Benzinpreis-Proteste in Irland: Polizeichef sieht "den Staat in Gefahr"
Die teils gewaltsamen Proteste in Irland gegen die hohen Spritpreise bringen nach Ansicht des obersten Polizeichef des Landes "den Staat in Gefahr". Justin Kelly warnte am Samstag in drastischen Worten vor einer Fortsetzung der Blockade von Tankstellen im ganzen Land sowie der einzigen Ölraffinerie im Land. Zugleich wurden zusätzliche Sicherheitskräfte entsandt, um die Blockaden aufzubrechen.
Die Blockade "wichtiger nationaler Infrastruktur wie Treibstoffdepots und Raffinerien" habe zu massiven Treibstoffengpässen geführt, sagte Kelly vor Journalisten. Dies wirke sich "unmittelbar auf Rettungsdienste wie Krankenhäuser, Krankentransporte und Feuerwehr aus". Die Demonstranten nähmen mit ihren "illegalen" Aktionen "das Land in Geiselhaft", kritisierte der Chef der irischen Polizei.
Die Demonstrationen gegen die hohen Spritpreise hatten am Dienstag begonnen - sie wurden von Landwirten und dem Speditionsgewerbe angeführt. Teilnehmer blockierten teilweise die einzige Raffinerie Irlands und schränkten die Zufahrt zu zwei Kraftstofflagern ein. In der Hauptstadt Dublin sorgten Demonstrationen für Verkehrschaos. Unzählige Tankstellen vor allem im Westen des Landes hatten wegen Panikkäufen keinen Kraftstoff mehr.