Feiertag mit Verboten: Warum darf an Allerheiligen mancherorts nicht getanzt werden?
Für viele gehören Friedhofsbesuche zu Allerheiligen. Der katholische Feiertag bringt zudem Einschränkungen mit sich. In fünf Bundesländern gilt sogar ein Tanzverbot.
Im christlichen Kirchenjahr gilt der November als „Totenmonat“. Eingeläutet wird er mit Allerheiligen am 1. November. In einigen Bundesländern ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag. Doch was wird an Allerheiligen gefeiert und welche Regeln gelten an dem stillen Feiertag?
Was wird an Allerheiligen gefeiert?
Allerheiligen ist in der katholischen Kirche der „Gedenktag aller Heiligen“ und wird jedes Jahr am 1. November begangen. Zu den Heiligen zählen nicht nur Menschen, die offiziell von der Kirche heiliggesprochen wurden, sondern auch jene, die nach christlichem Glauben ein heiliges Leben geführt haben, ohne dass ihre Namen bekannt sind.
Der Tag hat seine Wurzeln in den ersten Jahrhunderten des Christentums. Bereits im 4. Jahrhundert ist ein Gedenktag für alle Heiligen belegt, der damals am Sonntag nach Pfingsten gefeiert wurde. Mit der Zeit gab es immer mehr Heilige und Märtyrer, sodass nicht mehr jedem Einzelnen ein eigener Gedenktag gewidmet werden konnte. Deshalb führte die Kirche ein gemeinsames Fest zu Ehren aller Heiligen ein. Im Jahr 835 legte schließlich Papst Gregor IV. den 1. November als verbindlichen Termin für Allerheiligen fest. Seitdem wird das Fest an diesem Datum begangen.
Wo ist Allerheiligen ein Feiertag?
In fünf Bundesländern ist Allerheiligen nicht nur ein Gedenktag, sondern wird auch als gesetzlicher Feiertag anerkannt:
- Baden-Württemberg
- Bayern
- Nordrhein-Westfalen
- Rheinland-Pfalz
- Saarland
Allerheiligen ist ein sogenannter „stiller Feiertag“ – mit gewissen Regeln: In den genannten Bundesländern bleiben an diesem Tag nicht nur die Geschäfte geschlossen, sondern es gilt mitunter auch ein Tanzverbot. Dieses untersagt für einen bestimmten Zeitraum öffentliche Tanzveranstaltungen, etwa in Clubs und Diskotheken. Auch wenn eine Gaststätte geöffnet bleiben darf, ist Tanzen dort während des Verbots nicht erlaubt. Die genauen Zeiten und weitere Einschränkungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Häufig sind auch Sportveranstaltungen sowie die öffentliche Aufführung bestimmter Filme an dem Tag untersagt.
In den übrigen Bundesländern ist der 1. November ein regulärer Arbeitstag. Dort gilt Allerheiligen nicht als gesetzlicher Feiertag.
Wie begeht man Allerheiligen?
An Allerheiligen stehen traditionell Gottesdienste und Friedhofsbesuche auf dem Programm, wobei die Gräber der Angehörigen mit Blumen und Gestecken geschmückt und Grablichter entzündet werden. Vor allem in katholisch geprägten Regionen gehören Gräberumgänge und Gräbersegnungen zu dem Feiertag.
Allerheiligen ist von Allerseelen am 2. November zu unterscheiden. Während an Allerheiligen aller Heiligen gedacht wird, steht an Allerseelen das Gedenken an die Verstorbenen im Mittelpunkt. Im Laufe der Zeit haben sich die Traditionen der beiden Tage miteinander verbunden.