Tintenfische: Kraken-Kram: Von Sex-Armen, tödlichem Gift und Vampiren
Sie sind kluge Tüftler, gewiefte Ausbrecher und echte Verwandlungskünstler – Tintenfische sind fantastische Tierwesen. Spannende Fakten über die Überraschungstüte aus dem Meer.
Die Legenden um riesige Kraken, die Schiffe mit nur einem Tentakelschlag entzweien können, halten sich hartnäckig. Und auch wenn es sich bei den Berichten von Sichtungen solcher Meerungeheuer sicher um Übertreibungen handelt, gänzlich der Fantasie entsprungen sind sie nicht. Fischer fanden in ihren Netzen Tintenfisch-Kadaver mit meterlangen Armen. Andere Riesentiere wurden tot an die Strände angespült.
Heute weiß man: Am ehesten an die Erzählung des fabelhaften Meerwesens reicht wohl kein Krake, sondern der Riesenkalmar heran. Diese leben, meist verborgen vor dem menschlichen Auge, in der Tiefsee. Erst im 21. Jahrhundert gelang es, lebende Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum zu filmen. Die Zehnarmer gehören zu den größten wirbellosen Tieren. Gut belegte Exemplare erreichen einschließlich der langen Tentakel deutlich über zehn Meter, einzelne historische Angaben von fast 18 Metern werden unterschiedlich bewertet. Allein die Augen der Tiere können so groß wie ein menschlicher Kopf sein.
Kraken, die Streber unter den Tintenfischen
Kalmar, Krake (Oktopus), Sepia – Bezeichnungen für die Vielarmer gibt es viele. Was sie gemeinsam haben: Sie alle sind Tintenfische. Die wichtigsten Unterschiede der Kopffüßler liegen in der Anzahl der Arme, der Körperform, dem Lebensraum und einigen anatomischen Besonderheiten.
Kraken gelten beispielsweise als die intelligenten Underdogs der Wirbellosen: Sie lösen Probleme, öffnen Schraubverschlüsse, nutzen Werkzeuge und zeigen individuelles Verhalten. Ihr Nervensystem ist stark dezentralisiert – ein großer Teil der „Intelligenz“ sitzt in den Armen selbst. Kraken können blitzschnell ihre Farbe wechseln, um sich zu tarnen, und ihren Körper extrem zusammenquetschen, um sich auch noch durch die schmalsten Ritzen zu pressen.
Wie das aussehen kann, hat Inky 2016 bei seinem Ausbruch aus dem National Aquarium in Neuseeland bewiesen. Der Oktopus mit dem etwa 30 Zentimeter dicken Körper entkam durch eine winzige Lücke, die Techniker am Deckel seines Tanks offengelassen hatten. Er quetschte sich durch den Spalt, flutschte die Wand herab, bis zu einem 15 Zentimeter breiten Abflussrohr, das in den Ozean führte. Er zwängte sich hindurch und entschwand auf Nimmerwiedersehen.
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