Theater am Teich Weinheim: Vom OB gelobt, mit Kain gelacht, zum Swing getanzt
Weinheim. (keke) Hier der Tanz des Entenpaars und seiner fünf Küken auf den Wellen des Schlossparkteichs. Dort vom "Blauen Huts" herüberwehende Swing-Klänge des "Blue Sky Orchesters". Dazwischen OB Heiner Bernhard und der "Baby-Boom-Bu" Franz Kain auf der Bühne inmitten des Teichs. Wo eben noch der Kletterartist Julian Bellini nach stundenlanger Auf- und Abbauarbeit seinen "Turmbau zu Weinheim" vollendet hatte, spielte am Donnerstagabend beim dritten Ehrenamtstag der Zweiburgenstadt die Musik.
"Tue Gutes und sprich darüber", hatte Bernhard die Besucher begrüßt: Viele von ihnen hätten in den zurückliegenden Monaten sehr viel Gutes getan. Darüber zu reden, sei heute die Aufgabe der Verwaltungsspitze: "Weinheim sagt Danke!" Dabei könne er kaum vergelten, was die Hunderten "Ehrenamtlichen" der Stadt und dem Gemeinwohl tagein tagaus schenken.
"Weinheim ist eine Stadt des Ehrenamts", lobte er unter Bezugnahme auf das Landesturnfest. Was jedoch nicht den Blick auf andere Tätigkeiten verdecken solle. Vor allem die Betreuung der vor Gewalt, Hunger, Verfolgung und Krieg Geflohenen habe den Blick auf den gesellschaftlichen Wert ehrenamtlichen Engagements geschärft.
Kaum ein Bereich des öffentlichen Lebens sei ohne Ehrenamtliche denkbar, so der OB. Dies gelte für alle Bereiche von Sport, Politik und Kirche über das Soziale bis hin zur Kultur - stets in Verbindung mit der Zurverfügungstellung von Zeit. "Es geht um viel und um ein verständnisvolles Miteinander", lud Bernhard die Ehrenamtlichen zu kostenlosem Speis und Trank und geselligem Beisammensein im Schlosspark ein.
Eine Woche vor der Premiere seines sechsten Solo-Programms "De Baby-Boom-Bu" übernahm Franz Kain den Staffelstab. Er outete sich als "einer von den meisten". 1964 "kurz vor dem Pillenknick" geboren, zähle er zu den "eine Million und dreihundertsiebenundfünfzigtausenddreihundertvier Babys" des geburtenstärksten Jahrgangs überhaupt in Deutschland.
Zwischen 1955 und 1964 seien rund 7,8 Millionen Babys und damit "2,5 Kinder pro Familie" auf die Welt gekommen. Die "Pille" verringerte diesen Anteil auf 1,5 Kinder, hatte Kain "gegoogelt". Mit der Konsequenz, dass Deutschland zum "Jurassic Park 2" mutiere. Anstelle des Tyrannosaurus Rex würden die Babyboomer zu "Tyrannen der Jungen".
Bereits jetzt schwappe die erste Welle der "Rollator-Generation" über Gehwege und Zebrastreifen, legte Kain angesichts der Frage "Reicht für uns Boomer noch die Rente?" die Stirn in Falten. Gebe es in 20 Jahren überhaupt noch den "Rentner Kain?"
Oder heiße es dann "Rent-a-Kain"? Als Schreckgespenst sah er Fahrgemeinschaften von "Rollator-SUVs" über eigens für sie eingerichtete Fahrspuren zum Rollator-Lauftreff brettern. Dennoch wolle er schon aus reiner Neugier "dreistellig alt" werden und als "De Woinemer Methusalem-Bu" auf der Bühne stehen.
"Swingtanzen erlaubt", hieß es dann am mondbeschienenen "Blauen Hut". Wo Sänger Bob Dawn, Felix Wiegand (Bass), Martin Führer (Gitarre), Jürgen Zimmermann (Tenor- Saxofon), Martin Auer (Trompete), Markus Lihocky (Alt-Saxofon) und Paul Hochstätter (Schlagzeug) vom "Blue Sky Orchester" mit Glenn Millers "In the Mood", "Sing, Sing, Sing" von Benny Goodman und "Just a Gigolo" von Louis Prima auf die Tanzfläche baten.
Info: In voller Länge feiert "De Baby-Boom-Bu" von Franz Kain am Samstag, 22. Juli, 20 Uhr, im Schlosshof Premiere. Infos unter 06201/181822.