Buchen: Er soll mit einem Beil zugeschlagen haben
Buchen/Essen. (tra) Am Essener Landgericht hat der Prozess gegen den aus Buchen stammenden Samir B. begonnen. Dem zur Tatzeit 35-Jährigen wird vorgeworfen, seine 26-jährige Verlobte Esra C. in der gemeinsamen Wohnung in Gelsenkirchen-Horst brutal getötet zu haben. Nun muss er sich wegen Totschlags vor Gericht verantworten.
Samir B. soll die junge Mutter eines kleinen Sohnes, die am 31. Juli tot in der gemeinsamen Wohnung aufgefunden wurde, im heftigen Streit mit einem Beil sowie mit einem Küchenmesser attackiert haben, wie Dr. Johannes Hidding, Vorsitzender Richter am Landgericht Essen, auf Nachfrage der RNZ mitteilte.
In der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) wird berichtet, dass die Rechtsmediziner 13 Stich- und Schnittverletzungen zählten und am Opfer Spuren "stumpfer Gewalt" fanden. So sei die Schädeldecke zum Teil zerstört worden.
Aus Angst, so berichtet die WAZ, habe Esra C. im Streit einen Hammer nach B. geworfen. Daraufhin habe der Angeklagte das Messer mit einer 20,5 Zentimeter langen Klinge geholt, nach dem Beil gegriffen, das hinter der Schlafzimmertür stand, und sei auf seine Verlobte losgegangen. Laut Anklage soll B. ihr vorgeworfen haben, untreu und faul zu sein.
B. wird beschuldigt, nach der Tat die EC-Karte des Opfers an sich genommen zu haben. "Er soll daraufhin zu seiner Familie nach Buchen gefahren sein und von dort aus weiter nach Eppelheim", sagt Richter Hidding. Anschließend habe er in einer Mannheimer Diskothek gefeiert.
Nach der Nacht in der Diskothek floh der Tatverdächtige ins Ausland. Zunächst fehlte von B., der von der Kriminalpolizei Gelsenkirchen inzwischen bundesweit im Rahmen einer Öffentlichkeitsfahndung gesucht wurde, jede Spur, dann klickten Anfang August, nach rund einer Woche Flucht, in Barcelona die Handschellen. Seine Flucht führte B. über Belgien und Frankreich nach Spanien. Dort wurde Samir B. schließlich bei einem Großeinsatz festgenommen, in Barcelona inhaftiert und nach Deutschland überstellt. Der Prozess am Essener Landgericht wird voraussichtlich bis Mitte April andauern. Samir B. äußerte sich noch nicht zu den Tatvorwürfen.