Tarifverhandlungen: Tarifstreit bei Stadtbussen: Madsen mahnt Augenmaß an
Mehr als 1.800 Busfahrer streiken erneut – Pendler müssen sich auf massive Ausfälle einstellen. Wo die Stadtbusse am Montag ausfallen.
Vor dem erneuten Warnstreik der Busfahrerinnen und Busfahrer in Kiel, Lübeck, Neumünster und Flensburg hat Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen das Streikrecht als hohes Gut bezeichnet. „Ich hoffe aber, dass die Tarifparteien in der Auseinandersetzung des öffentlichen Nahverkehrs Augenmaß wahren“, sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Der Frust der Pendlerinnen und Pendler sei ohnehin schon groß. Er appellierte an beide Tarifpartner, den Konflikt möglichst rasch zu beenden.
Noch vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde am Dienstag hatte die Gewerkschaft Verdi die rund 1.800 Beschäftigten zu einem weiteren Warnstreik aufgerufen. Dieses Mal sollen die Stadtbusse in den vier kreisfreien Städten am Montag mit dem jeweiligen Betriebsbeginn in den Depots bleiben. Der Warnstreik soll bis Betriebsende andauern.
Wieder Ausfälle
Erst in der vergangenen Woche gab es einen zweitägigen Warnstreik, nachdem es in der zweiten Verhandlungsrunde keine Einigung gegeben hatte. Betroffen von dem Streik am Montag sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster.
Für den Tarifbereich fordert die Gewerkschaft nach eigenen Angaben eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder will Verdi eine Vorteilsregelung in Höhe von 650 Euro jährlich. Der kommunale Arbeitgeberverband hat eine Erhöhung um 4,4 Prozent für 24 Monate angeboten. Die Tarifverhandlungen sollen am Dienstag in Kiel fortgesetzt werden.