Hirschberg-Großsachsen: Die "listige Lupe" hatte ihren ersten Einsatz
Von Stefan Zeeh
Hirschberg-Großsachsen. Im Anschluss an das große Ferienlager "Saatschule" steht seit einigen Jahren die von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Hirschberg angebotene "Ortsranderholung" auf dem Sommerferienprogramm. Zwar können bei diesem einwöchigen Ferienlager nicht ganz so viele Kinder teilnehmen wie bei der "Saatschule", doch machten sich immerhin 21 Kinder am Montagmorgen von der Sachsenhalle, dem täglichen Treffpunkt, auf den Weg in Richtung Waldkindergarten am Kohlbach.
Dass dabei ein paar Regentropfen aus dem wolkenverhangenen Himmel über der Rheinebene niedergingen, störte die Kinder nicht. Schließlich waren sie auf alle Eventualitäten bestens vorbereitet. Auch AWO-Vorsitzende Ingrid Scholz konnte dem gegenüber den letzten Wochen deutlich kühleren Wetter nur Positives abgewinnen. Denn selbst bei den im Wald gelegenen Bauwagen des Kindergartens war es in den letzten Tagen fast unerträglich heiß gewesen.
Bei den Bauwagen angekommen, galt es erst einmal, die wichtigsten Verhaltensregeln zu klären. So etwa, dass zwar jederzeit getrunken werden darf, die Trinkbecher aber sofort auszuspülen sind, andernfalls würden Fliegen oder Wespen angelockt. "Essen sollte man auch nicht in den Wald mitnehmen, sonst kommen die Wildschweine", ergänzte ein Junge.
Nachdem somit die wichtigsten Verhaltensregeln genannt waren, ging es daran, sich besser kennenzulernen. "Stellt euch in einem großen Kreis auf", forderte Teamerin Rebecca Podstoletz die Kinder auf. Brav folgten sie dieser Anweisung und konnten gleich darauf darüber staunen, dass die Teamerin eine Lupe aus ihrer Jackentasche zog. Wer allerdings jetzt annahm, dass man sich damit auf die Suche nach besonders kleinen Lebewesen oder Dingen begab, der irrte.
Denn es war eine "listige Lupe", die dazu aufforderte, dass sich jedes Kind ein Wort aussuchte, das mit dem gleichen Buchstaben begann wie der eigene Vorname. Das war eine leichte Übung für die Kinder, die sich besonders gerne Tiernamen zu ihrem Vornamen wählten. So entstand "Hannah Hase" oder "Marlene Maus". Viele Kinder hatten einen Vornamen, der mit dem Buchstaben "L" begann. Da nicht jeder den Zusatz Löwe bekommen konnte, war da schon etwas Überlegung gefragt. Doch rasch kamen Luis oder Leo auf andere Tiernamen, die mit "L" beginnen, wie etwa Luchs oder Lachs.
Auch die drei Teamer suchten sich Namenszusätze aus. So wurde aus Timo Bek "Timo Tomate" und aus Carsten Scholz der "Coole Carsten". Von den Kindern bekam Rebecca Podstoletz den Namenszusatz "Reis" verpasst.
Nun konnte es ans Frühstück gehen. Ingrid Scholz hatte Brötchen mit Butter, Marmelade oder Nutella vorbereitet. Dazu gab es Milch, Kakao und Tee. "Wir müssen noch den Küchendienst einteilen", fiel da der AWO-Vorsitzenden ein. Eine Ankündigung, die keine Begeisterung unter den Kindern hervorrief.
Dafür griffen sie umso beherzter bei den Brötchen zu. "Nehmt erst einmal eins, später könnt ihr noch ein weiteres holen", schritt Carsten Scholz gleich einmal ein, als sich einige Kinder mehrere Brötchen sichern wollten. Nach dem Frühstück standen weitere Kennenlernspiele auf dem Programm. Für den Nachmittag war Basteln angesagt. Es galt, aus Wollresten "Eulen" zu fertigen. Für die kommenden Tage hat sich Revierförster Walter Pfefferle angekündigt, um die Kinder auf eine Exkursion durch den Hirschberger Wald mitzunehmen. "Einmal wollen wir auch Minigolf spielen gehen", berichtete Ingrid Scholz übers weitere Programm, das in diesem Jahr unter dem Motto "Detektive" steht.
Dabei wird sicherlich wieder die "listige Lupe" zum Einsatz kommen, denn wie sonst sollen die kleinen Detektive den Geheimnissen der Natur auf die Spur kommen.