Wiesloch: Nächster Bauabschnitt der Äußeren Helde verzögert sich bis 2022
Wiesloch. (hds) Der Baubeginn für den zweiten Bauabschnitt der "Äußeren Helde" wird sich weiter verzögern. Dies ergab der Sachstandsbericht, den Vertreter der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH, die das gesamte Projekt steuert, in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats präsentierten.
So geht man davon aus, dass erst Ende des ersten Quartals 2022 der Startschuss für die baulichen Aktivitäten der künftigen Eigentümer fallen kann. Der jetzt vorgestellte "Idealzeitplan" beinhaltet noch zahlreiche Untersuchungen, die den eigentlichen Baubeginn um ein weiteres Jahr - gegenüber den Prognosen vor einigen Monaten - nach hinten verschieben.
So ist beispielsweise erst im Herbst 2019 mit dem Abschluss des Umweltberichts zu rechnen, das Verkehrsgutachten muss den tatsächlichen Gegebenheiten angepasst und daher aktualisiert werden und somit wird die Offenlegung des Bebauungsplanentwurfes erst Ende dieses Jahres erfolgen können. Der Abschluss des Bebauungsplanverfahrens ist für Mitte 2020 vorgesehen.
Derzeit laufen noch die artenschutzrechtlichen Untersuchungen sowie die Abstimmung mit den Dienstleistern, die für die Versorgung der Grundstücke in Frage kommen. Erst dann kann die eigentliche Vermessung der Baugrundstücke beginnen. Und Ende 2020 könnte dann schließlich damit begonnen werden, die Grundstücke zu vermarkten.
Bereits im März hatten viele Mitglieder des Gemeinderats in der damaligen Sitzung die Zeitverzögerung kritisiert. Im Mittelpunkt der Kritik: die aufgelaufene Schuldenlast, die derzeit bei fast zwölf Millionen Euro liegt. Auch jetzt gab es Unverständnis. "Keine erfreuliche Nachricht", so Stefan Seewöster, der Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft Wählergemeinschaft Frauenweiler und Altwieslocher Liste.
Von der Verwaltung sei zugesichert worden, dass mit Wüstenrot "alles schneller" gehen würde, dies habe sich jedoch nicht bewahrheitet. "Wir müssen über einen realistischen Zeitraum sprechen, die Qualität geht vor Zeit", entgegnete Oberbürgermeister Dirk Elkemann. Von den Wüstenrot-Vertretern war auf die hohe Auslastung der beteiligten Planungsbüros und die intensive Vorbereitung der anstehende Offenlegung verwiesen worden.
Sollten sich die Vorbereitungen in dem jetzt vorgestellten Zeitfenster bewegen, wolle man, so Wüstenrot, die Bauplatzvermarktung über ein Online-Portal realisieren. Dies gewährleiste ein Höchstmaß an Transparenz, reduziere den Personaleinsatz und damit die Kosten. Zudem könnten sich Interessenten 24 Stunden und sieben Tage in der Woche dort eintragen. Entsprechende Gespräche mit einem Anbieter eines solchen Vermarktungsportals würden derzeit geführt. Was den Zeitplan anging, wurde allerdings auch eingeräumt, dass man die derzeitige und sicher noch anhaltende hohe Auslastung des Bauhandwerks nicht aus den Augen verlieren dürfe.
Der zweite Bauabschnitt umfasst 41 Grundstücke, die ringförmig angeordnet werden und in einer Größe von etwa 520 bis etwas mehr als 1200 Quadratmeter zum Verkauf angeboten werden. Zum Bau vorgesehen sind freistehende Einfamilienhäuser mit maximal zwei Geschossen und einem begrünten Flachdach. Im mittleren Bereich wird eine Streuobstwiese mit entsprechendem Baumbestand das Zentrum des Areals bilden. Die Verkehrsanbindung ist über den Apfelweg vorgesehen. Da dort drei öffentliche Parkplätze entfallen, werden sechs neue Stellmöglichkeiten geschaffen. In der ringförmigen Straße im neuen Bauabschnitt besteht später die Möglichkeit, an 32 Stellen im sogenannten "öffentlichen Bereich" Fahrzeuge abzustellen, für die Hauseigentümer sind Garagen auf den jeweiligen Grundstücken vorgesehen. Die Straße wird mit einer Baumbepflanzung, die in den einzelnen Vorgärten vorgesehen ist, aufgewertet. Für Fußgänger ist eine Verbindung zum Apfelweg sowie zu den bereits vorhandenem Wegen im südlichen und östlichen Teil vorgesehen.