Wegen Drogenbesitz: Olympiasieger im Klammergriff der Justiz
Von Claus Weber
Heidelberg. 1984 widerstand Pasquale Passarelli im olympischen Ringer-Finale 84 Sekunden lang dem Klammergriff des Japaners Masaki Eto. Die "Goldene Brücke von Los Angeles" ging in die Sportgeschichtsbücher ein, machte den kleinen Mann aus Ludwigshafen zum Olympiasieger und Helden.
Jetzt befindet sich Passarelli in einer weitaus misslicheren Lage. Nach Medienberichten soll der 61-Jährige seit April in Untersuchungshaft sitzen, nachdem die Polizei bei ihm 15 Kilogramm Marihuana fand. Er soll die Drogen in zwei Privathäusern in Östringen und im vorderpfälzischen Mutterstadt angebaut haben.
Passarelli droht eine Gefängnisstrafe von mindestens einem Jahr. Der Haftprüfungstermin ist für den 16. Oktober anberaumt.
Passarelli kam 1963 als Kind eines italienischen Gastarbeiters nach Ludwigshafen, lernte - wie seine beiden Brüder Thomas und Claudio - unter Trainerlegende Walter Gehring das Ringen. 1981 wurde er Welt- und Europameister, bei deutschen Meisterschaften gewann er sechs Mal Gold.
Nach seiner sportlichen Karriere arbeitete er als Immobilienmakler und später für mehrere Jahre als Trainer zum Ringsport zurück.