Jugendfeuerwehr Schwetzingen: Ich werd' dann mal Lebensretter
Von Jennifer Reutter
Schwetzingen. "Später mal Leben retten, das muss sich großartig anfühlen." Das ist die Antwort des 15-jährigen Jonas auf die Frage, was ihn daran reizt, Mitglied der Schwetzinger Jugendfeuerwehr zu sein. In Film und Buch sind Feuerwehrleute oft Helden, die sich jederzeit in Gefahr begeben, um anderen Menschen das Leben zu retten. Kein Wunder also, dass genau diese Tätigkeit gerade für Jungs oft der Kindheitstraum schlechthin ist.
Auf dem Gelände der Schwetzinger Feuerwehr trifft sich jeden Donnerstag der Nachwuchs der Freiwilligen Feuerwehr von 18 bis 20 Uhr. 30 Jugendliche, die ihren Traum, gegen Flammen zu kämpfen und Leben zu retten, verwirklichen wollen.
Aber wer mit 18 Jahren Mitglied der aktiven Feuerwehr Schwetzingen werden und somit bei ersten Einsätzen dabei sein will, um sein Können zu zeigen, muss auch bereit sein, einiges zu lernen. Wie wird ein Löschangriff richtig vorbereitet? Was muss man beim Fahren eines Einsatzfahrzeugs alles beachten? Für jeden Vorgang gibt es Regeln und Vorschriften.
Ab acht Jahren dürfen Kinder bei der Schwetzinger Jugendfeuerwehr mitmachen. Mit spielerischen Übungen werden sie auf den späteren Ernstfall vorbereitet. Der Spaß darf dabei nicht zu kurz kommen. ,,Man möchte den Kindern auch etwas bieten", erklärt Christoph, einer der aktiven Feuerwehrleute.
Er arbeitet als Betreuer bei der Jugendwehr und will den jungen Menschen die Möglichkeit geben, an ihren Fähigkeiten zu arbeiten. Aber auch ein Gefühl von Gemeinschaft vermitteln. So ist ,,Kameradschaft" das erste Wort, das dem 13-jährigen Mario in den Sinn kommt, wenn man ihn fragt, was ihm an der Jugendfeuerwehr besonders gefällt. Seit zwei Jahren ist er nun bei den Übungen dabei.
"Ich habe sogar vor, später einmal Berufsfeuerwehrmann zu werden", sagt er überzeugt. Menschen zu helfen und Leben zu retten - das sei genau das, was er wolle. Sein erster Berufswunsch sei Polizist gewesen, doch die technische Ausstattung der Feuerwehr reize ihn mittlerweile mehr.
Der 14-jährige Daniel ist unter dem Feuerwehrnachwuchs bereits ein alter Hase. Seit er acht ist, übt er dafür, einmal Mitglied der aktiven Feuerwehr zu werden. An den Treffen macht ihm so ziemlich alles Spaß, "bis auf das Fahrzeugputzen", wie er zugibt. Was sollte Daniels Meinung nach andere Jugendliche motivieren, Teil der Jugendfeuerwehr zu werden? "Es werden noch viel mehr Feuerwehrleute gebraucht, die helfen", erklärt er.
Doch nicht nur junge Gesichter sind bei den Übungen der Jugendfeuerwehr zu finden. So hilft auch Dario immer aus, wenn er gebraucht wird. Der Rentner war 1967 mit 14 Jahren eines der Gründungsmitglieder der Schwetzinger Jugendfeuerwehr.
Über die Zeit habe sich gar nicht so viel verändert, sagt er mit einem Schmunzeln: "Auch die ersten Mitglieder der Jugendfeuerwehr liebten es, den Jugendwart zu ärgern." Die Faszination für Technik genauso wie die Idee, Menschen zu helfen, hatten Feuerwehrleute schon immer gemeinsam, sagt Dario.
Daniel, Mario und Jonas freuen sich darauf, eines Tages ihren ersten Einsatz zu bestreiten, ihren Kindheitstraum wahr werden zu lassen. Und Schwetzingen so ein bisschen sicherer zu machen.