Misereor-Fastenaktion in Mosbach: Mit dieser Tüte macht jedes Brot doppelt satt
Von Peter Lahr
Mosbach. Jeden Tag satt werden, ist für die meisten Menschen in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Doch weltweit ist dies für Millionen Menschen ein unerfüllbarer Wunsch. Konkrete Abhilfe will hier die Fastenaktion von "Misereor" schaffen. In unserer Region kooperieren dafür die Bäckerinnung Mosbach und die katholische Kirchengemeinde "Mose" Mosbach-Elz-Neckar. Zwischen Aschermittwoch und Karfreitag gibt es deshalb in zahlreichen Bäckereien die Solibrot-Tüten und Spendenboxen. Auch die Kirchengemeinden haben sich verschiedene (weitere) Aktionen ausgedacht.
Den Auftakt bildete dieser Tage ein Treffen von Vertretern der Bäckerinnung mit Pastoralassistentin Paulina Scheffzek bei St. Cäcilia in Mosbach. Dort erhielten die Bäcker 30.000 Solibrot-Tüten und Spendenboxen. "Wir beteiligen uns bereits zum zweiten Mal an der Aktion", erklärte Friedbert Englert, Obermeister der Mosbacher Bäcker. Bereits im letzten Jahr habe man gute Erfahrungen mit der "Premiere" gemacht.
Auch dieses Mal spenden die Bäcker für die Tüten 1000 Euro an Misereor. So müsse der Kunde eigentlich nichts mehr tun. Mit seinem Brotkauf und der "Solitüte" unterstütze er "automatisch" die Hilfsaktion. Natürlich sei darüber hinaus noch jede Spende willkommen. Dafür stehen kleine Boxen bei den Bäckereien bereit. Letztes Jahr kamen so noch einmal zusätzliche 600 Euro zusammen. Mit dabei war auch der Mudauer Bäcker Peter Schlär, der zudem Obermeister der Buchener Bäckerinnung ist. Obschon sich im Buchener Raum vor allem der katholische Frauenbund um das "Solibrot" kümmere, wolle er gerne die Aktion unterstützen.
"Schmeckt gut, tut gut", auf diese Formel brachte Paulina Scheffzek die Kooperation. Überall in der Erzdiözese Freiburg beteiligten sich engagierte Menschen an der Misereor-Aktion. Zugute kommen sollen die Spenden konkreten Hilfen vor Ort. Die Mosbacher unterstützen dabei Projekte für Straßenkinder und Obdachlose in Indien. In Delhi beherrschten Dreck, Müll und Angst den täglichen Überlebenskampf Hunderttausender Kinder. Zusammen mit Partnerorganisationen wie den "Butterflies" biete Misereor Unterricht auf der Straße an, stelle Notunterkünfte zur Verfügung, organisiere Gesundheitsbusse und Streetworker. Auch für Obdachlose engagiert sich Misereor vor Ort. Etwa zusammen mit der 1960 gegründeten "Indo Global Social Service Society". Menschenwürdige Sammelunterkünfte, medizinische Versorgung und warme Mahlzeiten stehen da auf der Agenda.
Gespannt zeigte sich Scheffzek auf die Resonanz der "Coffee-Stop-Aktion" in der Mosbacher Fußgängerzone am 10. März. Von 10 bis 13.30 Uhr heißt es dann "Kaffee gegen Spende für Misereor." Zudem laden am 18. März zwei Misereor-Gottesdienste in die Kirchen St. Cäcilia Mosbach und St. Laurentius Obrigheim ein. Anschließend gibt es ein gemeinsames Essen auf Spendenbasis. Gutes zu tun kann also durchaus schmackhaft und genussreich sein.