Feuerwehrhaus Eppelheim: Der tägliche Kampf gegen abgestellte Autos
Eppelheim. (aham) Manchmal weiß Uwe Wagner gar nicht mehr, was er sagen soll. "Da schluckt man erst einmal und ist sprachlos", sagt der Kommandant der Eppelheimer Feuerwehr. Er spricht aber nicht über gefährliche Einsätze, sondern Szenen, die sich Tag für Tag rund um das Gerätehaus in der Heinrich-Schwegler-Straße abspielen. Dort herrscht zwar absolutes Halteverbot, doch immer wieder entdecken der Kommandant und seine Kameraden Autofahrer, die das nicht schert.
"Wenn wir einen Einsatz haben, müssen wir ungehindert ausrücken können", erklärt Kommandant Wagner. Schließlich komme es im Ernstfall auf jede Sekunde an. Dazu gehört nicht nur, dass die sieben Feuerwehrfahrzeuge problemlos aus der Garage oder dem Hof kommen. Die alarmierten Feuerwehrleute müssen zudem ihre eigenen Autos abstellen. Unnötige Parkplatzsuche kostet Zeit. Deshalb herrscht nicht nur direkt vor den Garagentoren Halteverbot, sondern auch drumherum.
Das Kuriose ist: Seit das absolute Halteverbot rund ums Feuerwehrhaus eingeführt worden ist, so Wagners Beobachtung, ist das Falschparken noch schlimmer geworden. So berichtet der Kommandant davon, dass Busfahrer den großen Platz für eine Pause genutzt haben. Oder dass Schulen und Vereine Busse dorthin beorderten, um dort ihre Ausflüge zu starten.
Irgendwann konnte die Wehr nicht mehr tatenlos zusehen: Sie hat Vereine, Schulen und Verkehrsunternehmen angeschrieben, zudem griff der Kommandant rigoros durch: "Ich habe Fotos von Falschparkern gemacht und sie an das Ordnungsamt weitergeleitet." Inzwischen ist es besser geworden. "Aber es gibt noch genug schwarze Schafe", so Wagner.
Er und seine Kameraden Sven Ziegler und Daniel Wagner, die zufällig ins Feuerwehrhaus kommen, als die RNZ vor Ort ist, berichten, dass sie beinahe täglich Auto- und Busfahrer ansprechen müssen.
Was sie dann zu hören bekommen, verschlägt ihnen fast die Sprache. "Der Klassiker ist: Ich fahr’ gleich weg", berichtet Daniel Wagner. Einen Fahrschullehrer haben sie etwa schon mehrfach erwischt, der "ja nur kurz" seine Fahrschüler am Steuer wechseln lassen wollte.
"Ausgerechnet ein Fahrschullehrer", ärgert sich Ziegler. "Der sollte es wissen und Vorbild sein." Oder ein Busfahrer, der, als er angesprochen wurde, argumentierte: "Mein Bus ist frisch gewartet."
Das lassen die Wehrleute nicht durchgehen. Warum, zeigt sich eindrücklich beim RNZ-Besuch. Da soll die Situation fürs Foto nachgestellt werden.
Und was passiert? Das Auto springt nicht an. Glücklicherweise schafft es das Auto somit gar nicht erst vor die Ausfahrt. Doch die Situation unterstreicht die Aussage der Wehr mehr als deutlich: Haltende Autos haben rund um das Feuerwehrhaus nichts zu suchen!