"Im Realbetrieb angekommen": Chef der Metropolregion Rhein-Neckar wünscht sich Förderung durch EU
Heidelberg (dpa/lsw) - Der Verbandsvorsitzende Stefan Dallinger hat sich für ein gemeinsames EU-Förderprogramm der Metropolregion Rhein-Neckar ausgesprochen. "Es gibt leider kein Programm der drei Bundesländer für die Metropolregion", sagte der CDU-Landrat der Deutschen Presse-Agentur. EU-Fördergelder würden nur in jene Regionen gegeben, die Brüssel vorgebe.
"Und in der Lesart von Brüssel liegen Regionen in Bundesländern", meinte Dallinger. Die Metropolregion sei jedoch auch dazu da, Grenzen zu überwinden - zum Beispiel durch ein gemeinsames Förderprogramm. "Daran müssen wir ständig arbeiten, das ist wirklich eine Herkulesaufgabe", sagte er.
Dallinger wünscht sich zudem eine bessere Abstimmung zum Beispiel bei Planungsthemen. "Da passt einiges noch nicht richtig zusammen", räumte der 55-Jährige ein. Als Beispiel nannte er die Windkraft. "Da plant ein Partner von uns unabgestimmt mit den anderen Partnern - da müssen wir besser werden. Wir haben noch Hausaufgaben in der Region zu erledigen", sagte der Landrat mit Sitz in Heidelberg.
Mehr als zehn Jahre nach dem Start des Gemeinschaftsprojekts sieht Dallinger die Metropolregion Rhein-Neckar "im Realbetrieb angekommen". Er empfinde das Gebiet etwa als "Modellregion für Digitales", betonte der Verwaltungsjurist. "Die Digitalisierung schreitet voran, das werden wir mit konkreten Projekten belegen - zum Beispiel ein digitales Bauamt, in dem Planungen ausschließlich elektronisch übermittelt werden können." Einiges an Infrastruktur sei noch nötig. "Das ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance."
Daneben kümmere sich die Region etwa auch um Mobilität. "Wir haben Kooperationsvereinbarungen mit der Westpfalz, mit Karlsruhe, mit Baden-Baden. Ich habe erst vor Kurzem mit Kollegen aus Frankfurt und Stuttgart zusammengesessen", meine Dallinger. Eine solche Vernetzung schaffe neue Ansätze, um die Region zu positionieren. "Dort, wo wir sie sehen: als starker Wirtschaftsraum im Herzen Deutschlands."