Bundesinnenminister Dobrindt reist nach Israel. Donald Trump stellt sich hinter Benjamin Netanjahu. Alle Entwicklungen im Newsblog. Sonntag, 29. Juni Wadephul: Unser Platz ist im Zweifel an der Seite Israels Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat auf einer Veranstaltung der Wochenzeitung "Die Zeit" Verständnis für den israelischen Angriff auf den Iran Mitte Juni gezeigt. "Wir Deutschen haben nicht alle nachrichtendienstlichen Informationen, die die Vereinigten Staaten und auch die Israelis haben. Sie haben uns gesagt, dass das aus ihrer Sicht notwendig ist und das müssen wir so akzeptieren", so Wadephul gegenüber der Zeitung. Israel habe wegen der wiederholten Angriffe des Irans in der Vergangenheit ernsthafte Gründe, Maßnahmen zu ergreifen. "Dann ist unser Platz im Zweifel an der Seite Israels", so der Außenminister. Es seien aber "vernünftige Zweifel daran erlaubt", ob das iranische Atomprogramm vollständig zerstört wurde. Dobrindt trifft sich mit Angehörigen von Geiseln Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hat sich bei seinem Besuch in Israel zunächst mit Angehörigen von in den Gazastreifen verschleppten Geiseln getroffen. Sein Ministerium verbreitete am Samstagabend im Onlinedienst X einen entsprechenden Post von Deutschlands Botschafter in Israel, Steffen Seibert , weiter. Auf dem beigefügten Foto sind Dobrindt und Seibert mit Geiselangehörigen zu sehen, der Minister hält ebenso wie die Angehörigen Fotos von Geiseln hoch. Chef von Atombehörde: Iran könnte Uran schnell anreichern Nach den Angriffen der israelischen und der US-Armee auf den Iran könnte die Islamische Republik nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) bereits in einigen Monaten wieder mit der Anreicherung von Uran beginnen. Das iranische Atomprogramm sei nicht völlig zerstört worden, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi laut einem am Samstag veröffentlichten Transkript am Freitag in einem Interview mit dem US-Sender CBS. Die Iraner könnten "binnen Monaten" oder sogar "weniger" wieder mit einigen Kaskaden von Zentrifugen Uran anreichern, sagte Grossi. Abgesehen davon sei unbekannt, was nach den Bombardements aus den schätzungsweise gut 408 Kilogramm Uran geworden sei, die der Iran bereits auf einen hohen Grad von 60 Prozent angereichert hatte. "Wir wissen nicht, wo dieses Material sein könnte", räumte der IAEA-Chef ein. Weiter angereichert auf 90 Prozent würde dieses Uran für mindestens neun Atombomben reichen. Trump kritisiert "Hexenjagd" gegen Netanjahu Ex-US-Präsident Donald Trump hat sich mit scharfen Worten hinter den israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu gestellt. In einem auf seiner Plattform Truth Social veröffentlichten Beitrag bezeichnete er die juristischen Verfahren gegen Netanjahu als "politische Hexenjagd". Es sei "wahnsinnig", was "außer Kontrolle geratene Staatsanwälte" mit Netanjahu machten, so Trump. Netanjahu sei ein "Kriegsheld" und habe in der Zusammenarbeit mit den USA "große Erfolge" im Umgang mit der iranischen Nuklearbedrohung erzielt, schrieb Trump. Zudem sei der israelische Regierungschef derzeit in Verhandlungen mit der Hamas, unter anderem zur Freilassung von Geiseln. Dass Netanjahu dennoch täglich im Gerichtssaal sitzen müsse, sei für Trump unverständlich. "Wie ist es möglich, dass der Premierminister von Israel wegen NICHTS – Zigarren, Bugs-Bunny-Puppe usw. – stundenlang im Gericht sitzen muss?", fragte Trump. Tausende bei Protestkundgebung in Tel Aviv Auf einer Protestkundgebung in der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv forderten Tausende Menschen die Regierung von Netanjahu zu einem Abkommen mit der Hamas auf. An Netanjahu und Trump gewandt rief eine frühere Geisel laut Medienberichten: "Sie haben eine mutige Entscheidung zum Iran getroffen. Treffen Sie nun eine mutige Entscheidung, die die Kämpfe in Gaza beendet und alle (Geiseln) zurückbringt". Die Demonstrantin bezog sich dabei auf die kürzlich erzielte Waffenruhe zwischen Israel und dem Iran. Trump: Netanjahu verhandelt mit Hamas US-Präsident Donald Trump zufolge verhandelt der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu momentan mit der radikal-islamischen Hamas über die Freilassung der israelischen Geiseln. Trump teilte dies über seine eigene Social-Media-Plattform Truth Social mit. Samstag, 28. Juni Dobrindt reist spontan nach Israel Bundesinnenminister Alexander Dobrindt ist überraschend nach Israel gereist. Am Sonntag will der CSU-Politiker dort mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Außenminister Gideon Saar zusammenkommen. Auch Treffen mit Verteidigungsminister Israel Katz und dem Minister für strategische Angelegenheiten, Ron Dermer, sind nach Angaben einer Sprecherin geplant. Über den Besuch hatte zuerst das Magazin "Focus" berichtet. "Unterstützung für Israel heißt auch, vor Ort Gespräche zu führen und sich ein Bild von der Situation zu machen. Ich will zeigen, dass wir Israel als engsten Partner im Kampf gegen den Terror unterstützen", sagte Dobrindt. Der Minister will aber auch von Israels Erfahrungen in der militärischen und zivilen Verteidigung profitieren. Beides gehöre zusammen, sagte er. "Gerade bei Cyberabwehr und Bevölkerungsschutz ist uns Israel voraus. Auch wir müssen uns stärker auf neue Bedrohungslagen einstellen. Dabei werden wir eng mit Israel zusammenarbeiten", so Dobrindt. "Deutschland braucht einen Cyber Dome!" Damit gemeint sei ein schlagkräftiger, digitaler Schutzschild gegen Spionage und Sabotage und zum Schutz kritischer Infrastruktur, etwa von Energie- und Kommunikationsunternehmen. Israel greift Ziele im Libanon an Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben Ziele der Hisbollah im Libanon angegriffen. Bei einem Angriff in der Nähe von Kounin im Süden des Landes sei ein Terrorist der vom Iran unterstützten Miliz getötet worden, teilte das Militär mit. Der Mann sei für die Koordinierung der Panzerabwehrraketen der Hisbollah zuständig gewesen und habe während des Krieges Angriffe mit Panzerabwehrraketen auf israelisches Gebiet geleitet. Das Gesundheitsministerium in Beirut bestätigte den Toten in Kounin und meldete außerdem zwei Tote sowie Verletzte nach einem israelischen Drohnenangriff in der Gemeinde Mahrouna in der Nähe der Stadt Tyros im Süden des Landes. Von Israels Militär gab es dazu zunächst keine Angaben. Israel: Ranghoher Hamas-Kommandeur in Gaza getötet Bei einem israelischen Angriff im Gazastreifen ist nach Angaben der Armee ein hochrangiger Kommandeur der islamistischen Hamas getötet worden. Wie das Militär weiter mitteilte, galt Hakem Al-Issa als einer der Gründer der Hamas. Er war demnach vor allem im militärischen Flügel der Terrororganisation tätig. Er soll zudem eine wichtige Rolle bei der Planung und Durchführung des Massakers in Israel am 7. Oktober 2023 gespielt haben. Al-Issa war nach Armeeangaben einer der letzten hochrangigen Kommandeure der Hamas im Gazastreifen. Zuletzt fungierte er demnach als Chef einer wichtigen Einheit der Terrororganisation und arbeitete am strukturellen Wiederaufbau der Hamas nach rund anderthalb Jahren Gaza-Krieg. Chamenei fehlt bei Zeremonie für getötete Generäle In der iranischen Hauptstadt Teheran haben zehntausende Menschen an einer staatlich organisierten Trauerfeier für Dutzende von Israel getötete Generäle der Revolutionsgarden (IRGC) teilgenommen. Geehrt wurden unter anderem Generalstabschef Mohammed Bagheri, IRGC-Oberkommandeur Hussein Salami und Amir-Ali Hadschisadeh, der Chef der Luft- und Raumfahrtdivision der IRGC. Die drei galten als das Top-Trio der Streitkräfte und waren auch politisch sehr einflussreich. Unter den Gästen waren Präsident Massud Peseschkian und Außenminister Abbas Araghtschi, nicht aber Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei. Dass der mächtigste Mann im Land bei einem solchen Anlass fehlt, ist ungewöhnlich. Bei derart hochrangigen Beerdigungen spricht der oberste Führer in der Regel das Totengebet. Der Staatssender IRIB berichtete sogar von mehr als einer Million Teilnehmern in Teheran; unabhängig überprüfen ließ sich diese Zahl nicht. Teilnehmer riefen im Iran übliche Slogans wie "Tod Amerika!" und "Tod Israel!". Iran äußert Bereitschaft zu Gesprächen über Atomprogramm Der Iran signalisiert seine grundsätzliche Bereitschaft zu erneuten Atomverhandlungen mit den USA – fordert dafür aber von Präsident Donald Trump eine Mäßigung seines Tonfalls. "Wenn Präsident Trump es mit seinem Wunsch nach einem Abkommen ernst meint, sollte er seinen respektlosen und inakzeptablen Ton gegenüber dem obersten Führer des Iran, Großajatollah Ali Chamenei, ablegen und aufhören, seinen Millionen treuen Anhängern zu schaden", schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. "Guter Wille erzeugt guten Willen, und Respekt erzeugt Respekt." Trump hatte beim Nato-Gipfel neue Gespräche mit dem Iran für die kommende Woche angekündigt, ohne jedoch Details zu nennen. Auf die Frage, ob er die Atomanlagen des Iran erneut bombardieren lassen würde, falls es wieder Sorgen über Teherans Urananreicherung gebe, erwiderte Trump am Freitag: "Sicher, ohne Frage, absolut." Der Iran dürfe keine Atomwaffen besitzen. Die jüngsten Angriffe hätten das Atomprogramm um Jahre zurückgeworfen, bekräftigte er. Nach den israelischen und amerikanischen Angriffen auf iranische Atomanlagen hat das iranische Parlament diese Woche ein Gesetz verabschiedet, das die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) aussetzt. Ohne die technische Aufsicht der UN-Atombehörde wären laut Experten jedoch Atomverhandlungen nicht möglich. Berichte über Explosionen in Teheran In der Nacht zum Samstag gab es in der iranischen Hauptstadt Teheran mehrere Explosionen. Wie Augenzeugen in den sozialen Medien berichten, seien mehrere Drohnen über dem Dorf Bid Kaneh und der Stadt Malard im Westen von Teheran gesichtet worden. Die Flugabwehr sei aktiv geworden und habe die Flugobjekte abgeschossen. Über mögliche Schäden oder die Herkunft der abgeschossenen Drohnen gibt es keine Berichte. Eine offizielle Stellungnahme des iranischen Regimes liegt nicht vor. Verhaftungswelle gegen iranische Juden – weitere Hinrichtungen Nach dem Krieg mit Israel nimmt das Regime im Iran wohl die jüdische Minderheit im Land ins Ziel. Die aus dem Exil agierende Menschenrechtsorganisation Association Femme Azadi (AFA) schreibt in einem Facebook-Post am Freitag, dass die Häuser von mindestens 20 Rabbinern und weiteren jüdischen Geistlichen in der Hauptstadt Teheran durchsucht und elektronische Geräte beschlagnahmt worden seien. Es sei zu mehreren Verhaftungen gekommen. Auch das Tehran Jewish Comittee, die Dachorganisation der jüdischen Iraner, wird im AFA-Bericht erwähnt. Das Regime soll die Organisation dazu zwingen, SMS an ihre Mitglieder zu senden, in denen ihnen harte Strafen angedroht werden, sollten sie mit Vertretern anderer Staaten Kontakt aufnehmen. Seit dem Ende des Krieges mit Israel soll das Regime in Teheran mindestens 700 Menschen verhaftet haben. Am Donnerstag und Freitag sollen außerdem sechs Menschen hingerichtet worden sein, denen das Regime Verbindungen zum israelischen Geheimdienst Mossad vorwirft, berichtet der israelische Fernsehsender Kan. Trump: Berichte über Iran-Hilfsprogramm sind falsch US-Präsident Donald Trump hat Medienberichte über Hilfen für den Iran im Wert von bis zu 30 Milliarden Dollar für den möglichen Aufbau eines Atomprogramms zur Erzeugung ziviler Energie zurückgewiesen. "Wer in den Fake-News-Medien ist der Widerling, der sagt, dass Präsident Trump dem Iran 30 Milliarden Dollar geben will, um nicht militärische Nuklearanlagen zu bauen? Ich habe noch nie von dieser lächerlichen Idee gehört", schrieb Trump am späten Freitagabend auf seiner eigenen Social-Media-Plattform Truth Social. CNN berichtete am Donnerstag und NBC News am Freitag, dass die US-Regierung in den vergangenen Tagen mögliche wirtschaftliche Anreize für den Iran als Gegenleistung für die Einstellung der Urananreicherung erkundet habe. In den Berichten wurden sogenannte Insider zitiert. Hilfsorganisation: Keine Zwischenfälle bei Verteilzentren In einer Erklärung am späten Freitagabend sagte ein Sprecher der umstrittenen Hilfsorganisation Gaza Humanitarian Foundation (GHF) im Gazastreifen, dass es bisher keine Zwischenfälle oder Todesopfer an oder in der unmittelbaren Umgebung der Verteilungsstellen gegeben habe. "Die GHF hat keine Kenntnis von diesen Vorfällen, aber diese Anschuldigungen sind zu schwerwiegend, um sie zu ignorieren, und wir fordern Israel daher auf, sie zu untersuchen und die Ergebnisse zeitnah und transparent zu veröffentlichen", so der Sprecher. In der Erklärung heißt es weiter, dass das israelische Militär die Aufgabe habe, allen humanitären Organisationen, die im Gazastreifen tätig seien, einschließlich der GHF, sicheres Geleit zu gewähren. Mehrere Tote nach israelischem Angriff gemeldet Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen sind einem palästinensischen Medienbericht zufolge mindestens elf Zivilisten getötet worden. Es sei eine Zeltstadt für Kriegsvertriebene im Zentrum der Stadt Gaza getroffen worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa unter Berufung auf eigene Korrespondenten im abgeriegelten Küstengebiet. Mehrere Menschen erlitten Verletzungen, hieß es. Der Bericht ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Steinmeier: Völkerrecht nicht ignorieren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat mit Blick auch auf Deutschland davor gewarnt, einen Bruch des Völkerrechts zu ignorieren. "Gerade wir sollten die Völkerrechtsordnung zum Teil unserer eigenen Identität erklären", sagte Steinmeier im Deutschlandfunk-"Interview der Woche" auf eine Frage nach Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt. Steinmeier fügte hinzu: "Deshalb dürfen wir nicht ignorieren, wo Völkerrecht nicht nur missachtet wird, sondern wo heute - und das gilt ja nicht nur in der Politik, sondern ich bin Zeitungsleser, ich bin Fernsehzuschauer - mit leichter Hand Völkerrecht sogar verächtlich gemacht wird." Steinmeier war konkret auf die Ankündigung von Merz angesprochen worden, den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu nicht zu akzeptieren. Zudem auf Merz' Einschätzung, dass Israel mit dem Angriff auf den Iran im Bestreben, dessen atomare Bewaffnung zu verhindern, "die Drecksarbeit" verrichtet habe. Freitag, 27. Juni Trump rechnet mit baldiger Waffenruhe im Gazastreifen US-Präsident Donald Trump rechnet kommende Woche mit einer Waffenruhe im Gaza-Krieg. Er habe erst kürzlich mit einigen Beteiligten gesprochen, man sei nahe dran, sagte Trump - wohl mit Blick auf laufende Vermittlungsbemühungen. Auf die Frage eines Journalisten, wie nahe man einer Waffenruhe im Gaza-Krieg sei, erwiderte der Präsident im Weißen Haus: "Wir denken, dass wir innerhalb der nächsten Woche eine Waffenruhe bekommen." Trump nannte dazu keine weiteren Details. Es blieb daher unklar, worauf sich seine optimistische Aussage stützt. Die Vermittler Katar und Ägypten bemühen sich seit langem, eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas zu vereinbaren. Im Rahmen einer solchen Vereinbarung sollen auch die im Gazastreifen verbliebenen Geiseln freikommen und viele palästinensische Häftlinge aus israelischen Gefängnissen entlassen werden. Schüsse an Verteilzentren in Gaza – Israel startet offenbar Ermittlungen Nach UN-Angaben sind bei der Verteilung von Hilfsgütern im Gazastreifen seit Mai 410 Menschen getötet worden. Jetzt untersucht Israel mögliche Kriegsverbrechen. Den ganzen Artikel lesen Sie hier . Trump droht Iran mit neuen Angriffen US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit neuen Luftangriffen gedroht, sollte das Land weiter Uran anreichern. Auf die Frage einer Journalistin, ob er im Fall entsprechender Geheimdiensterkenntnisse neue Angriffe plane, sagte Trump am Freitag in Washington : "Zweifellos, absolut." Zuvor hatte der Präsident darauf beharrt, durch die US-Luftangriffe vom Wochenende seien die Anreicherungsanlagen im Iran vollständig zerstört und "ausgelöscht" worden. Der Iran habe zudem keine Gelegenheit mehr gehabt, bereits angereichertes Uran vorab in Sicherheit zu bringen, erklärte das Weiße Haus. Die amerikanische Regierung bezog sich auf Medienberichte, die das Ausmaß der Zerstörungen infrage gestellt hatten. Beim Nato-Gipfel in Den Haag hatte Trump zudem für die kommende Woche neue Verhandlungen mit dem Iran über sein Atomprogramm angekündigt. "Der Iran will sich treffen", sagte er nun. Details zu Ort und Datum für die Gespräche nannte er nicht. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor eine Rückkehr Teherans an den Verhandlungstisch verneint. Iran will alle Ausländer ohne Papiere ausweisen Nach dem Krieg mit Israel will der Iran alle Ausländer ohne gültigen Aufenthaltstitel ausweisen – darunter viele Afghanen. Häuser und Wohnungen, die an Afghanen vermietet sind, sollen beschlagnahmt oder versiegelt werden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr unter Berufung auf einen Brigadegeneral der Grenzpolizei. Im Iran leben nach unterschiedlichen Schätzungen mehrere Millionen Afghanen, viele ohne legalen Aufenthaltsstatus. In den Metropolen arbeiten viele von ihnen im Niedriglohnsektor, etwa in kleinen Supermärkten oder auf Baustellen. Im Zuge des Krieges mit Israel hatten iranische Sicherheitsdienste auch Afghanen für Sabotageakte und verdeckte Operationen verantwortlich gemacht. Berichtet wurde von Angriffen kleiner, mit Sprengstoff beladener Drohnen, die im Land gefertigt worden sein sollen. Bereits in den vergangenen Tagen war von Hunderten Festnahmen mutmaßlicher Kollaborateure die Rede. Der iranische Justizchef droht mit Strafen im Schnellverfahren. Iran verlängert weitgehende Sperrung seines Luftraums Der Iran hat die weitgehende Sperrung seines Luftraums trotz der Waffenruhe mit Israel erneut verlängert. Die Maßnahme gelte zunächst für einen weiteren Tag bis Samstag, 14 Uhr Ortszeit (12.30 Uhr MESZ), berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf einen Ministeriumssprecher. Einige Lockerungen und Überfluggenehmigungen gelten aber bereits, und zwar für den Osten des Landes. Der Flughafen in Teheran, Hauptziel internationaler Flüge, bleibt weiterhin geschlossen. Das Tracking-Portal "Flightradar24" verzeichnete vereinzelte Flüge im Osten und entlang der Südostküste des Iran. Israels Luftwaffe greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben Stellungen der Terrororganisation Hisbollah im Libanon angegriffen. Es habe sich um einen Teil eines unterirdischen Hisbollah-Stützpunkts gehandelt, der bereits zuvor Ziel israelischer Angriffe gewesen sei, zitierten israelische Medien einen Armeesprecher. Die Hisbollah habe versucht, unterirdische Stellungen im Bereich der strategisch gelegenen Kreuzritterfestung Beaufort wiederherzustellen und damit gegen die Waffenstillstandsvereinbarung verstoßen. Auf Bildern in libanesischen Medien waren mehrere hohe Rauchsäulen zu sehen. Aus Sicherheitskreisen in Beirut war zu hören, es habe mindestens fünf schwere Luftschläge auf Hügeln nahe der Stadt Nabatije gegeben. Über Tote und Verletzte gab es zunächst keine Angaben. Lokalen Medienberichten zufolge suchten die Menschen in Nabatije Schutz aus Angst vor den weithin hörbaren Explosionen. Israels Angriff auf Ewin-Gefängnis fordert zivile Todesopfer Bei Israels Angriff auf das berüchtigte Ewin-Gefängnis in der iranischen Hauptstadt Teheran sind Berichten zufolge mehrere Zivilisten ums Leben gekommen. Unter den Toten waren unter anderem eine Sozialarbeiterin und ihr Sohn, wie die Tageszeitung "Shargh" berichtete. Erst drei Tage nach dem Angriff seien die Leichen der 52-Jährigen und ihres fünf Jahre alten Sohnes aus den Trümmern geborgen worden. Die Leiche des Jungen wurde dem Bericht zufolge in den Armen eines Kollegen seiner Mutter gefunden. Seit zehn Jahren setzte sich die Sozialarbeiterin für Gefangene in der Haftanstalt am Fuße des Elburs-Gebirges ein. Am Tag des Angriffs hatte sie ihren Sohn mit zur Arbeit genommen, da der Kindergarten geschlossen war. Auch weitere iranische Medien berichteten über den Fall. USA wollen Iran offenbar Milliarden-Deal vorschlagen In der Trump-Regierung wird offenbar erörtert, dem Iran bis zu 30 Milliarden Dollar für den Aufbau eines zivilen Atomprogramms zu geben, die Sanktionen zu lockern und Milliarden von Dollar an gesperrten iranischen Geldern freizugeben. Voraussetzung sei, dass das Mullah-Regime an den Verhandlungstisch zurückkehrt, berichtet CNN und beruft sich auf vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen. Es seien auch während der Angriffe auf den Iran Gespräche geführt worden. Beamte der Trump-Regierung betonten gegenüber dem Sender, dass mehrere Vorschläge unterbreitet wurden. Sie seien vorläufig, wobei eine einzige Bedingung nicht verhandelbar ist: Es soll keine iranische Urananreicherung geben, wie es der Iran wiederholt gefordert hat. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bestätigte zwar den Austausch mit mehreren Kollegen, zeigte sich gegenüber neuen Atomverhandlungen mit den USA allerdings zurückhaltend. "Aber was die Verhandlungen mit den USA betrifft, so evaluieren wir gerade, was das Beste für unsere nationalen Interessen ist", sagte er dem Staatssender IRIB. Bislang gebe es weder Pläne noch Zusagen für eine Wiederaufnahme der Verhandlungen. Israel: Wissen nicht, wo das iranische Uran ist Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz räumte ein, dass Israel seinen Krieg gegen den Iran begonnen habe, ohne zu wissen, ob US-Präsident Donald Trump sich an der Offensive beteiligen würde. Er betonte im Sender Channel 12 jedoch, dass Israel zuversichtlich gewesen sei, dass die USA bei der Verteidigung des Landes helfen würden. "Bei der Verteidigung wussten wir, dass sie [die USA] uns zur Seite stehen – und sie haben eine großartige Arbeit geleistet", sagte Katz. Katz gab auch zu, dass Israel nicht wisse, wo sich das gesamte angereicherte Uran des Iran befinde. Er behauptete aber, dass die Militärschläge die Anreicherungskapazitäten Teherans zerstört haben. "Das Uran selbst, das Material, war nicht das Ziel des Angriffs", sagte er. Katz wiederholte seine Äußerungen gegenüber anderen Nachrichtenagenturen und sagte, Israel hätte den Obersten Führer des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, ermordet, "wenn wir ihn im Visier gehabt hätten". Hier lesen Sie ältere Nachrichten zum Krieg in Nahost.