Neckarbischofsheim: Gewerbesteuer hellt Finanzlage auf
Neckarbischofsheim. (kel) Ein sattes Plus aus der Gewerbesteuer hellt schlagartig die Lage der städtischen Finanzen auf. Statt der erwarteten 1,1 Millionen Euro flossen 2,3 Millionen Euro in die kommunale Kasse - ein Betrag wie in den besten Zeiten. Das erleichtert der Kommune die Abrechnung der jüngsten Großinvestitionen wie den Bau des Untergimperner Kindergartens oder die noch laufende Erweiterung des Adolf-Schmitthenner-Gymnasiums. Aber der unerwartete Geldsegen wirkt sich nicht auf den Schuldenstand aus, weil die Kreditaufnahmen in diesem Jahr bereits getätigt wurden. Die Rücklagen wachsen jedoch nun auf 1,7 Millionen Euro und ermöglichen der Stadt wieder ein finanzielles Polster.
Bürgermeisterin Tanja Grether sprach von einem "positiven Jahr" und meinte damit 2017. Denn der Abrechnungszeitraum liegt schon fast elf Monate zurück, und die aktuellen Zahlen über die Steuereinnahmen stehen noch aus. Unverkennbar war jedoch für Kämmerer Ümit Kusanc, dass Neckarbischofsheim von der anhaltend guten Konjunktur in Deutschland profitiert. Denn nicht nur die Gewerbesteuereinnahmen sind nach oben geschossen, auch der Anteil an der Einkommensteuer hat sich deutlich verbessert. Unterm Strich verbuchte Kusanc 1,8 Millionen Euro als Mehreinnahmen, was sich in einer Netto-Investitionsrate von 1,7 Millionen niederschlug und den Gesamthaushalt auf über 17,7 Millionen Euro erhöhte.
Die höheren Steuereinnahmen gehen einher mit großen Investitionszuschüssen für die städtischen Baumaßnahmen. Beinahe vier Millionen vereinnahmte man aus fremden Kassen, vorwiegend der des Landes Baden-Württemberg.
Ob die hohen Steuereinnahmen einen einmaligen Effekt darstellen oder ob die Kommune sich auch künftig sprudelnder Steuerquellen erfreuen kann, wagte der Kämmerer nicht zu prognostizieren. Kusanc erinnerte vielmehr an die Haushaltsplanungen vor zwei Jahren, als die Einnahmen unerwartet wegbrachen und das ganze Zahlenwerk über den Haufen warfen. Ein Manko seien außerdem die nach wie vor überdurchschnittlich hohen Schulden von 1127 Euro pro Einwohner. Von dieser tiefroten Zahl werde man angesichts eines anhaltenden Investitionsstaus und Vorhaben wie dem Bau eines neuen Kindergartens im Kernort und einer Mehrzweckhalle beim Schulzentrum nicht wegkommen. Derartige Projekte ließen sich nicht ohne Fremdmittel finanzieren.
Der Gemeinderat war grundsätzlich angetan von den aktuellen Zahlen. Ein Sonderlob gab es von Hans-Peter Jelinek und Rüdiger Knapp für die Verwaltung, weil die Personalkosten unter dem Planansatz gehalten worden waren und auch der sächliche Verwaltungsaufwand unter der Kalkulation blieb.