Insolvenzen: Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Norden stark gestiegen
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Schleswig-Holstein steigt auf den höchsten Stand seit 2012. Besonders betroffen sind Baugewerbe und bestimmte Kreise.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Schleswig-Holstein ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich angestiegen. Insgesamt haben die Insolvenzgerichte 571 entschiedene Anträge gemeldet, wie das Statistikamt Nord mitteilte. Das waren 26 Prozent beziehungsweise 117 Verfahren mehr als im ersten Halbjahr 2025. Einen höheren Halbjahreswert gab es zuletzt im ersten Halbjahr 2012. Im längerfristigen Vergleich gab es in den meisten Halbjahren zwischen 2002 und 2010 jedoch noch mehr Insolvenzen als in der ersten Jahreshälfte 2026.
Mindestens 3.641 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren nach Angaben der Statistiker im ersten Halbjahr 2026 direkt von einer Unternehmensinsolvenz betroffen. Das entspricht einem Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Summe der voraussichtlichen Forderungen lag bei 458 Millionen Euro und damit um 8,3 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2025. Im Durchschnitt schuldeten die insolventen Unternehmen ihren Gläubigerinnen und Gläubigern 802.700 Euro.
Weniger Verbraucherinsolvenzen
Am häufigsten wurden Unternehmensinsolvenzen in den Kreisen Herzogtum Lauenburg (65 Fälle) und Stormarn (63 Fälle) gemeldet. Nach Wirtschaftszweigen traten die meisten Insolvenzen im Baugewerbe auf (116 Fälle).
Die Gerichte entschieden zudem im ersten Halbjahr 2026 über 1.619 Anträge von Privatpersonen auf Verbraucherinsolvenz. Das waren sieben Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistikamt weiter mitteilte. Durchschnittlich war eine insolvente Person mit 42.900 Euro verschuldet.