Odenwald-Hospiz Walldürn: Das waren die Benefizgala-Stargäste
Von Maria Gehrig
Neusaß. Es war ein grandioser Abend im voll besetzten Sommerzelt auf der Neusaßer Golfanlage. Die Benefizgala zugunsten des Odenwald-Hospizes avancierte zu "dem Ereignis 2018" auf der Walldürner Höhe. Erfolgreiche Sportler aus dem Stadtgebiet mit Silvia Neid an der Spitze sowie Kabarettist Rolf Miller und Schlagersängerin Liane (beide ebenfalls aus Walldürn) sorgten für ein herausragendes Event. Die Akteure stellten sich als Botschafter für das Hospiz in den Dienst der guten Sache.
Moderator Manfred Schärpf führte die Besucher locker und souverän durch ein abwechslungsreiches Programm voller Information und Unterhaltung. Zunächst nahm Birgit Schmidt vom Odenwald-Hospiz die Gäste auf einfühlsame Weise mit auf einen virtuellen Rundgang durch die Einrichtung am Walldürner Auerberg. Zugleich beschrieb sie die Abläufe in dem Haus, das zehn Gäste aufnehmen kann und auch Zimmer für Angehörige bietet.
Interessante Einblicke in die Karrieren der "Crème de la Crème" der Walldürner Sportwelt gewährte eine kurzweilige Gesprächsrunde. Manfred Schärpf holte "die versteckten Meister" ins Rampenlicht und entlockte ihnen so manche Neuigkeit. Der Moderator stellte das Fußballnachwuchstalent Laura Haas (Glashofen), die deutsche Meisterin im Florettfechten, Anne Sauer (Reinhardsachsen), sowie aus dem Pferdesport die deutsche Meisterin im Cutting, Melanie Georg (Glashofen), und den badischen Meister im Gespannfahren, Thomas Seitz (Neusaß), vor (siehe Infobox).
Als Krönung komplettierte die "Ikone des Frauenfußballs", Silvia Neid, die illustre Runde und plauderte aus dem Nähkästchen - zumindest ein wenig. Die dreimalige Welttrainerin, Olympiasiegerin und Trägerin ungezählter Titel und Erfolge weilt regelmäßig in ihrer Heimat. Sie bedauert es sehr, dass es heute den "Sandkastenfußball" nicht mehr gebe. "Der Fußball hat mein Leben total geprägt", sagte sie und zeigte sich dankbar dafür, wie ihre Karriere, die auch Tiefen kennt, verlaufen ist.
Das Jahr 2016 mit der olympischen Goldmedaille in Rio sei der perfekte Zeitpunkt zum Aufhören gewesen. Das Hetzen von Turnier zu Turnier habe sie nicht mehr gewollt. Heute arbeitet Silvia Neid beim DFB im Trendscouting, um neue Entwicklungen im Frauenfußball zu analysieren. Und sie will in den nächsten fünf Jahren ein einstelliges Handicap im Golfsport erreichen.
Für den musikalischen Part sorgte Schlagersängerin Liane, die richtig Stimmung in den Saal zauberte und die Fans mit ihren Liedern zum Mitmachen animierte und begeisterte. Für den "Tennessee Walz" hatte sie sich mit Reinhold Beuchert aus Glashofen den perfekten Tanzpartner ausgesucht. Mit seinen Songs kam auch das Nachwuchsduo "You are" mit Angelika Schotter und Robert Hottmann von der Walldürner Musikschule bestens beim Publikum an.
Der Kabarettist Rolf Miller hatte ein Leichtes bei diesem "Heimspiel". Denn neben der Betrachtung aktueller Schlagzeilen um Boris Becker, Til Schweiger und Jan Ullrich kramte "der ungekrönte Meister der unfertigen Sätze" auch alte Geschichten aus der Schulzeit hervor.
Initiator Heinrich Hennig, Ehrenpräsident des Golfclubs Glashofen-Neusaß und stellvertretender Vorsitzender des Hospiz-Fördervereins, dankte allen Sponsoren, Spendern und Gästen für ihren Beitrag, mit dem ermöglicht werde, dass Menschen das Ende ihres Lebens in Geborgenheit verbringen können.
Der Schirmherr der Veranstaltung, Walldürns Bürgermeister Markus Günther, betonte, er sei froh darüber, dass das Hospiz mit seinen Mitarbeitern echte professionelle Hilfe anbiete und eine Wohlfühlatmosphäre und letzte Heimat für Menschen bereithalte. Aus Respekt vor dieser Arbeit war das ganze Team denn auch zur Benefizgala eingeladen worden.
Großen Beifall ernteten am Schluss Moderator Manfred Schärpf und die Leiterin der Tourist-Information Walldürn, Tanja Naas, für die Organisation des vom Hospiz-Förderverein, der Stadt und dem Golfclub ausgerichteten Abends. Wer sich keine Karte dafür besorgt hatte, der hat wirklich etwas verpasst. Denn die Größen aus Sport und Unterhaltung wird man so schnell nicht mehr gemeinsam auf einer Bühne erleben können.