Erzählrythmus | Roman von Georgi Gospodinov: Die Sehnsucht nach dem Leben, das fortgeht
Das Wort Melanchomiker existiert nicht, dabei träfe es auf etliche Dichter zu. Etwa auf Ernst Jandl. Er schrieb 1954 ein Gedicht, das mit dem Titel sommerlied die Erwartung weckt, man habe es mit einem Naturgedicht zu tun, das auf die Schönheit und Heiterkeit dieser Jahreszeit abhebt.
Mein Vater war Gärtner. Jetzt ist er ein Garten
Doch Jandl, Komiker und Melancholiker zugleich, biegt in diesem Gedicht ganz anders und unerwartet ab: „wir sind die menschen auf den wiesen / bald sind wir menschen unter den wiesen / und werden wiesen, und werden wald / das wird ein heiterer landaufenthalt.“ Mag die Sonne auch noch so hell scheinen – die Sense des Todes mäht unerbittlich, sie verschont niemanden, niemals, zu keiner Zeit.
Was hat Georgi Gospodinovs Der Gä
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