Oftersheim: Neue Preise für soziales Wohnen
Oftersheim. (stek) Im Jahr 1993 wurde die Satzung über die Benutzung von Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünften verabschiedet. Eine Überarbeitung inklusive einer Neukalkulation der Benutzungsgebühren, so Bürgermeister Jens Geiß gegenüber dem Gemeinderat, sei jetzt fällig. Das sah das Gremium genauso.
Dabei kalkulierte die Verwaltung für die Sozialwohnungen einen durchschnittlichen Quadratmeterpreis von sechs Euro. Hinzu kämen eine monatliche Betriebskostenpauschale von 65 Euro und eine Strompauschale von 25,90 Euro. Abweichend davon setzte die Verwaltung für die Wohnung in der Mannheimer Straße 55 einen Quadratmeterpreis von 4,95 Euro, eine Betriebskostenpauschale von 57 Euro und eine Stromkostenpauschale von 37,50 Euro fest. Am Waldfrieden 1/3 schlagen der Quadratmeterpreis mit 3,42 Euro, die Betriebskosten mit 60 Euro und der Strom mit 25,90 Euro zu Buche, und beim Neubau in der Plankstadter Straße kosten der Quadratmeter 7,90 Euro, der Betrieb 53 Euro und der Strom 25,90 Euro. Bis dato wurden sämtliche Unterkünfte pauschal mit 5,11 Euro pro Quadratmeter abgerechnet.
In den Augen des Bürgermeisters ist eine neue, angemessene und damit sozial verträgliche Kalkulation nötig. Eine Sicht, die Tobias Ober (FWV) teilte. "Die Berechnung ist schlüssig und nachvollziehbar." Und so wurden die Neuberechnungen des Rathauses einstimmig für gut befunden. Das galt auch für die Neufassung der Satzung, die ebenfalls ohne Gegenstimme angenommen wurde.
Rolf Siegel (Grüne) nutzte die Gelegenheit darauf hinzuweisen, dass die soziale Wohnungsnot in Deutschland ein hausgemachtes Problem sei. Über Jahrzehnte sei der kommunale Wohnungsbestand aus der Hand gegeben worden, und in der Folge entstand "das Problem Mangel an bezahlbaren Wohnraum". Eine Umkehr von dieser Politik ist den Augen Siegels "die größte soziale Herausforderung". Denn alles andere sei Sprengstoff für den sozialen Zusammenhalt im Land. Oftersheim sei da auf einem anderen, besseren Weg.