Entlastungspaket: IWH-Vize kritisiert Entlastungspaket: "zum Kopfschütteln"
Entlastung nur für wenige? Warum laut IWH-Vizepräsident Holtemöller die geplanten Prämien und Steuersenkungen nicht allen helfen.
Der Vizepräsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hält die Entlastungspaket-Pläne der Bundesregierung für wenig effektiv. "Sie sind aus meiner Sicht nicht zielführend. Jetzt wird mit der Gießkanne entlastet, und das ist unter dem Strich sehr teuer und führt zu großen Mitnahmeeffekten", sagte IWH-Vize Oliver Holtemöller dem MDR.
"Insgesamt keine Verbesserung"
Die schwarz-rote Koalition im Bund hatte unter anderem angekündigt, die Energiesteuer bei Diesel und Benzin für zwei Monate um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter zu senken. "Wir verbessern dadurch die Situation zwar für einige Menschen, die dann an der Zapfsäule etwas weniger bezahlen müssen, aber insgesamt für das Land bringt das natürlich keine Verbesserung", bemängelte Holtemöller.
Zudem soll es Arbeitgebern ermöglicht werden, Beschäftigten eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie in Höhe von 1.000 Euro zu zahlen. Auch dieses Vorhaben ist nach Holtemöllers Einschätzung wenig durchdacht: "Und auch hier sind die Verteilungswirkungen ungerecht, denn es werden vor allen Dingen Menschen in Unternehmen profitieren, die gut dastehen, die sich diese Prämie leisten können, die das auszahlen können."
"Man kann nur den Kopf schütteln"
In besonders von der Krise betroffenen Unternehmen sei kein Finanzpolster da, um diese Extraprämie an Beschäftigte auszuzahlen. "Also, hier kann man eigentlich auch nur den Kopf schütteln."