Fund in sieben Metern Tiefe: Hamburger Findling auf den Namen "Bramfels" getauft
Beim Bau der U5-Haltestelle in Bramfeld wird ein tonnenschwerer Findling entdeckt. Die Umweltbehörde hatte zu Namens-Vorschlägen für das Naturdenkmal aufgerufen. Jetzt gibt es eine Entscheidung.
Vor wenigen Wochen ist beim Ausheben der Baugrube für die künftige U5-Haltestelle Bramfeld in Hamburg ein Millionen Jahre alter Findling entdeckt worden: Nun wurde der Stein auf den Namen "Bramfels" getauft. Der Granitstein solle der Hansestadt als Naturdenkmal erhalten bleiben, sagte eine Sprecherin der Hochbahn. Bisher sei noch unklar, wo der Findling seinen finalen Platz findet.
Gerade lagert der Stein noch am Rande der Baustelle, wie die Umweltbehörde mitteilte. Die endgültige Entscheidung soll demnach zeitnah erfolgen und unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren und Akteure getroffen werden.
Vorschläge von "Schlaue Norwegerin" bis "Steini McSteinface"
Nach der Bergung des rund 22 Tonnen schweren und etwa acht Kubikmeter großen Granitsteins hatten Umwelt- und Verkehrsbehörde sowie das Bezirksamt Wandsbek gemeinsam dazu aufgerufen, Namensvorschläge einzureichen. Hunderte Ideen seien daraufhin eingegangen, teilte die Umweltbehörde mit.
Es habe ein breites Spektrum an Vorschlägen gegeben: von "Junger Schwede" oder "Schlaue Norwegerin" – Anlehnungen an den bekannten Findling "Alter Schwede" am Elbstrand – über Namen wie "Allmende" und "Bramscher Brocken" bis hin zu "Steini McSteinface" und "Uwe der Urzeitkoloss".
Die Entscheidung sei letztendlich auf einen Namen gefallen, der nicht nur Fundort und Beschaffenheit vereine, sondern auch mit großem Abstand für die größte Begeisterung digital und analog gesorgt habe, so die Behörde. "Mit Bramfels haben wir einen Namen gefunden, der eingängig ist, den Fundort schon im Titel trägt und sich mit einem kleinen Wortspiel nahtlos in die Tradition der Hamburger Findlingsnamensgebung einfügt", sagte Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne).
Findlinge in Eiszeit entstanden
Um den mächtigen Findling zu bergen, ließ die Hochbahn Ende März einen mobilen Spezialkran aufbauen. Dieser hob den Stein mit einer Hebevorrichtung aus der Grube.
Während der letzten Eiszeit wurden aus Skandinavien große Gesteinsmengen mit den Gletschern nach Norddeutschland transportiert. Beim Abschmelzen des Eises blieben auch größere Felsblöcke zurück – die als Findlinge bezeichnet werden.