SG Leutershausen: Bei gemeinsamer Reha Ressourcen wieder aufbauen
Von Anja Stepic
Hirschberg-Leutershausen. Mal Hand aufs Herz: zu Hause die Matte ausrollen und 30 Minuten lang seine Übungen machen, das Ganze idealerweise zwei bis dreimal pro Woche - wer kann sich dafür schon motivieren, vor allem, wenn jede Bewegung schmerzt? Weil das in einer Gruppe mit netten Menschen viel leichter geht, gibt es bei der Sportgemeinde Leutershausen (SGL) jetzt ein neues Angebot: den Rehasport.
Vorgestellt wurde die neue Sparte von Stefan Lingott, Zweiter Vorsitzender der SGL, und zugleich Übungsleiter der neuen Rehasport-Gruppe. Als medizinische Beraterin konnte dazu Elena Köhler, Allgemeinärztin mit Praxis in Großsachsen, gewonnen werden. "Rehasport ist eine der förderungswürdigsten Einrichtungen, die es überhaupt gibt", findet Köhler, die als Chirotherapeutin unter anderem viel mit Rückenpatienten zu tun.
"Je schwächer die Muskulatur ist, desto stärker werden Bänder und Knochen belastet", erklärt Köhler. Die Folge sind dann schmerzhafte Bewegungseinschränkungen. "Wer aber Schmerzen hat, der bewegt sich weniger, die Muskeln bilden sich zurück und ein Teufelskreis beginnt", sagt Köhler.
Gedacht ist Rehasport daher für alle, die nach einem Unfall oder einer Operation wieder fit werden wollen. Klassische Indikationen sind aber auch angeborene oder durch Überlastung erworbene Gelenkschäden und Blockaden. Hauptrisikofaktor für das Entstehen von Arthrose, Osteoporose und Co. ist Bewegungsmangel.
"Wer sich den ganzen Tag treppauf, treppab im Haus bewegt, treibt aber noch keinen Sport", klärt Köhler auf. Mit diesen Alltagsbewegungen werden die Ressourcen verbraucht. Rehasport dagegen baut diese Ressourcen mit gezielten Übungen wieder auf. Ziel ist es, die körperliche Belastbarkeit zu steigern und so letztendlich die Lebensqualität zu erhöhen. Teilnehmen kann man am Rehasport auf zwei Wegen: entweder über eine ärztliche Verordnung, die bei der Krankenkasse eingereicht werden muss. Die andere Möglichkeit ist über eine Vereinsmitgliedschaft. SGL-Mitglieder können auch ohne Verordnung an der Rehasport-Gruppe teilnehmen und zahlen dann neben dem üblichen Vereinsbeitrag einen Zusatzbeitrag von monatlich 15 Euro für den Rehasport.
Verordnet werden üblicherweise 50 Übungseinheiten, die innerhalb von 18 Monaten zu absolvieren sind. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen in der Regel ohne Zuzahlung übernommen. Privatversicherte sollten die Kostenübernahme vorab mit ihrer Versicherung klären. Die Rehasport-Gruppe findet zweimal wöchentlich in der Gymnastikhalle der Martin-Stöhr-Schule mit unterschiedlichen Schwerpunkten statt. In der "Montagsgruppe" (Beginn 20 Uhr) liegt der Fokus auf dem Rumpf und der Kräftigung der Rücken- und Bauchmuskulatur. Die "Freitagsgruppe" ab 18.15 Uhr beschäftigt sich mit verschiedenen Schwerpunkten, mal mit dem Knie, der Hüfte oder der Schulter.
Eine Rehastunde dauert 45 Minuten mit anschließendem Entspannungsteil. Die Übungen werden entweder auf der Matte oder mit Bällen, Ringen oder Reifen praktiziert. "Bei uns geht es immer lustig zu", verspricht Lingott. "Der Körper soll schon angestrengt werden, aber es darf auch Spaß machen", findet er. Mitmachen kann man entweder an einem oder an beiden Tagen.
Und damit ist auch schon Zeit für eine kleine Schnupperstunde, die spontan begeistert angenommen wird. Die Orthopädie-Gruppe ist jetzt erst einmal der Anfang. "Meine Hoffnung ist, dass es hier später auch einmal eine Herzsportgruppe gibt", lässt Lingott ausblicken und freut sich auf großen Zuspruch an der neuen Sparte.