Meilenstein der modernen Gerichtsmedizin: die "Lungenschwimmprobe"
- wie genau die sogenannte Lungenschwimmprobe funktioniert,
- warum ein Kindsmordprozess im sächsischen Pegau dadurch eine unerwartete Wendung nimmt,
- weshalb das neuartige medizinische Verfahren zwischen Fortschritt, Zweifel und Machtinteressen steht.
Alles beginnt mit einem Gerücht: Die etwa 15-jährige Anna Voigt soll heimlich ein Kind geboren und getötet haben. Der kleine Körper wird gefunden, die Vorwürfe sind schwer – und die Gesetze der Zeit gnadenlos.
Doch dann untersucht der Amtsarzt Johannes Schreyer den Leichnam mit einer damals völlig neuen Methode. Bei der Lungenschwimmprobe wird geprüft, ob die Lunge im Wasser sinkt oder schwimmt – ein Hinweis darauf, ob ein Neugeborenes geatmet hat oder tot zur Welt kam.
Für Schreyer ist das ein Schritt hin zu moderner Gerichtsmedizin. Doch seine Erkenntnisse stoßen auf Skepsis, werden juristisch kaum genutzt und geraten in den Strudel eines Systems, das weniger an Wahrheit als an Verurteilung interessiert ist.
Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:
- Dr. Andrea Thiele, Historikerin an der Universität Halle
- Dr. Maximilian Hagen, Rechtsmediziner am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Münster
- Tore Renberg: Die Lungenschwimmprobe. Verteidigung einer jungen Frau, die des Kindsmords bezichtigt wurde, München 2024
Weiterführende Links:
- Zeitzeichen: Weil's auch dem König so gefiel: erste Doktorin der Medizin
- Zeitzeichen: Ein Manifest gegen Frauenhass im Mittelalter: Christine de Pizan
- Zeitzeichen: Mutiger Liebesratgeber des Mittelalters: Albrecht von Eyb
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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Martina Meißner
Redaktion: Christoph Tiegel und Sefa Inci Suvak ]]>