China in Reichweite: US-Militär übt erstmals bei Manövern auf Philippinen Tomahawk-Einsatz
Jedes Jahr veranstalten die USA und die Philippinen eine gemeinsame Militärübung mit dem Codenamen „Balikatan“, was auf Filipino so viel wie „Schulter an Schulter“ bedeutet. Diesmal haben die Manöver in dem südostasiatischen Inselstaat eine neue Ebene erreicht: Erstmals wurde im Rahmen der Übung ein Tomahawk-Marschflugkörper abgefeuert. Der Start erfolgte am Dienstag von einer mobilen Abschussrampe des Typs Typhon.
Nach Angaben des US-Medienunternehmens Bloomberg war der erste Start der Hochpräzisionswaffe, seitdem die US-Streitkräfte vor etwa zwei Jahren diese Raketenstartrampen auf den Philippinen stationiert hatten. Zuvor vermieden die beiden Länder, diese Waffensysteme bei ihren Manövern zum Einsatz zu bringen, indem lediglich die Verlegung der Abschussrampen auf dem unebenen Gelände des Inselstaates trainiert wurde.
Das Typhon-System ist sowohl mit der SM-6-Rakete als auch mit dem Tomahawk-Marschflugkörper kompatibel. Dementsprechend kann seine Reichweite 500 oder 2.000 Kilometer betragen. Im letzten Herbst können gegnerische Ziele im gesamten Südchinesischen Meer, auf der Insel Taiwan und sogar in Festlandchina erreicht werden. Daher ist es kein Wunder, dass die Regierung in Peking gegen die Stationierung der Abschussrampen auf den Philippinen heftig protestiert. China sieht darin eine Destabilisierung der regionalen Sicherheit und fordert die Regierung in Manila auf, auf die Typhon-Systeme zu verzichten.
Außer auf den Philippinen haben die USA diese Systeme auch nach Australien geschickt, wo die Armeen der beiden Länder im vergangenen Jahr bei einer gemeinsamen Übung mit Hilfe der mobilen Startrampe eine SM-6-Raketen abfeuerten. Später verlegte das US-Militär das System nach Japan, um es dort bei den kommenden gemeinsamen Manövern einzusetzen.
Im Südchinesischen Meer verschärfen sich seit einigen Jahren Territorialkonflikte zwischen den Anrainerstaaten. China, Taiwan, die Philippinen, Malaysia, Brunei, Indonesien und Vietnam beanspruchen teilweise dieselben Seegebiete und Inseln. Im Mittelpunkt der Streitigkeiten stehen Rohstoffvorkommen und reiche Fischgründe. Durch das Südchinesische Meer verläuft auch eine wichtige globale Transportroute mit einem Umsatz von Milliarden US-Dollar.
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