Wie bei Jeff Bezos: Aktivisten in Venedig wollen Yacht von US-Botschafter blockieren
Der US-Botschafter in Italien möchte in Venedig die amerikanisch-italienischen Beziehungen festigen. Dort ist man von der Art und Weise des Besuchs wenig begeistert.
In einer der berühmtesten Städte der Welt bahnt sich der nächste Konflikt mit einem prominenten Gast an. In Venedig formieren sich Proteste gegen den geplanten Besuch des US-Botschafters in Italien, Tilman Fertitta. Fertitta ist Unternehmer, Milliardär und unter anderem Besitzer eines NBA-Teams. Seit anderthalb Jahren ist er zudem der höchste US-Repräsentant in Italien.
Als solcher hat sich der 69-Jährige eine besondere Form der Diplomatie überlegt: Mit seiner Privatyacht Boardwalk will er verschiedene italienische Küstenstädte besuchen. Damit möchte er den 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit würdigen und die Beziehungen zwischen den USA und Italien vertiefen. Speziell in Venedig ist man daran aber offenbar nur wenig interessiert.
Ergeht es dem US-Botschafter wie Jeff Bezos?
Aktivisten werfen Fertitta vor, Venedig als Kulisse für eine luxuriöse Machtdemonstration zu missbrauchen, berichtet der „Guardian“. Unter dem Motto „Venezia non si USA“ („Venedig wird nicht benutzt“) wollen sie dagegen protestieren. Mit ungebetenen Gästen hat man in der Lagunenstadt Erfahrung: Der Fall erinnert an die Hochzeit des Amazon-Gründers Jeff Bezos im vergangenen Jahr.
Auch damals gab es massive Proteste gegen das Mega-Ereignis in der ohnehin oft überfüllten Stadt. Der Unmut über die Präsenz von Superreichen in der Stadt ist groß. „Wir haben vergangenes Jahr die Party zu Jeff Bezos' Hochzeit ruiniert – dieses Jahr lasst uns die Botschaftertournee sabotieren“, zitiert der „Guardian“ eine Aktivistin. Damals hatten die Hochzeitsgegner unter anderem aufblasbare Plastikkrokodile in den Kanälen platziert.
Besuch während Fest in Venedig
Für besonders viel Unmut sorgt der Zeitpunkt des geplanten Besuchs. Fertitta will ausgerechnet während des traditionsreichen Festes „Festa del Redentore“ kommen. „Dieses Fest gehört zu den wenigen Momenten, die noch den Einwohnern selbst gehören“, erklärte die Aktivistin.
Fertitta, ein Vertrauter von Donald Trump, hat seine 77 Meter lange Yacht zu seinem inoffiziellen Amtssitz gemacht und zieht sie der offiziellen Residenz in Rom vor. Auch deshalb ist der Botschafter in Italien nicht besonders beliebt.
Quelle: „Guardian“