Helmstadt-Bargen: Spätfolgen für den Wald durch Dürre befürchtet
Helmstadt-Bargen. (tw) Mit einem wiederholt guten Ergebnis wartete die Forstverwaltung bei der Vorstellung des Forstbetriebsplans 2019 im Gemeinderat auf. Den geplanten Ausgaben von 224.500 Euro stehen Einnahmen von 250.100 Euro gegenüber, unterm Strich also ein unerwarteter Gewinn von 25.600 Euro.
Forstbezirksleiter Philipp Schweigler informierte den Gemeinderat über die Beeinträchtigungen durch die Hitze und Trockenheit im Gemeindewald. Zwischen April und September gab es nur fünf Mal Regen, bei dem dem Waldboden nennenswert Wasser zugeführt wurde. Zwar sei der Wald vor Ort "relativ glimpflich davongekommen", Nachwirkungen in den nächsten Jahren müssten aber befürchtet werden.
Von der aktuellen Wettersituation profitieren besonders Borkenkäfer und andere Insekten, die sich schädlich auswirken können. "Es wird mehr Kontrolle und Pflege erforderlich sein", ließ der Forstfachmann wissen. Revierleiter Tobias Dörre erläuterte die geplanten Hiebschwerpunkte und Maßnahmen im kommenden Forstjahr.
Danach sollen zwischen 4300 und 4500 Festmeter Holz geschlagen werden, womit man im Rahmen des mehrjährigen Forstbetriebsplans liege. 2018 kamen zu den geplanten Mengen rund 500 Festmeter "zufällige Nutzung" hinzu, die überwiegend durch die Sturmschäden im Bereich Wolfloch auf Helmstadter Gemarkung zurückzuführen waren.
2019 werden die größten Holzmengen in den Bereichen Wolfloch, "Hoher Berg" (Flinsbach), Innenwald und Birkenwald (beide Bargen) geschlagen. Ein größerer Bestand an Lärchen wird neu gepflanzt.
Die Naherholungseinrichtungen in den Ortsteilen wurden ebenfalls bedacht. Der Pavillon in Bargen wurde in diesem Rahmen mit einem neuen Blechdach versehen. Die Sitzgruppen dort wurden bereits 2016/17 von Frank Quednau und Bernhard Stoll ehrenamtlich saniert. In Helmstadt wird der Außenbereich an der Förstlehütte ebenfalls überholt, das Dach der Hütte wird voraussichtlich 2020 erneuert. Die Flinsbacher Anlage wurde im Rahmen einer Spendenaktion und mit ehrenamtlichem Einsatz saniert.
Auf Nachfrage von Gemeinderat Johannes Roß zum aktuellen Stand der Beförsterung, verwies Bürgermeister Jürriens auf noch nicht abgeschlossene Gespräche zwischen der Gemeinde und dem Landratsamt. Forstbezirksleiter Schweigler zeigte sich dazu aber optimistisch. Die Verdienstmöglichkeiten für die Gemeinde sind derzeit bei Nadelhölzern besser als bei Laubholz, beantwortete Revierleiter Tobias Dörre die Nachfrage von Gemeinderat Werner Ullrich.
Dies liege auch daran, dass Laubwald eine deutlich längere Zeit benötige, bis Erträge kommen. Das Verhältnis zwischen Nadel- und Laubwald liege in der Gesamtgemeinde bei 30 zu 70 Prozent, so Dörre weiter. Die Holzeinschläge werden zeitnah verkauft. Dass dabei "gefühlt" Stämme und ganze Lagerstellen mehrere Jahre nicht abgefahren werden, treffe so jedoch nicht zu, beantwortete Tobias Dörre eine Frage aus dem Publikum. Spätestens nach eineinhalb Jahren werde das Holz aus dem Wald geholt. Bei Brennholz komme es vor, dass ein Ster im Wald sitzen bleibe.