Semesterbeginn: Grüne dringen auf mehr Wohnheimplätze für Studierende
Wohnungen für Studierende sind teuer, Wohnheimplätze rar: Die oppositionellen Grünen fordern mehr Engagement von der Landesregierung.
Kurz vor Beginn des Wintersemesters sehen die Grünen „dringenden Handlungsbedarf“ beim Ausbau der Wohnheimplätze in Rheinland-Pfalz. „Obwohl die Wohnheimplätze an fast allen Hochschulstandorten voll belegt sind und landesweit mehr als 4.000 Studierende auf den Wartelisten stehen, gibt es im Land 600 Wohnheimplätze weniger als vor zehn Jahren“, sagte die hochschulpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Lea Heidbreder, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).
Es stünden etwa fünf Prozent weniger öffentlich geförderte Wohnheimplätze zur Verfügung als noch vor zehn Jahren, kritisierte Heidbreder. Die öffentliche Hand müsse sich stärker engagieren. Deshalb habe die Ampel-Regierung im Bund 2023 das Programm „Junges Wohnen“ aufgelegt.
Grüne: Landesregierung soll sich erklären
In Rheinland-Pfalz seien dazu aber nur drei Projekte in der Umsetzung. „Die Landesregierung muss erklären, warum das Programm im Land bislang so wenig angenommen wird, und entsprechend nachsteuern.“, forderte Heidbreder.
Die geplanten zusätzlichen Plätze reichten bei Weitem nicht aus, sagte Heidbreder. „Besonders herausfordernd ist die Situation in Trier, Mainz und Kaiserslautern. Dort sind die Plätze voll ausgelastet und es warten besonders viele Studierende auf einen Platz.“
Die Zahlen gehen aus der Antwort von Wissenschaftsminister Clemens Hoch (SPD) auf eine Kleine Anfrage von Heidbreder hervor. Die neusten Zahlen zu den Studierendenzimmern stammen aus einer Statistik des Deutschen Studierendenwerks vom Januar.
Hoch verweist auf geplante Projekte
„In Mainz und Koblenz stehen Projekte mit mehr als 200 Plätzen in den Startlöchern, die die Versorgung an diesen Standorten verbessern wird“, sagte Hoch. In Trier werde mit dem Programm „Junges Wohnen“ die größte Wohnanlage saniert. Dieses Programm biete attraktive Fördermöglichkeiten für private Investoren und Studierendenwerken.
„Entscheidend ist, dass möglichst viele Wohnheimplätze für Studierende dort entstehen, wo sie kurz- und mittelfristig tatsächlich gebraucht werden.“ Wo genau Bedarf bestehe, wüssten die Studierendenwerke vor Ort sehr genau und sie planten ihre Bauvorhaben in bestehende Lücken.
Engagement für höhere Bafög-Wohnkostenpauschalen
Rheinland-Pfalz mache sich seit Jahren für eine Anhebung der Bafög-Wohnkostenpauschalen stark. „Denn auch auf dem privaten Wohnungsmarkt brauchen Studierende eine realistische Chance auf bezahlbaren Wohnraum, ohne mehr als die Hälfte ihres Einkommens für ein Zimmer ausgeben zu müssen.“