit) in einem Wohnviertel in der Millionenstadt zu. Das US-Heimatschutzministerium schrieb, der Mann sei Ausländer, wegen schweren Diebstahls verurteilt und in der Vergangenheit mehrfach verhaftet worden.
New Yorks Bürgermeister Mamdani: „Schafft ICE ab“
Ein Augenzeuge, Pedro Almarez, der Besitzer eines nahegelegenen Restaurants, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er habe Schüsse gehört und sei nach draußen gegangen. Dort habe er mehrere Beamte in ICE-Einsatzkleidung gesehen. „Es waren viele ICE-Beamte da, drei oder vier Autos“, sagte Almarez. Die Polizei der Stadt teilte mit, ihre Beamten seien nicht an den Schüssen beteiligt gewesen. Laut weiteren Augenzeugen von Reuters rief eine Frau am Tatort von einem Balkon aus den Beamten zu: „Ihr nehmt uns unsere Kinder weg“.
Mamdani nannte den Vorfall „nicht zu rechtfertigen und außerordentlich ernst“. Er habe US-Präsident Donald Trump angerufen. „Wenn wir sprechen, werde ich fordern, dass er alle ICE-Einsätze in unserer Stadt einstellt. Ich werde nicht tatenlos zusehen, wie ICE-Beamte unsere Gemeinden terrorisieren“, schrieb Mamdani in der Mitteilung, die mit den Worten „Schafft ICE ab“ endet.
Sieben Menschen bei ICE-Einsätzen getötet
Trump rühmt sich gerne mit seinem sehr harten Kurs gegen Migranten. Er fordert Massenabschiebungen und setzt dabei vor allem auf die umstrittene Bundesbehörde ICE, deren Beamte Razzien und Festnahmen übernehmen. Besonders viel Kritik und landesweite Proteste gab es Anfang des Jahres, nachdem Schüsse von Bundesbeamten im Bundesstaat Minnesota zwei US-Amerikaner getötet hatten.
Insgesamt haben Beamte der Bundeseinwanderungsbehörde seit Trumps Rückkehr auf mindestens 21 Menschen geschossen und dabei sieben getötet. Kritiker werfen der Regierung vor, dass Trumps Bestrebungen, mehr Migranten abzuschieben, führten zu immer mehr gewalttätigen Konfrontationen. Zudem verhindere die US-Regierung, dass sich die beteiligten Beamten verantworten müssten.