Wurstwerk in Brandenburg: Hunderte protestierten gegen Schließung von Wurstfabrik
Die "Eberswalder" Würstchen sollen künftig nicht mehr aus Britz in Brandenburg kommen. Das Werk schließt. Die Gewerkschaft NGG lädt zu einer "Trauerfeier". Auch die Landesregierung ist vertreten.
Mehrere hundert Menschen haben in Britz bei Eberswalde gegen die geplante Schließung der Wurstfabrik protestiert. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) lud zu einer "Trauerfeier" für die EWN Wurstspezialitäten. Das traditionsreiche Werk soll Ende Februar schließen, davon sind rund 500 Beschäftigte betroffen. Auf Transparenten stand "Kapitalismus pur. Profite um jeden Preis" oder "War immer richtig gut, die Wurst". Die NGG kritisiert, über 500 Menschen würden auf die Straße gesetzt, eine jahrzehntelange ostdeutsche Tradition werde sang- und klanglos abgewickelt.
Unter den Teilnehmern war auch Brandenburgs Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt. Sie will mit Wirtschaftsminister Daniel Keller (beide SPD) darauf hinarbeiten, Neuansiedlungen zu fördern. Nach Mittelstädts Angaben hatte die Landesregierung mit den Eigentümern vergebliche Gespräche über eine Unterstützung geführt. Die Wurst-Marke "Eberswalder" soll nach Angaben des Herstellers künftig in Chemnitz, Suhl und Zerbst hergestellt werden. Das Werk gehört seit 2023 zur Zur-Mühlen-Gruppe, hinter dem der große Fleischproduzent Tönnies aus Nordrhein-Westfalen steht. Das Unternehmen hatte erklärt, es gebe keine realistische wirtschaftliche Perspektive.