Die USA haben laut einem Bericht große Teile ihrer Marine in der Karibik zusammengezogen. Die Regierung von Donald Trump soll damit die Voraussetzungen für einen möglichen Militärschlag gegen Kuba geschaffen haben. Inmitten der Spannungen im Nahen Osten erhöhen die USA auch in ihrem unmittelbaren Umfeld den militärischen Druck. Das Pentagon hat nach Informationen des US-Magazins "Politico" in den vergangenen Monaten Truppen und Waffensysteme rund um Kuba positioniert. Demnach fehlt für einen möglichen Einsatz gegen die kommunistische Führung in Havanna nur noch eine endgültige Entscheidung von US-Präsident Donald Trump . Gleichzeitig verschärft die US-Regierung ihren Ton gegen das kubanische Regime. Außenminister Marco Rubio erklärte am Mittwoch im Rahmen einer Kabinettssitzung, Kuba sei "in großen Schwierigkeiten, weil es – zu seinem Unglück – von einer Bande unfähiger Kommunisten regiert wird". Weiter sagte Rubio, dass man "das Beste" für das kubanische Volk wolle. Aber: "Ein gescheiterter Staat 90 Meilen (rund 145 Kilometer, Anm. d. Red.) vor unserer Küste stellt eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten dar." Die Regierung in Washington hatte den Druck auf Kuba in den vergangenen Monaten bereits schrittweise erhöht. Trump soll laut "Politico" intern auch über militärische Optionen gesprochen haben, nachdem wirtschaftlicher und politischer Druck keinen Machtwechsel herbeigeführt hätten. Steht nun also ein baldiger US-Angriff auf Kuba an? Putins Konflikt mit der Nato : "Das Land würde nächstes Ziel der Russen werden" Newsblog: Alle Entwicklungen in der US-Politik zum Nachlesen USA senden deutliche Signale – zur See und in der Luft In der Region befinden sich dem Bericht zufolge mehrere Kriegsschiffe, darunter der Flugzeugträger "USS Nimitz" mit Begleitschiffen. Hinzu kommen Zerstörer und Kreuzer mit Präzisionsraketen sowie Drohnen und Aufklärungsflugzeuge. Die "USS Kearsarge", ein amphibisches Angriffsschiff mit rund 2.500 Marinesoldaten an Bord, bereite sich zudem vor der US-Ostküste auf einen weiteren Einsatz vor. Das Schiff könnte andere Marineeinheiten ersetzen, die in der Karibik aktiv sind. Insgesamt ist das Aufgebot vor Kuba nach der Flotte im Nahen Osten der größte derzeit aktive Marineverband der USA. Auch in der Luft senden die USA eindeutige Signale. So ließen sich in den vergangenen Wochen Flüge von Aufklärern und Drohnen rund um Kuba öffentlich nachverfolgen – etwa auf Internetseiten wie Flightradar24. Demnach näherten sich mehrere P-8A-Poseidon-Aufklärungsflugzeuge sowie Drohnen des Typs MQ-4C "Triton" dem Karibikstaat bis auf etwa 80 Kilometer. Die Daten liefern vermutlich ein unvollständiges Bild, da solche Flüge normalerweise mit ausgeschalteten Transpondern ausgeführt werden. Dass das US-Militär die Daten zugänglich machte, kann als Drohung gegen Havanna gewertet werden. Auch vor den US-Angriffen im Januar auf Venezuela und dem Ende Februar begonnenen Krieg gegen den Iran führten die USA solche öffentlich einsehbaren Aufklärungsflüge durch. Nur Abschreckung oder doch Vorbereitung eines Angriffs? Militärexperten sehen in der verstärkten Präsenz vor allem ein Signal der Abschreckung, nicht nur gegen Kuba selbst, sondern auch seine Verbündeten in der Region. So fanden die Aufklärungsflüge vor allem auf der Südseite Kubas statt – vermutlich, um mögliche Öllieferungen aus Venezuela zu verhindern. Seit Ende Januar 2026 blockieren die USA weitgehend Ölimporte nach Kuba. Der Nachschub auf die Insel ist nahezu vollständig zum Erliegen gekommen, infolgedessen verschärfte sich die humanitäre Krise auf Kuba. Der frühere Pentagon-Mitarbeiter Mark Cancian sagte "Politico", der Flugzeugträger "USS Nimitz" diene wahrscheinlich in erster Linie der Einschüchterung. Das Schiff könne aber auch Teil einer Militäraktion werden. Das Fachportal "The War Zone" weist darauf hin, dass die "USS Nimitz" offiziell im Rahmen der Übung "Southern Seas" eingesetzt werde. Zudem sei der Flugzeugträgerverband nicht vollständig: Einerseits befinde sich kein vollständiges Trägergeschwader mit neun Flugzeugstaffeln an Bord der "Nimitz", andererseits begleite den Träger nur der Zerstörer "USS Gridley" als Geleitschutz. Dies sei "nicht die kampffähige Streitmacht, die man erwarten würde, wenn größere Kampfeinsätze unmittelbar bevorstünden". Nächste Intervention in Kuba? "Das möchte die Trump-Regierung ganz sicher nicht" "Es war noch nie so extrem": Trumps Entscheidung lässt deutsche Kleinstadt zittern Trump-Regierung erwägt wohl mehrere Optionen Dem "Politico"-Bericht zufolge reichen die möglichen Szenarien von gezielten Luftschlägen bis zu einer Festnahme der kubanischen Führung. Als Vorbild wird die Festsetzung des früheren venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro genannt: Die USA hatten ihn Anfang des Jahres aus der venezolanischen Hauptstadt Caracas entführt und später in New York vor Gericht gestellt. In Havanna könnte der 94-jährige ehemalige Präsident Raúl Castro im Visier der Trump-Regierung stehen. In der vergangenen Woche hatte das US-Justizministerium den jüngeren Bruder des bereits verstorbenen Revolutionärs Fidel Castro wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung am Abschuss von zwei unbewaffneten US-Zivilflugzeugen im Jahr 1996 angeklagt. Für eine großangelegte Bodenoffensive wären laut Experten allerdings deutlich mehr Soldaten nötig. Derzeit verfügt das Pentagon vor allem über Kapazitäten für Luftangriffe und maritime Operationen. Vor dem Angriff auf Venezuela gestaltete sich die Situation ähnlich. Damals reichten gezielte Luftangriffe sowie der Einsatz von US-Spezialeinheiten jedoch aus, um binnen weniger Stunden Maduro außer Landes zu bringen. Eine Reaktion des venezolanischen Militärs blieb weitgehend aus. "USS Nimitz" ist schon älter als 50 Jahre Für Probleme innerhalb der US-Streitkräfte sorgt hingegen offenbar die lange Einsatzdauer der Schiffe, die in der Karibik stationiert sind. Dies setzt der Trump-Regierung einen engen Zeitrahmen, um über einen möglichen Angriff auf Kuba zu entscheiden. Mehrere Kriegsschiffe befinden sich bereits seit fast zehn Monaten im Einsatz und damit deutlich länger als die üblichen rund sechs Monate. Verteidigungsbeamte warnten laut "Politico" vor einer Überlastung der Besatzungen und zusätzlichen Belastungen für die Marine. Hinzu kommt das Alter der "USS Nimitz". Der Flugzeugträger lief bereits 1972 vom Stapel und wurde 1975 in Dienst gestellt. Im kommenden Jahr ist nach mehr als 50 Jahren die Außerdienststellung des Kriegsschiffs geplant. Der Einsatz vor Kuba könnte also die letzte Mission des nukleargetriebenen Flugzeugträgers sein. Die US-Regierung äußerte sich offiziell nicht zu den Berichten. Das Weiße Haus verwies Anfragen an das Pentagon. Die US-Marine lehnte eine Stellungnahme zu aktuellen Truppenbewegungen ab.