Stem-Kaserne Mannheim: Die Anwohner zweifeln noch an den Plänen
Von Heike Warlich-Zink
Mannheim. "Yes, We Stem!" - Unter diesem Motto befasst sich ein von der Stadt Mannheim beauftragtes externes Planungsteam mit der möglichen Nutzung der mit drei Hektar kleinsten Konversionsfläche in der Quadratestadt. Bereits 2011 hat die US-Armee das Gelände in Seckenheim/Suebenheim verlassen. Bislang war über seine künftige Entwicklung kaum etwas zu hören. Das soll sich jetzt ändern. "Wir sind noch ganz am Anfang", sagt Klaus-Jürgen Ammer.
Die Stadt wolle das Areal von der Bundesanstalt für Immobilien kaufen. Das Nutzungskonzept bestimme den Kaufpreis, daher wolle man verstärkt in die Planungen einsteigen, informierte der Leiter der Projektgruppe Konversion die Bürger, überwiegend Anwohner, die sehr zahlreich zu der öffentlichen Präsentation gekommen waren. Durchaus mit Sorgen und Zweifel, wie schnell deutlich wurde.
Ob es denn nicht doch schon ein fertiger Plan in der Schublade liege, diese Frage wurde sinngemäß wiederholt gestellt. Insbesondere das Thema der Erschließung löste dabei Emotionen aus. "Eine Verkehrsanbindung quer durch die kleinen Straßen der bestehenden Siedlung Suebenheim geht gar nicht", lautete der Tenor.
Wulf Kramer vom Architektenbüro Yalla Yalla!, das gemeinsam mit den MESS-Stadtplanern die Machbarkeitsstudie erstellen wird, versuchte zu beruhigen: "Wir zeigen heute nur, wie eine Erschließung aufgrund der bestehenden Verhältnisse grundsätzlich möglich ist". Analysiert werde der Ist-Zustand.
Dazu gehöre neben den Möglichkeiten der verkehrlichen Anbindung die Lärmbelastung, ebenso wie die Betrachtung der Umgebung sowie von auf der Konversionsfläche bereits vorhandenen Gebäuden, darunter eine Tankstelle sowie eine Reiterhalle, die beide denkmalgeschützt sind.
Die Fläche, direkt an der Autobahn A656 und an ein Gewerbegebiet angrenzend, biete aus schalltechnischer Sicht Herausforderungen, meinte Ute Lehnertz. Was die Expertin errechnet hat, bestätigten die Anwohner: "Wir hören den Lärm vor allem nachts. Sowohl durch den Schienenverkehr in Richtung Frankfurt als auch durch den Warnton rückwärtsfahrender Speditionsfahrzeuge", lautete eine Anmerkung eines Anwohners - verbunden mit dem Wunsch, die Bestandssiedlung ebenfalls in die Lärmbetrachtung mit einzubeziehen. Diesen Input nimmt die Planungsgruppe ebenso mit wie Nutzungsvorschläge und Erwartungen der Anwohner an die künftige Entwicklung der ehemaligen Kaserne.
Häufig wurde bei der Diskussion als auch bei der Kartenabfrage das Stichwort "Renaturierung" genannt. "Auch dafür braucht es ein Konzept. Man kann die Fläche nicht einfach sich selbst überlassen", erläuterte Ammer, warum man um eine Planung nicht herumkomme. Als weitere Nutzungsmöglichkeiten seien auf Stem grundsätzlich die Bereiche Wohnen, Gewerbe, Büro und Freizeit - auch als Nutzungsmix - realisierbar.
Wie geht es nun weiter? In den nächsten Wochen arbeitet das Planungsteam die Vorschläge der Anwohner in die Machbarkeitsstudie mit ein und kündigte für den 28. November die nächste öffentliche Veranstaltung an, bei der drei Nutzungsvarianten vorgestellt und diskutiert werden sollen.
Zuvor will die Projektgruppe Konversion zu einer Ortsbegehung einladen. Im Frühjahr 2019 soll die endgültige Planung feststehen. Dabei muss es sich laut Ammer und Kramer um eine "machbare, finanzierbare, tragfähige und damit umsetzbare Lösung" handeln. "Es gibt nicht das eine Argument", wiesen beide darauf hin, dass am Ende das Gesamtpaket stimmen müsse.