Allergie-Mobil in Mosbach: Wenn das Immunsystem überreagiert
Mosbach. (deg) Die Augen brennen, die Nase läuft, die Haut juckt. Für 25 Millionen Menschen in Deutschland bedeutet die Zeit zwischen Frühjahr und Herbst vor allem eines: Allergien. Reiner Ebel vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) ist mit dem "AllergieMobil" auf einer bundesweiten Aufklärungstour unterwegs. Am Montag machte er Halt auf dem Marktplatz in Mosbach und klärte Interessierte über Vorbeugung, Behandlungsmöglichkeiten und Zusammenhänge von Allergien auf.
Das Wichtigste sei, erklärte Ebel im Gespräch, Allergiesymptome wie etwa Heuschnupfen frühzeitig zu behandeln - auch wenn sie erst mal "gar nicht so schlimm" sind. "Wenn man diese Symptome nicht behandelt", so Ebel, "dann verschwinden sie nach einer Weile, und es kann sich allergisches Asthma entwickeln". Durch die rechtzeitige Symptombehandlung werden hingegen die Reize für den Körper unterdrückt und ernsthafte Krankheitsverläufe verhindert.
Jedoch behandeln auch viele Menschen ihre Allergien falsch. So stellt Ebel immer wieder fest, das einige Betroffene ihr Antiallergikum, vor allem Sprays, nur nach Bedarf nehmen würden. "Viele Medikamente muss man jedoch mehrere Wochen lang, über die ganze Allergiezeit hinweg einnehmen, damit diese richtig wirken", erklärt der Experte vom DBBA.
Neben der Symptombehandlung bietet sich als einzige Ursachenbekämpfung die Hyposensibilisierung: Der Körper wird durch eine spezifische Immuntherapie langsam an das betreffende Allergen gewöhnt. Dadurch werden die Symptome gelindert und vor allem Asthma vorgebeugt. Reiner Ebel zufolge funktioniert diese Therapie bei "80 bis 90 Prozent der Menschen".
Sein Rat an Betroffene: Zunächst sollte man zu einem allergologisch geschulten Arzt (Allergologe) gehen, um eine richtige Diagnose zu erhalten. Dann kann auch die wirksamste Behandlungsart - Langzeittherapie oder Symptomlinderung - ausgewählt werden.