Mannheim: Katholischer Pfarrer wegen Betrugs in Haft (Update)
Mannheim. (dpa-lsw) Ein katholischer Geistlicher soll seine Kirche über Jahre hinweg betrogen und einen Caritasverband, eine Ordensgemeinschaft und eine katholische Kirchengemeinde um einen sechsstelligen Betrag gebracht haben. Der Mann sei wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr in Untersuchungshaft, teilte die Staatsanwaltschaft Mannheim am Mittwoch mit. Mehrere Objekte waren am Dienstag durchsucht worden, darunter seine Diensträume, hieß es von Seiten der Erzbistums Freiburg.
Details zum Alter des Mannes oder dem Ort der Durchsuchungen wurden weder von der Anklagebehörde noch vom Bistum mitgeteilt. Der ehemalige Dekan und Pfarrer sei seit 1. September "krankheitsbedingt von seinen Aufgaben entpflichtet".
Dem Erzbistum zufolge hatte es bereits Ende 2015 Hinweise auf Unregelmäßigkeiten gegeben. Der Rechnungshof der Erzdiözese hatte daraufhin Untersuchungen eingeleitet und schließlich Anzeige erstattet. Das bei den Durchsuchungen sichergestellte Beweismaterial wird derzeit vom Landeskriminalamt ausgewertet.
Den Angaben der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der Mann Scheinrechnungen einer ausländischen Firma genutzt, Ausgaben für wohltätige Zwecke vorgetäuscht und Bargeld aus Kassen von Pfarrämtern genommen. Auch habe er sich persönliche Einrichtungsgegenstände von der Kirche bezahlen lassen, fügte das Bistum hinzu. "Es bestehen demnach starke Anhaltspunkte für Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr, Betrug und Steuerhinterziehung."
Erzbischof Stephan Burger äußerte sich "erschüttert". "Es tut mir in der Seele weh, dass ein Priester mutmaßlich kirchliche Institutionen geschädigt hat", sagte er.
Update: 13. Dezember 2017, 16.05 Uhr