Außenbewirtung in der Altstadt: Kein Bier nach Mitternacht
Heidelberg. (hob) Die Wirte sollen ihre Gäste in der Altstadt werktags bis Mitternacht und am Wochende bis 1 Uhr morgens bewirten dürfen - eine Stunde länger als bisher. So hat es der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen.
Doch so schnell lässt sich dieser Wunsch offenbar nicht umsetzen. Darüber wurde der Haupt- und Finanzausschuss in seiner letzten Sitzung informiert. Prinzipiell könnten die Kneipiers zwar jetzt schon eine längere Außenbewirtschaftung beantragen. Ob diese genehmigt werde, hänge aber immer von einer Einzelfallprüfung ab.
Sprich: Nach dem derzeitigen Stand muss jeder Gaststätteninhaber ein eigenes Lärmgutachten in Auftrag geben, bevor er seine Stühle in den Nächten auf Samstag und Sonntag bis 1 Uhr draußen stehen lassen darf.
Man arbeite aber an einer einfachen und pragmatischen Lösung, ob es für bestimmte Bereiche im Stadtgebiet - zum Beispiel den Marktplatz - nicht einen einfacheren Weg gibt, eine längere Außenbewirtschaftung zuzulassen, ist von Bürgermeister Wolfgang Erichson zu erfahren. So hat die Stadt auf Wunsch des Bezirksbeirats Altstadt eigene Lärmmessungen veranlasst, um herauszufinden, ob das nächtliche Abräumen der Stühle die Nachtruhe der Anwohner gefährde.
Dies sei nicht der Fall, berichtete Erichson. Im Mittel seien 58 Dezibel gemessen worden, einzelne Lärmspitzen bis 69 Dezibel. Dabei liege dieser Pegel aber noch unter den Werten der Umgebungsgeräusche und falle daher lärmtechnisch nicht ins Gewicht. Dem Vorschlag der SPD-Fraktionsvorsitzenden Anke Schuster, die Stühle einfach bis zum frühen Morgen draußen zu lassen, erteilte die Stadt eine Absage. Das gehe nicht, weil die Straßen ja morgens gereinigt werden.
"Wir müssen unterscheiden zwischen Grundlärm und Impulslärm wie einem lauten Lachen und Knallen", betonte FDP-Fraktionsvorsitzender Karl Breer. Eine längere Außenbewirtschaftung sorge auch für mehr soziale Kontrolle auf den Altstadtplätzen. Erst wenn die gesitteten Gäste den Platz geräumt hätten, kämen die lauten Rucksacksäufer.