Nußlocher Lindenschule: Perspektiven für Jugendliche schaffen
Nußloch. (axe) Bei Problemen, welche die Hilfe eines Sozialarbeiters erfordern, ist jetzt auch an der Lindenschule für fachkräftige Unterstützung gesorgt: In nicht-öffentlicher Sitzung hat der Gemeinderat beschlossen, eine halbe Stelle für die Schulsozialarbeit - zunächst nur für das laufende Schuljahr - einzurichten. Das wurde in der jüngsten Zusammenkunft der Bürgervertreter bekannt. Um die Sozialarbeit kümmert sich der Internationale Bund (IB) aus Heidelberg, der bereits in dieser Eigenschaft an der Schillerschule tätig ist. Warum die Entscheidung unter Ausschluss der Öffentlichkeit fiel, ist unklar.
Im Spätsommer schon hatte sich gezeigt, dass sich Nußlochs Gemeinderäte eine Ausweitung der Schulsozialarbeit gut vorstellen konnten. Zumal ein Probelauf von vier, fünf Wochen an der Lindenschule in dieselbe Richtung wies. Yvonne Lockheimer vom IB, die sich um die Schillerschüler kümmert, hatte dabei die "gleichen Problemlagen" wie an der weiterführenden Schule ausgemacht.
Diese beginnen den Ausführungen der Sozialarbeiterin zufolge in der Primarstufe mit mangelnder Impulskontrolle, Konzentrationsfähigkeit und der Kompetenz, Regeln zu verinnerlichen und einzuhalten, sowie mangelndem Sozial- und ausgeprägtem ichbezogenem Verhalten. Die Auswirkungen: Stören des Unterrichts und Aggressionen. Neben der Integration von Kindern in den Klassenverband hat es die Sozialarbeiterin daher oft mit Streitschlichtung und Krisenintervention zu tun; dazu werden Gruppenangebote gemacht, um das Sozialverhalten zu trainieren.
Yvonne Lockheimer betreute regelmäßig im Schnitt 28 Kinder in der Primarstufe, in der Sekundarstufe waren es 21, so der IB-Bericht. Von finanziellen Aspekten über die Begleitung bei Schulwechseln bis zur Vorbereitung des Übergangs in den Beruf reicht hier das Aufgabenspektrum, außerdem gibt es Gruppenangebote zum Selbstmanagement. Zu kämpfen haben die Heranwachsenden mit fehlender Orientierung und Zukunftsperspektive, mit schulischen, sogar strafrechtlichen und familiären Problemen. Wobei nicht bei allen Eltern die Bereitschaft zur Mitarbeit gegeben ist, wie sich dem Schulsozialarbeitsreport entnehmen lässt.
Und um das an dieser Stelle nicht zu vergessen: Was die Sozialarbeiterin in der Schule nicht auffangen kann, versucht ihr Kollege Felix Grebesich im und mit dem Jugendzentrum "Lounge226". Längst ist das Zentrum in den wenigen Jahren seines Bestehens zu einer festen Größe geworden, auch und gerade wegen der vielen jugendgerechten und abwechslungsreichen Offerten, die sich Grebesich immer wieder ausdenkt.