Giessen 46ers finden Ersatz für den verletzten Devon Goodman
Die GIESSEN 46ers haben auf das verletzungsbedingte Saisonende von Devon Goodman reagieren können und mit Adnan Arslanagic einen Profi mit großer internationaler Erfahrung verpflichtet.
„In der Kürze der Zeit rund um das Ende der Wechselfrist war es nicht möglich, uns in Übersee umzuschauen. Wir mussten auf dem europäischen Markt aktiv werden, das ist uns hervorragend geglückt“, freut sich Cheftrainer „Frenki“ Ignjatovic darüber, einen bosnischen Nationalspieler, der auch einen kroatischen Pass besitzt, von einem Wechsel überzeugt zu haben.
„Adnan kann den Korb attackieren und ist ein grundsolider Verteidiger. Er steht voll im Saft und wird nicht allzu lange brauchen, um sich zu akklimatisieren“, so der Mann aus Belgrad. „Wir gehen in die Crunchtime der Saison. Die Position des Pointguards ist enorm wichtig. Wir wollten kein russisches Roulette, sondern einen Mann, der uns sofort weiterhelfen kann.“
Adnan Arslanagic ist 28 Jahre alt. Seine ersten Schritte im Profibereich ging er bei KK Bosna Royal in Sarajevo. Es folgten Stationen bei KK Kakanj in der ersten Liga von Bosnien-Herzegowina, bei Adria Oil Skrljevo und GKK Sibenik in Kroatien, bei Slavia Istocno Sarajevo abermals in Bosnien, beim slowenischen Club KK Ilirija Ljubljana, bei KK Orlovik Zepce in Bosnien und schließlich bei KB Trepca Mitrovica im Kosovo sowie bei KK Jahorina Pale, für die er sowohl in der ersten Liga seines Heimatlandes als auch in der Adria League aktiv war.
Seine Stats konnten sich dabei durchaus sehen lassen. In der Kosovo-Superliga stand der bosnische Regisseur in 13 Partien rund 16 Minuten auf dem Parkett und steuerte durchschnittlich sechs Punkte sowie drei Assists zum Gelingen bei. Im Europe Cup absolvierte er zusätzlich sechs Matches, bei denen er rund 29 Minuten Einsatzzeit (zehn Punkte, sechs Assists, drei Rebounds) hatte.
20 Zähler waren es unter anderem Mitte Oktober bei der 70:84-Niederlage gegen die Löwen Braunschweig, bei der Arslanagic für Aufsehen sorgte. Die Saison begann für ihn im September mit einer 68:90-Niederlage gegen den niederländischen Vertreter Heroes Den Bosch in der Champions League.
Nach seiner zur Jahreswende vollzogenen Rückkehr nach Bosnien absolvierte der Pointguard für Jahorina im Januar und Februar fünf Ligaspiele mit im Schnitt 35 Minuten, 14 Punkten, fünf Assists und drei Rebounds. In der Adria League kamen nochmals zwei Partien gegen KK Vrsac/Serbien und ABS Primorje/Kroatien, wo ihm 22 Zähler glückten, hinzu.
Auch für das bosnische Nationalteam war Adnan Arslanagic im November in der WM-Qualifikation zweimal aktiv, unterlag allerdings der Türkei mit 71:93 und Serbien mit 72:74. Insgesamt absolvierte der 28-Jährige in dieser Spielzeit bereits 29 Partien.
„Ich weiß um die Ambitionen der 46ers und möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir in die Bundesliga zurückkehren“, gab sich der Regisseur während der ersten Trainingseinheiten zuversichtlich, Gießen weiterhelfen zu können. „Meine Gespräche mit Branislav Ignjatovic haben mich beeindruckt. Für mich war schnell klar, dass der Wechsel in die ProA kein Rückschritt sein wird, sondern dass an einem solchen Traditionsstandort mit diesen tollen Fans einiges möglich sein wird.“
Dass seine Frau Farah und die sieben Monate alte Tochter Irma in den nächsten Tagen von Sarajevo aus nach Gießen nachkommen werden, war für Adnan Arslanagic ein weiterer bedeutender Schritt, sich für ein Engagement an der Lahn zu entscheiden. „Dass wir bald wieder als Familie vereint sind, macht mich glücklich.“