Deponiefläche in Helmstadt-Bargen: "Rohrbuckel" schießt übers Ziel hinaus
Helmstadt-Bargen. (tw) Schon seit Jahren steht der "Rohrbuckel" immer wieder auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Weithin sichtbar hat sich das ursprünglich als Erdrecycling- und Deponiefläche genehmigte Areal zwischen Helmstadt und Flinsbach zur imposanten Anhöhe gemausert. Nach der ersten Änderung des Bebauungsplans wurden Gebäude und Schüttungen erstellt und die Sondernutzung mit einer Photovoltaikanlage genehmigt. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurde festgestellt, dass der gesamte Bereich inzwischen höher geworden ist als genehmigt.
Städteplaner Dietmar Glup erläuterte dem Gremium, dass vor etwa einem Jahr die Maße neu ermittelt wurden. Glup hält eine Höhe von um die 218 Meter (über dem Meeresspiegel) für vertretbar und mit dem Umfeld "verträglich". Damit wäre der noch nicht überbaute Bereich aber um durchschnittlich 2,50 Meter abzutragen.
Bürgermeister Wolfgang Jürriens ergänzte, dass man im Ausschuss Helmstadt nach einem Kompromiss gesucht und sich auf die von Dietmar Glup genannte Höhe verständigt habe. Vorübergehende Erhöhungen durch temporär gelagertes Material könnten aber weiter vorkommen, so Dietmar Glup.
Gemeinderat Johannes Roß hinterfragte den Unterschied der 1998 erstmals genehmigten Anlage mit der heutigen Situation. Danach wurden damals keine rechtlich fixierten Grenzen und Höhen festgesetzt, die mit der nun vorliegenden Planung konkretisiert und damit auch eher durchsetzbar wären, führte Glup aus. Das "Schutzgut Landschaftsbild" werde durch die Änderung des Bebauungsplans betont.
Mit der Bürgerbeteiligung und der Anhörung der Träger öffentlicher Belange kann im Januar begonnen werden, die Ergebnisse sollen im März vorliegen. Auf Nachfrage von Gemeinderat Manfred Hönig bestätigte Glup, dass die vorgeschlagene Höhe zwischen einem halben und einem Meter über dem vor drei Jahren diskutierten Niveau liege. Werner Ullrich sprach von einem massiven Eingriff in die Landschaft, dem durch den Kompromissvorschlag nun Grenzen gesetzt würden. Doris Heilig meinte, dass sie die anvisierte Höhe nicht mittragen könne, und Torsten Ubl wurde bestätigt, dass die Kosten für die Bebauungsplanänderung vom Betreiber zu tragen seien. Auch Bernhard Zuber, Klaus Vierling und Kurt Heger brachten ihren Unmut über die Situation zum Ausdruck. Durch die Schaffung von Tatsachen habe sich die Baufirma über Grenzen hinweggesetzt, Werner Ullrich sah sich gar "an der Nase herumgeführt".
Als weitere Auflage legte das Gremium noch eine Frist fest, in der die Rückführung der Geländehöhe vorzunehmen ist. Nach zwölf Monaten soll das angestrebte Geländeniveau erreicht werden. Bei drei Enthaltungen und einer Gegenstimme brachte der Gemeinderat die Änderung des Bebauungsplans "Rohrbuckel" auf den Weg.