Bröselbrücken: Künstliche Intelligenz kann Brückenkontrollen nicht ersetzen
Beim Thema Brückensicherheit setzt NRW zunächst weiter auf Handarbeit: Warum KI beim Brücken-Check bislang nicht mithalten kann und was das für die maroden Bauwerke bedeutet.
Künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit noch keine wesentliche Hilfe bei der Überwachung der zahlreichen maroden Brücken in Nordrhein-Westfalen. Digitale Verfahren zur kontinuierlichen Überwachung - auch unter Einsatz von KI - seien derzeit noch in der Erforschungs- und Entwicklungsphase, antwortete NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) auf eine Anfrage aus der SPD-Landtagsfraktion. Daher seien solche Techniken bislang nicht in größerem Umfang einsetzbar.
"Defizite bei der Überwachung von Brücken bestehen nicht", betonte Krischer unter Verweis auf die regelmäßigen "handnahen Hauptprüfungen" sowie weitere Standard- und Sonderprüfungen. Optimierungspotenziale seien aber vorhanden: "Hierzu zählen auch der Einsatz und die Weiterentwicklung digitaler Verfahren."
Ende 2023 hatte Krischer das Ziel vorgegeben, innerhalb von zehn Jahren 400 Brücken durch Ersatzneubauten zu sanieren. Nach Angaben des Ministeriums sind bislang 44 Maßnahmen abgeschlossen, 41 bereits in Arbeit sowie 42 weitere noch für das laufende Jahr geplant. Ein großer Teil der Brücken in NRW wurde in den 60er und 70er Jahren gebaut und ist nicht für die heutigen Verkehrsbelastungen ausgelegt.
Allein in der Zuständigkeit von Land und Bund gibt es in NRW rund 13.000 Brücken an Bundes- und Landesstraßen. Hinzu kommen weitere Brücken in der Zuständigkeit der Autobahn GmbH des Bundes und der Kommunen sowie mehr als 4.000 Brückenbauwerke auf den Schienenwegen der Deutschen Bahn.