Waibstadt: Bürgermeister ließ jugendliche Container-Sprayer schrubben
Waibstadt. (cla) Wer Blödsinn macht, der muss dafür geradestehen. Das haben jetzt auch die Jugendlichen gemerkt, die letzte Woche mehrere Wohncontainer der Stadt Waibstadt mit Farbschmierereien beschädigt hatten. Die Container, die im Unteren Lohhaus stehen, sind für die Unterbringung von Obdachlosen gedacht.
Die Jugendlichen haben sich selbst bei der Polizei und der Stadtverwaltung gemeldet. Einer der sechs "Übeltäter", die zwischen zwölf und 16 Jahre alt sind, hatte sich nach dem öffentlichen Zeugenaufruf zunächst einem Erwachsenen anvertraut. Die Bezugsperson konnte die Jugendlichen überzeugen, sich selbst bei der Polizei zu melden.
Zunächst waren die jungen Erwachsenen am Dienstag zur Polizei gegangen, um ihre Beteiligung zuzugeben. Anschließend gab es ein gemeinsames Gespräch im Rathaus mit dem Bürgermeister, der Polizei, den Jugendlichen und einem Teil der Eltern. Die Stadt Waibstadt hält ihre Strafanzeige weiter aufrecht, bot den jungen Sprayern jedoch an, in Eigenleistung die Schmierereien wieder zu entfernen.
Am Mittwoch schrubbten die Jungen und Mädchen dann bei großer Hitze mit einem Spezialmittel ihre "Graffiti-Kunstwerke" wieder von den Wohncontainern, die erst vor wenigen Monaten neu aufgestellt worden waren. "Es geht einigermaßen gut weg", berichteten die Jugendlichen, nachdem sie die Rhein-Neckar-Zeitung zum Ortstermin eingeladen hatten, um ihren guten Willen zur Wiedergutmachung zu zeigen.
"Wir haben daraus gelernt, dass man nicht so eine Scheiße bauen sollte. Wir werden so etwas nicht mehr machen", erklärte einer der Jungs. Eines der Mädchen fügte hinzu: "Wir sind froh, dass der Bürgermeister uns die Chance gegeben hat, den Fehler wieder gut zu machen".
"Das einzig Gute an dieser sinnlosen Sachbeschädigung war, dass die Jugendlichen sich selbst gemeldet haben, ihre Tat bereuen und den Schaden im Rahmen ihrer Möglichkeiten selbst beseitigen", erklärte Waibstadts Bürgermeister Joachim Locher.