Wandern, Wein und Homeoffice: Wo die Tourismusbranche Potenzial in Rheinland-Pfalz sieht
Konkrete Tipps für eine Wanderung per Chatbot - und Homeoffice aus der Pfalz statt von Bali. Worin die Tourismusbranche in Rheinland-Pfalz Zukunftspotenzial sieht.
Die Tourismusbranche in Rheinland-Pfalz rechnet nach einem erfolgreichen 2025 und einem guten Ostergeschäft mit einem starken Jahr - trotz steigender Kosten und Fachkräftemangels. "Der Zufall schreibt die besten Geschichten" lautet der Titel der Kampagne der Tourismus GmbH für das laufende Jahr. "Denn oft sind es gerade die kleinen unerwarteten Wendungen, die ein Reiseerlebnis besonders machen", sagte Geschäftsführer Stefan Zindler in Mainz. Ein Überblick:
Gute Ausgangslage
"2025 war das beste Tourismusjahr in Rheinland-Pfalz seit dem Spitzen- und Vor-Corona-Jahr 2019", sagte die scheidende Wirtschaftsministerin Daniela Schmitt (FDP). Die Investitionen in Marketing, Qualität, Innovation und Digitalisierung zahlten sich aus. Rund 33 Millionen Euro waren im Doppelhaushalt 2025/26 für Tourismus eingeplant.
Rund 8,9 Millionen Gäste kamen dem Statistischen Landesamt zufolge 2025 nach Rheinland-Pfalz. Das waren 2,1 Prozent mehr als 2024. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 1,2 Prozent auf 22,6 Millionen. Mehr als vier Fünftel der Gäste kamen aus dem Inland.
"Die Osterferien in diesem Jahr, die traditionell als Saisonauftakt gelten, sind in unseren touristischen Regionen sehr gut verlaufen und mit Blick auf die aktuelle Buchungslage schauen wir sehr zuversichtlich auf das übrige Tourismusjahr 2026", sagte der Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH, Wolfgang Reh, ohne Zahlen zu nennen. Die Reiseentscheidung für einen Urlaub in Rheinland-Pfalz fällt nach Erkenntnissen der Branche vor allem im ersten Quartal.
Entschleunigung in der Natur
Rheinland-Pfalz verfüge über das perfekte Angebot auf die wachsende Nachfrage nach Entschleunigung in der Natur, sagte Ministerin Schmitt. Naturnahe Aktivitäten wie Wandern oder Radfahren seien weiterhin die beliebtesten Urlaubsaktivitäten im Bundesland. "Bei uns gibt es Ruhe, Natur, frische Luft und die nötige Portion Kultur gepaart mit hervorragenden Weinen und regionalen Spezialitäten", meinte Schmitt. Wellness spiele auch eine größere Rolle.
Arbeit und Erholung: "Es muss nicht immer Bali sein"
Dies komme auch denen zugute, die Arbeit/Homeoffice und Freizeit/Urlaub verbinden wollten. "Es muss nicht immer Bali sein, auch Rheinland-Pfalz besitzt tolle Orte, um Arbeiten und Erholung zu verbinden", sagte die Ministerin.
Chatbot mit fundierten Tipps
KI gehöre inzwischen zum Fundament des Tourismusmanagements, betonte Zindler. "Künstliche Intelligenz hilft dabei, unseren digitalen touristischen Wissensschatz stetig weiter in Wert zu setzen." Der Tourenplaner Rheinland-Pfalz erhalte im Mai einen neuen mehrsprachigen Chatbot, der auch fundierte Einschätzungen abgebe, etwa ob eine Tour für Familien oder nur geübte Wanderer geeignet sei und wie sich die aktuellen Wetterbedingungen auswirkten.
Städtereisen
Die Städte seien für viele Besucher ein Eingangsportal zum ländlichen Raum mit Weinbergen, Rad- und Wanderwegen, sagte der Geschäftsführer der Trier Tourismus und Marketing GmbH, Yannick Jaeckert. Geschätzt würden die kurzen Wege zwischen Stadt und Umland.
Wachstumsfelder
Geschäftstourismus, Tagungen/Veranstaltungen/Messen sowie die Ansprache jüngerer Menschen sollen ausgebaut werden. Darin sieht die Branche Wachstumsfelder.