Bärenwald Müritz: Braunbärin Ida von Leiden erlöst
Die 1995 geborene Bärin lebte in einem Bärenschutzzentrum in Mecklenburg-Vorpommern. Ein schmerzfreies Leben war für das kranke Tier nicht mehr möglich.
Bärin Ida aus dem Bärenwald Müritz ist von ihrem Leid erlöst worden, nachdem eine Untersuchung gezeigt hatte, dass sie nur unter großen Schmerzen hätte weiterleben können. "Die Untersuchungen ergaben, dass Ida unter fortgeschrittener Arthrose in mehreren Gelenken und degenerativen Veränderungen an der Wirbelsäule litt", teilte eine Tierärztin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) mit. Seit ihrer Rückkehr aus der Winterruhe sei es ihr in diesem Jahr deutlich schwerer gefallen, die gewohnte Mobilität zurückzuerlangen.
Durch die neue Schmerzmedikation kamen dann zusätzlich Magen-Darm-Symptome hinzu, die eine kontinuierliche Versorgung mit Schmerzmitteln erschwerte. "Angesichts des fortgeschrittenen Stadiums ihrer Erkrankung, der unzureichenden Reaktion auf die Schmerzmittel und der fehlenden weiteren Behandlungsmöglichkeiten wäre für Ida ein schmerzfreies Leben nicht mehr möglich gewesen", teilte die Tierärztin mit.
"Obwohl wir ihre neugierige, liebevolle und oft auch sehr eigensinnige Art schmerzlich vermissen werden, wissen wir eines ganz genau: Durch unsere Entscheidung haben wir ihr sehr viel Leid erspart", sagt Thomas Beer, Cheftierpfleger im Bärenwald.
Bärin lebte seit 2009 im Bärenwald
Die 1995 geborene Bärin stammte aus einer Zucht im Tierpark Stendal und wurde schon als Jungtier in den Tierpark Kalletal gebracht. Dort lebte sie den Angaben zufolge viele Jahre lang in einem kleinen Gehege mit Scheiben aus Panzerglas. Als der Tierpark verkauft werden sollte, suchte der Besitzer nach einer neuen Bleibe für seine Bären. Seit 2009 lebte sie dann im Bärenwald.
Die Bärendame bekommt einen eigenen Gedenkstein unter einer rund 200 Jahre alten Hainbuche im Park, teilte ein Sprecher der Tierschutzorganisation Vier Pfoten mit. Im Bärenschutzzentrum - einem Tierschutzprojekt von Vier Pfoten - leben Braunbären, die nach Angaben der Organisation "aus katastrophalen Haltungsbedingungen gerettet wurden".
Auf dem 16 Hektar großen Gelände in einem naturbelassenen Wald finden sie hier einen Lebensraum, der ihren natürlichen Bedürfnissen entspricht. Der Bärenwald dient in erster Linie dem Schutz der Bären, soll aber zusätzlich zur Aufklärungs- und Bildungsarbeit beitragen.