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Iran-Krieg: Trump riskiert mit einer möglichen US-Bodeninvasion viel

Eskaliert der Krieg gegen den Iran weiter? Die US-Regierung denkt über die Entsendung von Bodentruppen nach. Was das militärisch wie politisch bedeuten könnte. Rund einen Monat ist es her, dass die Vereinigten Staaten gemeinsam mit Israel den Krieg gegen den Iran begannen. Unter dem Namen "Operation Epic Fury" ("Operation Epischer Zorn") versucht die Koalition vor allem mit Luftangriffen, das Regime in Teheran zu besiegen. Dazu haben Kampfflugzeuge Tausende militärische, aber auch zivile Ziele angegriffen. Doch der Iran wehrt sich. Beinahe täglich schlagen Raketen in Israel ein. Schon seit Anfang des Kriegs attackiert Teheran auch die umliegenden Staaten in der Golfregion, die den Vereinigten Staaten ihre Luftwaffenstützpunkte für Angriffe auf den Iran zur Verfügung stellen. Verwirrung um Verhandlungen: Trump will "Hölle im Iran losbrechen" lassen Straße von Hormus: Iran kassiert Millionen für Durchfahrt US-Präsident Donald Trump hat deshalb die Entsendung von Bodentruppen in den Iran ins Spiel gebracht. Die Entscheidung könnte zur nächsten Eskalation mit unabsehbaren Folgen führen und viele Leben kosten. t-online beantwortet die wichtigsten Fragen zu einer möglichen Bodeninvasion des Iran. Welche Einheiten könnte Trump in den Iran entsenden? Kern einer möglichen schnellen Bodentruppen-Option wären Luftlande- und Spezialkräfte der US-Armee . Dazu hat das Pentagon die 82. Airborne Division in den Nahen Osten versetzt, die zentrale Schnelleingreiftruppe der USA : Sie soll nach eigener Doktrin innerhalb von 18 Stunden nach Alarmierung auf dem Luftweg ins Zielgebiet verlegt werden können, per Fallschirm im feindlich kontrollierten Gebiet landen und Schlüsselziele für nachfolgende Kräfte sichern. In einem typischen Kurzzeiteinsatz kann eine Kampfbrigade dieser Division rund 3.000 Fallschirmjäger innerhalb weniger Tage in eine Krisenregion bringen, berichtet das Fachportal "Centcom Citadel". Laut einer Analyse des US-amerikanischen Center for Strategic and International Studies (CSIS) stehen außerdem Spezialkräfte des US Special Operations Command zur Verfügung, die für verdeckte Operationen, Zielaufklärung und punktuelle Angriffe auf besonders geschützte Anlagen ausgebildet sind. Details zu konkreten Planungen gibt es derzeit zwar nicht, doch diese Truppen waren laut CSIS in früheren Planspielen zu Iran-Szenarien für eine mögliche Bodeninvasion vorgesehen, etwa für Zugriffe auf Nuklearstandorte oder Kommandozentralen der Revolutionsgarden. Parallel dazu bauen die USA ihre amphibische Präsenz aus, berichtet "Centcom Citadel". Marine Expeditionary Units (MEU) – jeweils etwa 2.200 Soldaten stark – sind als schnell verlegbare, seegestützte Einsatzverbände konzipiert. Eine MEU verfügt über Transporthubschrauber, MV-22-Osprey-Kipprotorflugzeuge, F-35-Kampfjets, Artillerie und amphibische Fahrzeuge, um Truppen sowohl aus der Luft als auch über Landungsboote an Land zu bringen. Wie die "Washington Post" berichtet, hat die US-Armee mindestens zwei MEUs in den Golf verlegt. Sie bilden damit eine mögliche Speerspitze für Landungsoperationen an der iranischen Küste oder auf vorgelagerten Inseln wie Charg oder Qeschm. Was können diese Truppen bei einer Bodeninvasion leisten? Die 82. Airborne Division ist darauf spezialisiert, in kurzer Zeit Luftlandeoperationen durchzuführen, Schlüsselgelände zu besetzen und so Einflugschneisen oder Häfen für nachfolgende Kräfte zu öffnen. Typische Aufgaben sind die Einnahme von Flugplätzen, Brücken, Knotenpunkten oder strategisch wichtigen Orten im Iran, um gegnerische Kräfte zu überraschen und deren Reaktionsfähigkeit zu lähmen, heißt es in einem Bericht von "Centcom Citadel". Aufgrund der leichten Ausstattung – überwiegend Infanterie mit einer begrenzten Zahl schwerer Waffen und Fahrzeuge – sei eine solche Einheit demnach vor allem für kurzzeitige Gefechte ausgelegt, nicht für langwierige Stellungskriege oder den Häuserkampf in einer Millionenstadt wie Teheran. Im Gespräch mit der Nachrichtenseite "The New Arab" geht der Militärexperte Andreas Krieg vom King's College in London davon aus, dass eine luftgelandete Brigade eher dazu dient, einen begrenzten Raum zu sichern, Spezialziele zu nehmen oder als "Brückenkopf" für weitere Kräfte zu fungieren. Die MEUs dagegen gelten als "Schweizer Taschenmesser", also die Allzweckwaffe der US-Army. Sie sollen von See aus ein breites Spektrum an Operationen abdecken – vom Evakuierungseinsatz über begrenzte amphibische Angriffe und Spezialoperationen bis hin zu kurzfristigen Gefechten an Land. Durch den Mix aus Hubschraubern, Osprey-Transportern, Landungsbooten und Kampfflugzeugen können MEUs relativ schnell an Küstenabschnitten oder auf Inseln landen, Feuerunterstützung leisten und wieder an Bord genommen werden. In der aktuellen Lage würden sie vor allem dort eingesetzt werden können, wo die iranische Küstenverteidigung bereits durch Luftschläge geschwächt wurde – etwa an ausgesuchten Abschnitten im Bereich der Straße von Hormus oder auf vorgelagerten Inseln. Welche strategischen Szenarien sind denkbar? Ein zentrales Szenario ist die US-amerikanische Besetzung von Charg im nördlichen Persischen Golf. Über die kleine, der iranischen Küste vorgelagerte Insel laufen rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte. Der Fernsehsender CNN berichtet, das Pentagon prüfe Szenarien, bei denen Marines Charg besetzen oder zumindest so blockieren könnten, dass der Iran seine Ölexporte nicht mehr frei nutzen kann. Eine Invasion gilt allerdings als besonders heikel: Auf der Insel wären die US-Soldaten ein leichtes Ziel für die iranische Artillerie an der nur wenige Kilometer entfernten Küste. Außerdem mehren sich Berichte in den sozialen Medien, laut denen die iranische Armee die Insel in Vorbereitung eines US-amerikanischen Angriffs untertunnelt haben soll. Mit wie vielen Verteidigern es US-Truppen zu tun hätten, ist vollkommen unklar. Auch Operationen gegen andere Inseln in der Straße von Hormus, etwa Qeschm, sind denkbar. Von dort operieren iranische Drohnen- und Raketeneinheiten. Ziel eines möglichen Angriffs wäre für das Pentagon, die iranischen Fähigkeiten zum Angriff auf Landungs- oder Transportschiffe zu begrenzen und den Weg durch die Straße von Hormus offenzuhalten. Ein weiteres mögliches Szenario wären begrenzte Bodeneinsätze gegen besonders geschützte militärische Infrastruktur, etwa unterirdische Nuklearanlagen, Raketenlager oder Drohnenbasen. So könnte die US-Armee versuchen, die rund 400 Kilogramm an angereichertem Uran aus dem Iran herauszuholen. Allerdings wäre ein solcher Einsatz mit extremen Risiken verbunden: Das radioaktive Material befindet sich in tief verbunkerten, teilweise unterirdischen Anlagen mit Luftabwehr, Revolutionsgarden, Befestigungen und zum Teil unter tonnenschweren Beton- und Geröllschichten. Der ehemalige Nato-Oberbefehlshaber erklärte dem "Wall Street Journal", die Bergung des hoch angereicherten Urans aus dem Iran wäre wohl "die größte Spezialeinsatz-Operation der Geschichte" und würde pro Standort eher um die 1.000 Soldaten plus nuklear geschulte Spezialisten erfordern – also weit mehr als ein kleines SEAL‑Team. Weiterhin könnten die USA versuchen, begrenzte Sicherheitszonen an der iranischen Küste zu schaffen. Dies könnte die vorübergehende Besetzung eines Küstenstreifens umfassen, um dort Radar- und Raketenstellungen auszuschalten und Beobachtungsposten einzurichten, während der Großteil der Luft- und Seeoperationen von außerhalb des iranischen Territoriums weitergeführt wird. Welche militärischen Risiken gibt es bei einer Bodenoperation? Eine groß angelegte Invasion des Iran ist militärisch und geografisch kaum realisierbar. Zum Vergleich: Beim Angriff auf den Irak kamen im Jahr 2003 nahezu eine Million Soldaten zum Einsatz. Der Iran ist allerdings fast viermal so groß wie sein Nachbarland, hat mehr als dreimal so viele Einwohner und weist überwiegend schwer zugängliches Berg- und Hochlandgelände auf, das Angreifern erhebliche Probleme bereiten würde. In einer Analyse für das libertäre US-amerikanische Cato Institute schreibt der Militärhistoriker Brandan P. Buck, dass eine ernsthafte Invasion des Iran vermutlich eine Truppenstärke erreichen müsste, die an Vietnam (2,7 Millionen US-Soldaten) oder den Golfkrieg 1991 (fast 700.000 US-Soldaten) heranreicht oder diese übertrifft, womit alle verfügbaren US-Kapazitäten möglicherweise über Jahre gebunden wären. Derzeit befinden sich rund 50.000 US-Soldaten im Nahen Osten im Einsatz. Ein weiterer Faktor ist die Gefahr einer regionalen Eskalation. Der Iran hat in den vergangenen Wochen signalisiert, dass er einen US-Bodeneinsatz zum Anlass für eine breitere Mobilisierung seiner Verbündeten im Nahen Osten, etwa der Terrororganisation Hisbollah im Libanon oder schiitischer Milizen im Irak, nehmen könnte. Ebenso könnte Teheran sogenannte Schläferzellen im Ausland aktivieren, was die Gefahr von Terroranschlägen auch in den Vereinigten Staaten steigen lassen könnte. Welche politischen Risiken gibt es für Trump? Mehrere aktuelle Umfragen zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der US-Bevölkerung gegen den Einsatz von Bodentruppen im Iran ist. Eine Reuters-Erhebung ergab, dass zwar rund 65 Prozent der Amerikaner mit der Entsendung von US-Bodentruppen rechnen, aber nur etwa 7 Prozent dieses Vorhaben unterstützen. Außerdem könnten die Verbündeten der Vereinigten Staaten eine Bodeninvasion ablehnen. Deutschland und Frankreich warnten bereits am 18. März in einer gemeinsamen Erklärung vor einem langwierigen Krieg mit unvorhersehbaren Folgen. Falls Donald Trump sich also wirklich für die Entsendung von Bodentruppen entscheiden sollte, könnte aus einem schlimmen Fehler – dem Angriff auf den Iran und den damit verbundenen wirtschaftlichen Problemen – ein furchtbarer Fehler werden, durch den Tausende US-Soldaten ihr Leben verlieren könnten.

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