Kerwe in Ladenburg: Neues Trio fügte sich auf der Kerwe gut ein
Ladenburg. (stu) Mit den Umsätzen bei der Kerwe waren die Beteiligten der Traditionsveranstaltung sehr zufrieden. Schausteller, Gastwirte sowie der FV 03 und die ASV-Ringer als die zwei teilnehmenden Vereine zogen am Sonntag eine erfreuliche Zwischenbilanz.
Eigentlich steht in Ladenburg das Altstadtfest am zweiten September-Wochenende beim Feiern im Mittelpunkt - die Kerwe bietet dafür zwar einen kleineren, aber feinen Rahmen. Die Kirchweih ist auch das älteste Fest der Stadt. Im Juli 1401 verlieh König Ruprecht I. den Ladenburgern das Privileg zum Abhalten einer achttägigen Kerwe mit Markt. Die Dauer wurde zwar auf vier Tage verkürzt, auch der Kerwemarkt findet nicht mehr statt. Vergnügen kann man sich in Ladenburg trotzdem - wenn auch mit einigen Veränderungen: In diesem Jahr fiel das Radrennen des Radsportclubs mangels Helfern aus. Es ist zu befürchten, dass der RSC auch künftig kein Rennen mehr organisieren wird.
Neuerungen gab es auch im Benzpark: Die Fußballer der Sportvereinigung, langjährige Gastgeber, stellten ihre Kerweaktivitäten ein. Während des Umbruchs wollte sich die Abteilung den Arbeitsaufwand nicht mehr antun. Stattdessen bewirteten die Ringerabteilung des ASV, "Forschner’s im Schützenhaus" und das Café "Bistro Antique" die Gäste. Am Samstagabend war der Park gut besucht, der Einsatz für die neuen Kerwebetreiber rentierte sich wohl. Eine kleine Weinmeile wurde zwischen den Gasthäusern "Zum Güldenen Stern" und "Kreters Kleine Rose" eingerichtet. Auch die "Backmulde" beteiligte sich an der Kerwe.
Sportlich ging es dagegen beim ASV am Samstag beim Freiluft-Gewichtheben zu. Auch der älteste deutsche Gewichtheber, Klaus Obergfell vom KSV St. Georgen, ging wieder an den Start. Bei dem 86-Jährigen kam aber in diesem Jahr keine rechte Freude auf. Erstmals schaute nämlich sein bester Freund Erwin Prior nicht zu, der im vergangenen Dezember verstarb. Dessen Frau Elli hatte den Gewichtheberfreund vom Bodensee trotzdem gebeten, wieder zur Ladenburger Kerwe zu kommen. Obergfell war mit seinem Auftritt ganz zufrieden: "Der dritte Platz in meiner Altersklasse kann sich sehen lassen."
Eine noch weitere Anreise hatte Ligia Popescu hinter sich: Sie reiste aus Rumänien an. Die Französischlehrerin gehört zum Freundeskreis des FWV-Stadtrates Fritz Lüns und nimmt die weite Anreise gerne auf sich: "Die Ladenburger Altstadt ist ein Traum, und die Menschen sind sehr freundlich", sagte die Lehrerin, die von Bürgermeister-Stellvertreterin Gudrun Ruster zur Eröffnung offiziell begrüßt wurde. Ruster vertrat Bürgermeister Stefan Schmutz, der mit seiner Familie im Urlaub ist. Den Kerwekuchen, der zum Festauftakt angeschnitten wird, verteilte auch CDU-Bundestagsabgeordneter Karl A. Lamers an die Gäste. Olaf Beermünder und die Wirtshauschefin vom "Güldenen Stern", Jennifer Kunz, hatten diesen gespendet. Nach dem fertiggestellten Umbau des ehemaligen "Café Knapp" am Marktplatz konnte der Verkaufscontainer auf dem Marktplatz übrigens pünktlich zum Kerweauftakt entfernt werden.