Eppinger Kindergärten: Elternglück durch Platzmangel getrübt
Von Angela Portner
Eppingen. Auch wenn nicht jeder Wunsch der Eltern erfüllt werden kann, stehen in der Gesamtstadt derzeit noch genügend Betreuungsplätze für den Nachwuchs zur Verfügung. Das zeigt die Kindergarten-Bedarfsplanung, die bei der letzten Gemeinderatssitzung vor der Sommerpause von Geschäftsbereichsleiterin Jessica Wells vorgestellt wurde.
Doch unter der Prämisse, dass die Geburtenzahlen weiter zunehmen und neue Baugebiete junge Familien anziehen, muss man zumindest mittelfristig aufstocken. Bereits jetzt gleichen Kleingruppen den Bedarfsüberhang aus, was platztechnisch - besonders in den Ortsteilen - nicht in jeder Einrichtung möglich ist. Einer Weiterführung der bereits bestehenden Gruppen stimmte der Gemeinderat bei Bedarf einvernehmlich zu.
Oberbürgermeister Klaus Holaschke bezeichnete es als "erfreulich", dass die Kindergärten so gut ausgelastet sind. Für die Qualität der Betreuung spreche auch die Tatsache, dass nicht nur einheimische, sondern auch auswärtige Eltern ihre Sprösslinge gern in Eppingen unterbrachten.
Doch angesichts der Rechtslage, dass die Stadt jedem Kind ab dem ersten Lebensjahr einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen muss, ist absehbar, dass dies künftig nicht mehr möglich sein wird. Eltern riet er, auch den Einsatz von Tagesmüttern in Betracht zu ziehen. Momentan sind dort nur zwölf Kinder untergebracht. Rückenwind bekam Holaschke bei dieser Empfehlung von Anna Mairhofer vom Bündnis 90/Die Grünen, die damit sehr gute Erfahrungen gemacht hat.
Am Schlimmsten sieht es im Ortsteil Adelshofen aus. Hier ist jeder der 60 Plätze, wovon zehn für Kinder unter drei Jahren vorbehalten sind, belegt. Das betrifft auch die durch Schuleintritt im September frei werdenden Plätze.
Bereits ab Frühjahr 2019 müssen Eltern an Einrichtungen zum Beispiel in die Kernstadt verwiesen werden, was ihnen rechtlich auch zuzumuten ist. Angesichts des Familienzuzugs im Neubaugebiet wird sich die Lage eher noch zuspitzen. Das Raumangebot lässt keine Erhöhung der Belegung zu.
Auch in Elsenz wird das Elternglück durch Platzmangel getrübt. Im Kindergarten Sonnenschein musste bereits im Januar eine Notgruppe zu der bereits bestehenden Kleingruppe eingerichtet werden. Da es absehbar ist, dass diese weiterhin benötigt wird, bedarf es der Einstellung einer Erzieherin, für die voraussichtlich 15.500 Euro Personalkosten anfallen werden. Auch der Kindergarten in Richen muss ab Herbst zusätzliche Plätze schaffen und wird eine zusätzliche Vollzeitstelle benötigen, die allerdings intern durch Rückkehr aus der Elternzeit besetzt werden kann.
Kopfzerbrechen hat Wells der "karitative Standard" in den katholischen Einrichtungen gemacht. Dieser besagt, dass trotz einer genehmigten Belegung von 25 Plätzen, nur 22 Kinder aufgenommen werden, um die Betreuung zu verbessern. Nach vielen Gesprächen werden die Einrichtungen nun aufgrund des Mangels an Kindergartenplätzen nicht weiter auf ihrem Standard beharren. Um den Arbeitsaufwand durch ständigen Listenabgleich von Anmeldungen und Belegungen zu reduzieren, plant die Verwaltung die Einführung einer zentralen Onlineanmeldung für eine bessere Organisation und Vergabe von Betreuungsplätzen, wobei Eltern hier Prioritäten und Wunscheinrichtungen angeben können. Derzeit laufen entsprechende Gespräche mit den verschiedenen Trägern. Eine Einführung wird ab kommendem Kindergartenjahr erwartet.