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Trump wurde vorgeschlagen, die Nuklearrealität anzuerkennen

Von Pjotr Akopow

Zwei US-Flugzeugträger sind in der Region eingetroffen, und US-Präsident Donald Trump verkündet, dass dieses Land nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangen darf, sein Staatschef sich "falsch verhält" und mit "Feuer und Zorn" der USA rechnen müsse, die sein Land vollständig zerstören würden.

Sind dies aktuelle Nachrichten über einen bevorstehenden und leider fast unvermeidlichen Angriff der USA auf Iran? Nein, es handelt sich um Ereignisse, die neun Jahre zurückliegen, als der US-Präsident den Führer Nordkoreas mit Drohungen unter Druck setzte. Damals kam es zu keinem Angriff – und bereits ein Jahr später schüttelten Trump und Kim Jong-un einander die Hände und trafen sich anschließend noch zweimal. Liegt das daran, dass "Trump immer zurückweicht"? Nein. Der Grund ist, dass Kim Jong-un über eine Atombombe verfügt, während Ajatollah Ali Chamenei der Ansicht war, dass deren Besitz im Widerspruch zum Islam steht.

Diese Woche erreichte der Kontrast zwischen der Haltung der USA gegenüber Nordkorea und Iran seinen Höhepunkt – während die USA Ablenkungsgespräche mit den Iranern führten, aber gleichzeitig Luftwaffe und Marine heranrückten, fand in Pjöngjang der Kongress der Arbeiterpartei Koreas statt.

Dies war zwar erst der neunte Kongress innerhalb von acht Jahrzehnten, jedoch bereits der dritte in weniger als 15 Jahren unter der Herrschaft von Kim Jong-un. Auf dem Parteitag bezeichnete Kim Südkorea als "feindlichste Formation", mit der es nichts zu diskutieren gebe, und wenn es "die Sicherheit" Nordkoreas "beeinträchtige", würden als Reaktion darauf "Maßnahmen ergriffen, die einen vollständigen Untergang Südkoreas nicht ausschließen lassen".

Das heißt, der Marschall drohte direkt einem Verbündeten der USA – einem Land, in dem sich US-Militärstützpunkte befinden –, und zwar mit Atomwaffen. Na und? Ist in Seoul und Washington darüber große Empörung zu spüren? Nein, obwohl die für den 9. März geplanten gemeinsamen Militärübungen nicht abgesagt wurden, wurde auch  keine Gegenmaßnahme angekündigt – vielmehr erklärte der südkoreanische Präsident Lee Jae-myung, dass man den Dialog und die Zusammenarbeit mit Pjöngjang anstreben müsse, und forderte dazu auf, "darüber nachzudenken, ob die Demütigungen und Drohungen gegenüber der DVRK in der Vergangenheit zum Frieden auf der Halbinsel beigetragen haben".

Das heißt, der Verbündete der USA versucht nicht einmal, Washington gegen seinen unmittelbaren Gegner aufzuhetzen – im Gegensatz zu den offenen Provokationen des nuklear bewaffneten Israels, das die USA sogar öffentlich dazu auffordern, Iran anzugreifen, der keine Nuklearwaffen besitzt. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Kim verfügt über eine Atombombe – und es besteht kein Zweifel daran, dass er in der Lage ist, sie auch einzusetzen. Aber vorerst wird er die nuklearen Kräfte des Landes weiter ausbauen und entwickeln – auch darüber sprach er auf dem Parteitag:

"Unsere Partei ist fest entschlossen, die nationale Nuklearkraft weiter auszubauen und zu stärken sowie unseren Status als Nuklearmacht voll auszuschöpfen. Wir werden uns auf Projekte zur Erhöhung der Anzahl der Nuklearwaffen und zum Ausbau der nuklearen Einsatzmittel konzentrieren."

Mehr noch: Die USA werden sogar den neuen Status von Nordkorea offiziell anerkennen müssen. Früher oder später wird dies geschehen, doch Kim schlägt Trump vor, diesen Schritt bereits jetzt zu machen. In seiner Rede auf dem Parteitag erklärte er:

"Wenn die USA auf ihre Politik der Konfrontation mit uns verzichten und den aktuellen Status unseres Landes respektieren, gibt es keinen Grund, warum wir nicht gut mit ihnen auskommen könnten."

Hier ist eindeutig ein "Gruß" an Trump zu erkennen, der oft häufig sein Lieblingswort "auskommen" verwendet. Kim sagte, dass er gute Erinnerungen an die Treffen mit Trump habe und nun die Entscheidung beim US-Präsidenten liege:

"Ob friedliche Koexistenz oder endloser Konflikt – wir sind zu allem bereit, und diese Entscheidung liegt nicht bei uns."

Derzeit finden keine Verhandlungen zwischen den USA und Nordkorea statt – sie sind für Trump weder erforderlich noch sinnvoll. Kim Jong-un wird niemals auf sein Nuklear- und Raketenprogramm verzichten, und an die USA stellt er im Großen und Ganzen nur eine Forderung: Die Sanktionen, die der UN-Sicherheitsrat gegen Nordkorea verhängt habe, müssten aufgehoben werden.

Einst stimmten Russland und China aus taktischen Gründen (im Hinblick auf die Interaktion mit den USA) für die Verhängung dieser Sanktionen, doch nun, während sich Moskau und Peking für deren Aufhebung einsetzen, ist dies ohne die Zustimmung der USA nicht mehr möglich. Es ist klar, dass die USA dem nicht zustimmen werden, doch je mehr Zeit vergeht, desto weniger Bedeutung hat dieses internationale Sanktionsformat, da Moskau und Peking immer aktiver alternative Mechanismen für den Handel und die Zusammenarbeit mit Pjöngjang aufbauen.

Der Sanktionshebel wird für die USA zunehmend nutzlos, und auch die "nordkoreanische Atomgefahr" als Repressalie einzusetzen, nützt Washington nichts mehr: Als Druckmittel gegen China (was Trump während seiner ersten Amtszeit für angemessen hielt) erweist sie sich als sinnlos, und auch zur Einschüchterung von Seoul und Tokio ist sie nicht besonders hilfreich – denn dort ist man sich bewusst, dass die USA gegen Kim nichts unternehmen können. Es bleibt also nur, auf einen günstigen Moment zu warten, damit Washington den Nuklearstatus Pjöngjangs offiziell anerkennt. Im globalen Kontext wird dies zwar kaum etwas ändern, es könnte jedoch ein symbolisch wichtiges Signal dafür sein, dass die USA die neue Realität anerkennen: Ihre Möglichkeiten sind nicht mehr unbegrenzt.

Übersetzt aus dem Russischen. Der Artikel ist am 28. Februar 2026 zuerst bei RIA Nowosti erschienen.

Mehr zum Thema – Liveticker US-Israel-Krieg gegen Iran – Araghchi: Für Trump "America First" nun "Israel First"



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