CDU-Antrag: So will Dossenheim gegen die Einwegbecher kämpfen
Dossenheim. (dw) "Die Deutschen nutzen für Heißgetränke jährlich 2,8 Milliarden Einwegbecher", zitierte Matthias Harbarth (CDU) aus einer gerade veröffentlichten Studie des Bundesamts für Umweltschutz. Das seien rund 320.000 Becher in der Stunde, rechnete er vor. "Das sind Zahlen, die uns vom Hocker hauen."
Die CDU-Fraktion will gegen die Müllerzeugung und die Ressourcenverschwendung lokal vorgehen und stellte den Antrag, ein System für Mehrwegbecher einzuführen. Der Gemeinderat beauftragte jetzt die Verwaltung einstimmig damit, die Möglichkeiten zu prüfen und ein Konzept für die Einführung eines sogenannten Pool- und Pfandsystems für Mehrwegbecher zu erstellen.
"Wir haben keine Patentlösung", war sich Harbarth darüber im Klaren, dass die Aufgabe zunächst darin besteht, den für die Bergstraßengemeinde gangbaren Weg auszuloten. Sie habe großen Informationsbedarf, unterstrich Cornelia Wesch (FW) mit ihrer Stellungnahme, dass man den Prozess der Entscheidungsfindung gerade erst einleitet. "Müllvermeidung ist das Wichtigste, was wir machen können", meinte sie weiter.
Ähnlich hatte sich zuvor schon Jochen Konradi (SPD) geäußert. Das Müllproblem beschränke sich nicht auf die Becher, meinte er. Es gehe um Verpackung überhaupt. "Wir als Gemeinde sollten uns ein Ziel setzen", führte Konradi weiter aus. Vielleicht könne hierbei auch die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur (Kliba) miteingebunden werden. Carlo Bonifer (SPD) führte später noch die Abfallverwertungsgesellschaft (AVR) an.
Für Renate Tokur (Grüne) war bereits klar, dass nur eine gemeindeübergreifende Lösung erfolgreich sein kann. Sie führte das "Next Bike-System" als Beispiel an. Egal, wo sie entliehen werden, können die Leihräder an allen im Verkehrsverbund Rhein-Neckar eingerichteten Stationen abgegeben werden.
"Steht alles im Antrag", freute sich Matthias Harbarth, dass die Gemeinderatskollegen an ähnliche Punkte dachten wie seine Fraktion, als sie den Vorschlag formuliert hatte.