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Klimakrise | Wasserknappheit in Brandenburg: Auf dem Trockenen

Die Sommer werden heißer, das Trinkwasser immer weniger. Aber statt gegenzusteuern, macht die Politik viele Fehler – zum Beispiel in Brandenburg

Für die meisten von uns ist es das Normalste der Welt: Wir drehen am Wasserhahn und das Wasser fließt. Das ist so normal, dass wir oft vergessen, was da in die Badewanne oder durch die Toilettenspülung läuft: ein Lebensmittel, das Lebensmittel schlechthin, das mit viel Aufwand und Sorgfalt gefördert und geprüft wird. Wie lange wird das so bleiben? Die Klimakrise hat bereits jetzt unübersehbare Auswirkungen auf die Wasserversorgung. Weltweite Schlagzeilen machte dieses Jahr etwa die Region am nahezu ausgetrockneten Fluss Po in Italien, wo der örtliche Wasserbetreiber inzwischen wegen anhaltender Trockenheit für einige Stunden täglich die Trinkwasserversorgung abschaltet. Italien ist für heiße Temperaturen im Sommer bekannt, aber auch Länder wie Deutschland steuern auf eine Wasserkrise zu.

Besonders hart trifft es Brandenburg. „In manchen Regionen hier sind die Grundwasserstände teilweise um drei bis fünf Meter gefallen. Das sind natürlich die Extreme, aber der Trend ist eindeutig“, sagt Irina Engelhardt. Die Professorin für Hydrogeologie an der Technischen Universität Berlin forscht zu „Wasserstress“ an der unteren Spree.

„Es geht nicht nur um Tesla“

Die Wissenschaft hat das Problem erforscht. Und auch die Politik entwickelt langsam ein Bewusstsein dafür. Trotzdem ist das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klima (MLUK) immer noch hauptsächlich mit dem Vermessen des Problems beschäftigt. Zwar gibt es jetzt eine Grundwasserbilanz (an vielen Stellen rote Zahlen), eine Niedrigwasserampel (seit Wochen nahezu ausschließlich rot) und eine offizielle Suche nach neuen Grundwasservorkommen, aber handfeste Maßnahmen fehlen. Dabei sind die Auswirkungen täglich sichtbar: Stege an Seen, die im Trockenen enden; Schiffe, die mit halber Ladung fahren müssen, weil die Flüsse nicht mehr schiffbar sind; trockene Wälder und riesige Felder, die so ausgedörrt sind, dass der Wind gigantische wüstenartige Sandwolken aufwirbelt.

„Als wir 1995 nach Erkner gezogen sind, war bereits bekannt, dass Brandenburg ‚versandet‘“, erzählt Steffen Schorcht. Er ist als Anwohner in der Bürgerinitiative Grünheide aktiv und war am Verfahren zur Ausweitung des Wasserschutzgebietes in der Region beteiligt. Die aktuelle Lage wurde von Klimawissenschaftler:innen vorhergesagt, allerdings erst für 2060, frühestens 2050. Die Geschwindigkeit, mit der sich die Dürre ausbreitet, ist schockierend und hätte spätestens nach den verheerenden Dürrejahren 2018 und 2019 Folgen nach sich ziehen müssen. Aber es hat erst den Bau der „Gigafactory“ des Autobauers Tesla und den Kampf der Anwohner:innen gegen die Fabrik gebraucht, um die Wasserknappheit der Region in den medialen Fokus zu bringen.

„Es geht gar nicht nur um Tesla,“ meint Schorcht, „es geht um den ganzen Rattenschwanz, den das mit sich bringt: weitere Industrie, Zulieferer, die Arbeiter, die zuziehen, die werden auch alle Wasser brauchen. Und das ist einfach nicht da.“ Genau das beunruhigt auch den lokalen Versorger. Als erster deutschlandweit hat der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) eine Deckelung der Trinkwassermenge für neu Zuziehende auf umgerechnet 105 Liter pro Tag und Person eingeführt. Ab 2025 soll diese dann auch für alle gelten.

„Wir müssen an die nächsten Generationen denken“

„Es ist keine Rationierung“, betont Sandra Ponesky, Pressesprecherin des WSE. „Es geht keine Wasserpolizei durch die Dörfer und dreht Ihnen den Hahn ab, wenn Sie mehr verbrauchen.“ Der Wasserversorger sitzt in einer Klemme: Er muss sein Verbandsgebiet mit Trinkwasser versorgen, darf aber nur eine bestimmte Menge des Grundwassers fördern. Um das bei einem Zuzug in die Region zu gewährleisten, der bei der damaligen Entnahmegenehmigung noch nicht absehbar war, musste irgendwo ein Strich gezogen werden. „Wir haben nur zwei Stellschrauben. Die eine ist die Entnahmemenge, die andere der Verbrauch. Wenn die Entnahmemenge gleich bleibt, muss am Verbrauch gespart werden.“ Die Deckelung trifft private Haushalte und Industrie. Auch Tesla hat einen Vertrag mit Deckel bekommen. Noch ist nicht sicher, ob der WSE die Fördermenge wieder erhöhen darf. „Wir als Umweltverbände sind auf jeden Fall dagegen. Alles, was jetzt gefördert wird, das über die Grundwasserneubildung hinausgeht, senkt das Grundwasser weiter ab. Wir müssen auch an die nächsten Generationen denken, die darauf angewiesen sind, ausreichend Trinkwasser zu haben“, meint Schorcht.

Dass die Pegel in Brandenburg seit Jahren stark fallen, hat nicht nur mit geringeren Niederschlägen zu tun. Über das Jahr fällt in Brandenburg gar nicht so viel weniger Regen, der Niederschlag könnte mit der zunehmenden Erderwärmung sogar zunehmen. Doch er verteilt sich problematisch. Immer weniger Regen fällt im Sommer, dafür umso mehr im Winter. Der Niederschlag trifft häufiger als Starkregen auf ausgedörrte Böden. Statt zu versickern und ins Grundwasser zu fließen, überflutet er die Region oder läuft ab: in Flüsse, Seen, Unterführungen oder Senken und, besonders unangenehm: in Keller.

Der sandige Boden in Brandenburg ist kein guter Wasserspeicher. Je wärmer es im Sommer ist, desto mehr und schneller verdunstet das Wasser im Boden und ist für das Grundwasser verloren. Bei steigenden Temperaturen durch die Klimakrise – in Brandenburg ist die Jahresmitteltemperatur um 1,3 Grad gestiegen – geht mehr Wasser verloren. Eine Pflanze, die damit besonders schlecht zurechtkommt, ist die Kiefer – nahezu omnipräsent in Brandenburg. Gepflanzt wurde sie in Monokulturen, als schnell wachsender und leicht abbaubarer Rohstoff. Die Monokulturen verhindern biologische Vielfalt und damit Humusbildung, die für die Wasserbindung wichtig ist. Anders als Laubbäume verdunsten Kiefern auch im Winter Wasser. Wo Wasser im Boden fehlt, ist der Wald trocken und brennt schneller. Umso wichtiger ist es, Wälder umzuwalden, hin zu Laub- und Mischwäldern, die Wasser besser halten und weniger anfällig für Waldbrände sind.

Doch das läuft schleppend: Knapp 2.000 Hektar Wald werden jährlich umgebaut, Brandenburg hat aber ungefähr 500.000.

Eine große Rolle bei der Wasserproblematik spielt auch der Kohletagebau in der Lausitz, der jährlich bis zu 100 Millionen Kubikmeter Wasser verschlingt. Damit die Grube nicht voll läuft, muss weiträumig Grundwasser abgepumpt und in die Spree geleitet werden. Die Folgen sind erheblich. „Sie müssen sich das wie einen ausgetrockneten Schwamm vorstellen“, erklärt Schorcht. „Wenn das Grundwasser dann nicht mehr abgepumpt wird, saugt der Boden von überallher Wasser an, dadurch würde die Spree austrocknen und die Wasserversorgung von Berlin, das sein Trinkwasser größtenteils über den Müggelsee bezieht, wäre gefährdet.“

Auf Deutschland bezogen sind die 105 Liter Wasser pro Tag und pro Person, die nun als Deckelung vom Wasserverband eingeführt wurden, gar nicht so wenig. Sachsen und Thüringen kommen mit durchschnittlich 90 Litern aus. Doch das Versorgungsgebiet des WSE hat einen fast doppelt so hohen Durchschnittsverbrauch. „Wir können anhand unseres Wasserverbrauchs den Wetterbericht ablesen“, scherzt Ponesky. „Im Winter liegt unser Verbrauch täglich bei 20.000 bis 22.000 Kubikmeter, im Sommer springt er auf 60.000 hoch.“ Auch die Periode des steigenden Verbrauchs hat sich verschoben. Anstatt sich auf die Sommermonate zu konzentrieren, schießt der Verbrauch jetzt bereits im Mai nach oben und bleibt bis in den September hoch.

Viel verschwindet in Pools

Wo der Mehrverbrauch hingeht, kann Ponesky nur mutmaßen. „Allerdings steigt unsere Abwassermenge nicht. Das heißt, die meisten bewässern damit wohl ihren Garten oder füllen Pools.“ Wer seinen Rasen bewässert, verbraucht schnell mehrere Hundert Liter, die an der Oberfläche verdunsten, statt ins Grundwasser zu sickern, Gleiches gilt für Pools. Durch die Deckelung des Verbrauchs entscheiden sich immer mehr Privathaushalte dafür, ihre Gärten über eigene Brunnen zu bewässern. „Aber das zieht auch wieder aus dem gleichen Grundwasser“, erklärt Ponesky. „Wir kommen zusehends in eine Konkurrenzsituation. Mit der Industrie, insbesondere dem Energiesektor und der Landwirtschaft, besteht die bereits.“

Was den Wasserversorger beunruhigt ist eine Maßnahme, die das Grundwasser eigentlich schützen soll: Das Land Brandenburg plant, einen Klimaabschlag einzuführen. Damit wird ein Teil der Grundwasserneubildung für die Zukunft zurückgehalten und in Berechnungen für Entnahmegenehmigungen nicht miteinbezogen. Der Wasserversorger fürchtet, als einziger Entnehmer, der Zahlen liefern muss, benachteiligt zu werden. Dabei machen Trinkwasserversorger nur ein Viertel der Grundwasserentnahme aus – laut Schätzungen. Denn niemand weiß, wie viel Wasser wirklich entnommen wird. Private Gartenbrunnen müssen nur angemeldet werden. Wie viel Wasser sie fördern, ist kaum nachvollziehbar. In der Landwirtschaft gibt es zudem viele unangemeldete Brunnen, und wie viel die Industrie tatsächlich entnimmt, ist auch nicht immer klar.

Die Hydrogeologin Engelhardt braucht diese Daten, um zu prüfen, wie es um das Grundwasser und die Wasserversorgung bestellt ist. Doch auch für sie ist es nicht einfach, an verlässliche Daten zu gelangen. Angesichts der Lage, in der sich das Wasser im Land bereits befindet, hätte die Regierung eigentlich vor Jahren mit Schutzmaßnahmen beginnen müssen. Möglichkeiten gibt es: die intensive Landwirtschaft umstellen, sodass sie nicht mehr dauerhaft die Böden auslaugt und austrocknet, oder die Umwaldung stärker vorantreiben. „Aktuell wird Regenwasser häufig einfach in die Flüsse abgeleitet, so geht viel Wasser in der Region verloren“, erklärt Engelhardt. „Außerdem gäbe es die Möglichkeit, eine vierte Reinigungsstufe in den Kläranlagen einzubauen. Brandenburg hat meistens nur drei, in Berlin sind es oft bereits vier.“ Das so gereinigte Abwasser lässt sich dann in der Landwirtschaft verwenden. All das kostet natürlich viel Geld.

„Trinkwasserversorgung ist ein Solidarsystem“

Angesichts dessen, was Deutschland ohnehin bereits für die Schäden der Klimakrise zahlt – 6,6 Milliarden jährlich sind es im Schnitt laut den Bundesministerien für Umwelt und Wirtschaft –, sind die 20 bis 30 Millionen Euro, die Engelhardt für den Ausbau der Kläranlagen in Brandenburg schätzt, geradezu billig. „Trinkwasserversorgung ist ein Solidarsystem. Uns ist wichtig, dass klar ist, dass es ein Naturprodukt ist, das nicht einfach so nachwächst und das man nicht einfach herstellen kann“, sagt Ponesky. „Wenn es einmal aus dem Kreislauf entnommen wurde, ist es erst mal weg. Da der Regen nicht dafür sorgt, dass ausreichend Nachschub entsteht, müssen wir alle gemeinsam gucken, wie wir damit umgehen.“

Für Engelhardt ist klar, dass Brandenburg nicht zu einer Wüste werden muss, weil die Klimakrise die Dürre im Land verschärft. „Aber als Wissenschaftler können wir nur Daten liefern und Vorschläge machen. Die Landesregierung muss dann entscheiden und umsetzen.“ Eine kleine Hoffnung: Die hat das Problem inzwischen erkannt – und vermisst es ausgiebig.

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