Die Energieagentur fürchtet um die Versorgung mit Flugbenzin, Katherina Reiche gibt Entwarnung. Pete Hegseth droht dem Iran. Alle Entwicklungen im Newsblog. Donnerstag, 16. April Hegseth droht Iran: "Trefft eine weise Entscheidung" Knapp eine Woche vor dem Ablauf der Waffenruhe zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran hat US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Führung im Teheran zur Zustimmung zu einem Abkommen aufgerufen. Während das iranische Militär nach den jüngsten Kämpfen schwer getroffen sei, könnten die US-Streitkräfte die Angriffe sofort wieder aufnehmen, sollte es nicht zu einer Einigung kommen, sagte er. "Wir fordern die neue Regierung auf: Trefft eine weise Entscheidung." Die US-Marine werde die Blockade der Straße von Hormus aufrechterhalten, solange es nötig sei, kündigte Hegseth an. In den ersten 72 Stunden der Sperrung machten nach Angaben des zuständigen Regionalkommandos Centcom 14 Schiffe auf Anweisung der US-Streitkräfte kehrt. Mit der Blockade soll sichergestellt werden, dass keine Schiffe die iranischen Häfen erreichen oder aus ihnen auslaufen. Sollte es zu keiner Einigung über das iranische Nuklearprogramm kommen, werde das US-Militär die Infrastruktur und die Energieversorgung des Landes angreifen, drohte Hegseth. "Das Kriegsministerium wird sicherstellen, dass der Iran niemals über Atomwaffen verfügt." Trump: Israel und Libanon einigen sich auf Waffenruhe Israel und der Libanon haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf eine zehntägige Feuerpause verständigt. Diese solle noch am Donnerstag beginnen, teilte Trump in seinem Online-Netzwerk Truth Social mit. Reiche sieht keinen Kerosinmangel in Deutschland Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sieht keine Gefahr eines Kerosinmangels. Der Chef der Internationalen Energieagentur habe darauf aufmerksam gemacht, dass es in asiatischen Märkten Knappheiten gebe, sagte die CDU-Politikerin in Berlin . "Hier haben wir in Deutschland keinen Mangel an Kerosin", betonte Reiche. Auch bei der Freigabe der Ölreserve habe man Teilmengen an Kerosin freigegeben, die aber nicht in übermäßigem Maße nachgefragt worden seien. "Kerosin wird übrigens auch in deutschen Raffinerien produziert", betonte sie. Deutschland sei nicht nur von Importen von Kerosin abhängig. So soll sich Deutschland an Hormus-Mission beteiligen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will bei den Beratungen über eine Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen am Freitag in Paris ein konkretes Angebot für eine deutsche Beteiligung machen. So soll die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Aufklärungsflugzeuge bereitstellen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Die Börse setzt auf ein schnelles Ende Die US-Börsen steigen, obwohl der Krieg mit dem Iran keineswegs vorbei ist. Das wirkt widersprüchlich – folgt an den Märkten aber einer eigenen Logik. Mehr dazu lesen Sie hier . Libanon: Israels Armee zerstört letzte Brücke im Süden Israels Armee hat nach offiziellen Angaben im Libanon die letzte Brücke zerstört, die den Süden mit dem Rest des Landes verbindet. Israelische Kampfflugzeuge hätten die Kasmijeh-Brücke komplett zerstört, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Damit werde das Gebiet südlich des Litani-Flusses vom Rest des Landes abgeschnitten und die Region faktisch isoliert. Die Brücke wurde schon bei vorigen Angriffen beschädigt, jetzt wurde auch der letzte noch stehende Teil zerstört. US-Blockade treibt Ölpreise nach oben Im Iran herrscht eine Feuerpause. Aber der Ölpreis bleibt hoch. Fachleute machen Donald Trump und die US-Blockade der Straße von Hormus mitverantwortlich. Mehr dazu lesen Sie hier . Energieagentur: Flugbenzin reicht nur noch wenige Wochen Die Internationale Energieagentur (IEA) hat angesichts der Blockade der Straße von Hormus vor drastischen Engpässen bei der Versorgung mit dem Flugzeugtreibstoff Kerosin gewarnt. "Vielleicht sechs Wochen oder so", sagte IEA-Chef Fatih Birol am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press (AP). Er rechne "in Bälde" mit ersten Flugausfällen. Über die Straße von Hormus vor der Küste des Iran wird ein Großteil des weltweiten Öl- und Gashandels abgewickelt. Trotz der Waffenruhe im Krieg in Iran ruht der Schiffsverkehr aber weitgehend. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte deshalb schon vor drastischen Folgen für die Weltwirtschaft gewarnt. Birol sprach von der "schlimmsten Energiekrise der Geschichte" und warnte: "Wir sind in einer verzweifelten Lage, und das wird gravierende Folgen für die Weltwirtschaft haben." Die EU bereitet derzeit einen Notfallplan für die Kerosinversorgung vor. Auch, um Flugausfälle in der Sommerferien-Saison zu vermeiden. Die Fluglinien stellen sich ebenfalls um. Grazia Vittadini, die für Beschaffung zuständige Lufthansa-Managerin, sagte der Nachrichtenagentur Reuters: "Unsere Kerosin-Lieferanten ändern ihre Prognosezeiträume und sind nicht mehr bereit, einen Ausblick über einen Zeitraum von mehr als einem Monat zu geben." Libanon fordert Waffenruhe vor Gesprächen mit Israel Der libanesische Staatspräsident Joseph Aoun hat erstmals Vorbedingungen für direkte Verhandlungen mit Israel genannt. "Der von Libanon geforderte Waffenstillstand mit Israel ist die natürliche Vorstufe zu direkten Verhandlungen zwischen den beiden Ländern", erklärte Aoun am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Israel hatte zuvor ein direktes Treffen zwischen dem israelischen Premier Benjamin Netanjahu und Aoun angekündigt. Das libanesische Präsidialamt ließ aber zunächst offen, ob es zu einer Zusammenkunft zwischen beiden Politikern kommt. Israel spricht von Treffen Netanjahus mit Libanons Staatschef Aoun Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird nach Angaben eines Mitglieds seines Sicherheitskabinetts mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun sprechen. Diese Ankündigung macht die Ministerin für Wissenschaft und Technologie, Gila Gamliel, im Armeeradio. Ein Vertreter des Libanon erklärte der Agentur Reuters jedoch, dass die libanesische Regierung keine Informationen über einen bevorstehenden Kontakt habe. Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump von direkten Verhandlungen gesprochen. Israel hatte parallel zu den Angriffen auf den Iran eine Offensive gegen die radikalislamische Hamas im Libanon gestartet. Die USA drängen im Zuge der Beratungen mit dem Iran über ein Ende des Kriegs auch auf einen Schluss der Offensive im Libanon. Iran: Fortschritte bei Gesprächen mit den USA Der Iran und die USA verzeichnen bei ihren Bemühungen um ein Abkommen zur Beendigung des Konflikts einem hochrangigen iranischen Vertreter zufolge gewisse Fortschritte. Nach mehr als der Hälfte einer zweiwöchigen Waffenruhe gebe es jedoch weiterhin große Meinungsverschiedenheiten, unter anderem über die nuklearen Ambitionen Teherans, sagt der Insider. Ein Besuch des pakistanischen Armeechefs, Feldmarschall Asim Munir, in Teheran habe dazu beigetragen, die Differenzen in einigen Punkten zu verringern. Dies nähre die Hoffnung auf eine Verlängerung der Feuerpause und neue Gespräche zwischen Teheran und Washington . Trump überrascht mit Ankündigung von Spitzentreffen Israel und der Libanon werden nach Angaben von US-Präsident Donald Trump heute auf höchster Ebene sprechen. Die "Anführer" der beiden Länder hätten seit Langem nicht mehr miteinander gesprochen, bestimmt 34 Jahre, schrieb der Republikaner am Mittwochabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social und fügte hinzu: "Morgen (Donnerstag) wird es passieren. Fein!" Hintergrund ist der andauernde Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Wen genau Trump mit den Anführern beider Länder meint, geht aus seinem Post nicht hervor. Libanons Ministerpräsident ist Nawaf Salam, sein israelischer Kollege ist Benjamin Netanjahu. Die Präsidenten beider Länder heißen Joseph Aoun und Izchak Herzog. Es gehe darum, zu versuchen, "etwas Luft zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen", schrieb Trump. Vertreter beider Staaten waren bereits am Dienstagabend in Washington erstmals seit Jahrzehnten zu direkten Gesprächen auf politischer Ebene zusammengekommen. Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es am Morgen, man habe von dem geplanten Gespräch selbst erst aus den Medien erfahren. Medien berichteten von einem möglichen Telefongespräch. Eine offizielle Bestätigung der Regierung gab es zunächst nicht. Bundesregierung genehmigte Rüstungsexporte nach Israel Die Bundesregierung hat auch in den ersten Wochen des Iran-Kriegs Rüstungsexporte nach Israel genehmigt – allerdings in verhältnismäßig geringem Umfang. Vom 28. Februar, dem Tag des Angriffs israelischer und US-amerikanischer Streitkräfte auf den Iran, bis zum 27. März gab die schwarz-rote Regierung ihre Zustimmung für Ausfuhren im Wert von 6,6 Millionen Euro, wie aus Antworten des Bundeswirtschaftsministeriums auf mehrere Anfragen des Linken-Abgeordneten Ulrich Thoden hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Zum Vergleich: In den ersten gut vier Monaten nach der Aufhebung der wegen des Gaza-Kriegs von der Bundesregierung zwischenzeitlich gegen Israel verhängten Exportbeschränkungen am 24. November 2025 wurden Rüstungslieferungen im Gesamtwert von 166,95 Millionen Euro genehmigt. Darunter waren allerdings keine Kriegswaffen wie Panzer, Artillerie oder Ähnliches, sondern nur "sonstige Rüstungsgüter". Die Rüstungsexporte nach Israel waren zuletzt ein extrem heikles Thema für die Bundesregierung. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verstärkte die damalige Ampel-Regierung sie zunächst, um Solidarität zu zeigen. Wegen zunehmender Verärgerung über die israelische Kriegsführung in Gaza ordnete Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am 8. August 2025 dann an, dass vorerst keine Ausfuhren von Rüstungsgütern nach Israel mehr genehmigt werden, die im Gaza-Krieg verwendet werden können. In Israel, aber auch bei CDU und CSU , löste das Teil-Embargo viel Ärger aus. Nach dreieinhalb Monaten hob die Regierung die Beschränkungen nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas wieder auf. Aber selbst in der Zeit des Teil-Embargos wurden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums Exportgenehmigungen im Wert von 10,44 Millionen Euro erteilt. Analysten: Iran kann Öl-Blockade zwei Monate aushalten Der Iran kann nach Einschätzung von Analysten einen vollständigen Stopp seiner Ölexporte für bis zu zwei Monate verkraften, bevor das Land gezwungen wäre, die Produktion zu drosseln. Hintergrund ist, dass die USA nach eigenen Angaben seit dem 13. April den Schiffsverkehr von und zu den iranischen Häfen blockieren. Die Blockade könnte verhindern, dass rund zwei Millionen Barrel Rohöl pro Tag aus dem Iran seinen wichtigsten Abnehmer China erreichen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Ein möglicher Produktionsstopp im Iran würde zu den bereits durch den regionalen Krieg unterbrochenen Liefermengen von mehr als 12 Millionen Barrel pro Tag hinzukommen. Das würde die Märkte weiter verknappen und die Ölpreise zusätzlich in die Höhe treiben. China fordert Öffnung der Straße von Hormus Der chinesische Außenminister Wang Yi hat den Iran aufgefordert, die normale Schifffahrt in der Straße von Hormus wiederherzustellen. Wang habe am Mittwoch mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araghtschi telefoniert, teilte das chinesische Außenministerium mit. Zwar müssten die Souveränität und die Sicherheit des Iran in der Meerenge respektiert werden, sagte Wang demnach. Jedoch müsse auch die Freiheit und Sicherheit der Schifffahrt auf dem Wasserweg gewährleistet sein. Zurzeit öffne sich ein kritisches Fenster für den Frieden. China unterstütze die Einhaltung des Waffenstillstands und die Fortführung der Verhandlungen. Dies sei im Interesse des Iran, der Region und der Welt. China sei bereit, sich weiter für eine Entspannung der Situation und eine Verbesserung der Beziehungen zwischen den Ländern der Region einzusetzen. USA: China wird Ölkauf aus dem Iran einstellen Die USA zeigen sich zuversichtlich, dass China seine Käufe iranischen Öls nach der US-Blockade des Schiffsverkehrs von und zu iranischen Häfen einstellen wird. "Wir haben allen Ländern gesagt, dass wir nun bereit sind, sekundäre Sanktionen zu verhängen, wenn sie iranisches Öl kaufen oder wenn iranisches Geld auf ihren Banken liegt", sagt US-Finanzminister Scott Bessent vor Reportern im Weißen Haus. "Wir gehen davon aus, dass es durch diese Blockade (...) eine Pause bei den chinesischen Käufen geben wird." Das US-Finanzministerium habe zwei chinesische Banken direkt angeschrieben. Iran droht mit Angriffen auf US-Schiffe Der Militärberater des obersten Führers des Iran, Modschtaba Chamenei, Mohsen Resai, hat mit Angriffen auf US-Schiffe in der Straße von Hormus gedroht. US-Präsident Donald Trump wolle sein Land zur "Polizei der Straße von Hormus" machen, sagte Resai am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen. "Ist das die Aufgabe einer mächtigen Armee wie der der USA?" "Ihre Schiffe werden von unseren ersten Raketen versenkt werden und stellen eine große Gefahr für das US-Militär dar", sagte Resai. "Sie können definitiv unseren Raketen ausgesetzt werden, und wir können sie zerstören." Ältere Nachrichten zum Krieg in Nahost lesen Sie hier .