Tolerieren, regulieren oder verbieten: Wie umgehen mit Social Media?
Australien hat es vorgemacht – nun fordern auch SPD und CDU ein Mindestalter für soziale Medien. Die Begründung: Plattformen könnten süchtig machen und die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen beeinträchtigen. Doch ist ein Verbot der richtige Weg? Und wie schützen wir zugleich Erwachsene vor Desinformation und Hass im Netz?
Im Presseclub diskutieren die Gäste, wie wirksamer Jugendschutz im digitalen Raum aussehen sollte – und welche Instrumente den EU-Mitgliedstaaten im Umgang mit den Tech-Konzernen tatsächlich zur Verfügung stehen.
Als Alternative zu Verboten wird häufig ein Schulfach „Medienkompetenz“ gefordert. Aber reicht das? Kann man den Umgang mit sozialen Medien so erlernen, dass sie unbedenklich genutzt werden können? Oder sind sie strukturell problematisch – ein Geschäftsmodell, das Nutzer zur Ware macht und Aufmerksamkeit zur Währung? Die Gäste sind sich uneins. Die eine Seite betont die toxischen Mechanismen und Algorithmen sozialer Medien – mit Suchtpotenzial nicht nur für Minderjährige, sondern auch für Erwachsene. Sie fordert, den Digital Services Act konsequent anzuwenden, statt Kinder und Jugendliche pauschal vom Diskurs auszuschließen. Die andere Seite argumentiert: So lange soziale Medien nicht schärfer reguliert würden, müsse der Schutz von Kindern oberste Priorität haben. Einig sind sich alle, dass insbesondere die US-amerikanischen Tech-Konzerne von Musk und Zuckerberg eine ernsthafte Gefahr für die Demokratie darstellen. Wie sollte die Politik also mit ihnen umgehen?
Darüber diskutiert Susan Link mit:
Gavin Karlmeier (Freier Journalist)
Katharina Nocun (Freie Journalistin)
Jakob Vela Hanke (Handelsblatt)
Laura Hertreiter (DIE ZEIT)
Wir freuen uns über Feedback: presseclub@wdr.de
Unser „Nachgefragt“ beginnt bei Minute 41:15.